© 1999 - 2009 Stadt Bielefeld

Die Entwicklung bis heute

Aktuelles Foto vom Obersee

Entsprechend dem Baufortschritt an den Ufern des neuen Sees, wurden auch die Grünanlagen bepflanzt und die Wege angelegt. Im Mündungsbereich der Jölle entstand ein Vogelschutzgebiet. So sah es das Konzept vor: Naturnah und ohne ausgeprägte Freizeitaktivitäten, die waren – wie bereits erwähnt – für den Untersee vorgesehen. Doch schon wenige Jahre nach der Fertigstellung wurde deutlich, dass die vielen Menschen, die am See spazieren gingen, sich mehr wünschten, als nur den Blick aufs Wasser und eine schöne Grünanlage. Es entstanden zwei Kinderspielplätze und ein Bolzplatz westlich des Sees. In 1989 wurde der Seekrug errichtet. Ein Fachwerkhaus von 1616, das zuvor am Vorwerk in Schildesche stand. Hier entwickelte sich eine Gastronomie mit Biergarten, Grillmöglichkeit und seit 2004 eine Sandstrandatmosphäre. Im April 2005 eröffnete eine Minigolfanlage.

Der See ist ein hervorragendes Angelgewässer, das an einen Fischereiverein verpachtet ist. Der Fischbestand setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Arten zusammen: Aal, Barsch, Brachsen, Giebel, Gründling, Güster, Hecht, Karpfen, Plötze, Schleie und Zander. Jährlich werden etwa 300-600 Kilogramm Fisch entnommen.



Foto: Sedimentablagerungen im Obersee
Dass sich im See wie geplant Sedimente aus den zufließenden Bächen ablagerten, wurde sehr bald deutlich. Bereits 1985 wurden erstmals 15.000 m³ Sedimente mit einem Schwimmbagger entnommen und an den nördlichen Uferhängen aufgespült. Heute im Jahre 2005 liegen schätzungsweise 120.000 m³ Schlamm im See. Jährlich kommen etwa 4.000 m³ hinzu. Die Sedimente stammen aus der Regenwasserkanalisation und aus Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen. Die Schadstoffbelastungen sind gegenüber unbelasteten Böden deutlich erhöht, aber nach derzeitigem Kenntnisstand nicht so gravierend, dass die Sedimente auf einer Deponie abgelagert werden müssten.

Die Wasserqualität des Sees orientiert sich an der Qualität der zufließenden Gewässer. Das Algenwachstum ist aufgrund der großen Menge an zufließenden Nährstoffen erheblich. Es führt bei entsprechenden Wetterlagen zu deutlichen Problemen im Sauerstoffhaushalt des Sees und auch des ausfließenden Johannisbaches.

Die Probleme, die mit dem Aufstau eines Gewässers verbunden sind, wie Verschlammung, kritische Sauerstoffverhältnisse und die Unterbrechung natürlicher Wanderungen von Fließgewässerorganismen, werden heute wesentlich klarer gesehen als vor 25 Jahren. Auch andere Stauseen der Region wurden umgestaltet, wie der Lippesee bei Paderborn, oder werden aktuell überplant, wie der Emmerstausee bei Schieder.