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Das Sanierungskonzept

Das Sanierungskonzept, dass das Umweltamt im Oktober 2001 vorlegte, besteht aus zwei Teilen:

  • der Schlamm wird aus dem See entfernt und
  • der Johannisbach und die Jölle werden um den See herumgeleitet.

    Dadurch werden die Bäche wieder durchgängig und für Fische und andere Wassertiere passierbar. Die mitgeführten Sedimente setzen sich nicht im See ab, sondern werden durch die Fließgeschwindigkeit flussabwärts transportiert, wo sie dem natürlichen Spiel der Kräfte von Sedimentation und Erosion unterliegen. Aus mehreren Sanierungsvarianten wurde die vorteilhafteste ausgewählt.

    Die Umleitung (Bypass) des Johannisbaches und der Jölle um den Obersee kostet etwa 4,3 Millionen Euro, enthalten sind in der Summe auch die Kosten für die Baustellenerschließung. Die gesamte Sanierung wird mit Landesmitteln gefördert. Ende Juni 2008 bewilligte das Land NRW den ersten Finanzierungsabschnitt.


  • »Der wassertechnische Entwurf

    Sanierungsplan

    Sanierungsplan


    Der Entwurf umfasst die wassertechnischen Lösungsmöglichkeiten zur Verminderung und Vermeidung der erheblichen Sedimentablagerungen sowie zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit im Bereich des Obersees. Dieses Ziel kann durch eine Fließgewässerum- bzw. durchleitung realisiert werden.
    Die im Entwurf verfolgte Lösung basiert auf einer nordseitigen Vorbeileitung des Johannisbaches und der Jölle am dauergestauten Obersee.

    Aufgrund der Ergebnisse der Bodenerkundungen kann der Schlamm im Bereich des geplanten Durchleitungsgerinne nicht verbleiben. Um eine Absenkung des Seewasserspiegels zu verhindern, ist eine wasserdichte Abtrennung zwischen Gerinne und See notwendig. Diese Abtrennung soll mittels Stahlspundwand erfolgen. Damit ein natürlicher Charakter entsteht, wird die Spundwand von einem Schüttdamm umgeben.

    Etwa in Höhe der Fußgängerbrücke über den Johannisbachzufluss wird eine Rohrleitung vom Umgehungsgerinne zum See verlegt. Sie dient der weiteren Speisung des Obersees mit Bachwasser zum Ausgleich der Verdunstungsverluste. Die Zugabe ist regelbar über einen Schieber. Über den neuen Bypass wird die fünffache Mittelwassermenge (7,5 Kubikmeter pro Sekunde) um den See abgeführt. Erst ab dieser Wassermenge erfolgt die Ableitung des Hochwassers über den Damm in den Obersee. Nach den Berechnungen verbleiben dann nur noch 10 Prozent der ankommenden Sedimente im See.

    Die ökologische Durchgängigkeit (zum Beispiel als Fischpassage) ist mit dem Umgehungsgerinne und der anschließenden Sohlgleite zum Johannisbach unterhalb des Stauwehres gegeben.
    Für fachlich Interessierte gibt es einige technische Daten aus dem Entwurf hier!

    Da die neue DIN 19 700 "Sicherheit von Stauanlagen" Anfang 2006 für Talsperren durch das Land NRW eingeführt werden soll, müssen die vorgelegten Planungen schon jetzt nach den verschärften Anforderungen der neuen DIN –Vorschrift überprüft werden.
    Mit den aufwendigen Berechnungen hat das Umweltamt ein Ingenieurbüro beauftragt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lagen im April 2006 zusammen mit dem landschaftspflegerischen Begleitplan vor und bildeten dann mit dem wassertechnischen Entwurf die Grundlage für den im Juli 2006 gestellten Genehmigungsantrag nach § 31 Wasserhaushaltsgesetz bei der Bezirksregierung Detmold.

    Im Februar 2007 wurde die Plangenehmigung für die Verlegung der Gewässer Johannisbach und Jölle um den Obersee erteilt. Daraufhin stellte die Stadt Bielefeld im März 2007 den Antrag auf Fördermittel bei der Bezirksregierung Detmold.

    Eine Zusammenstellung der Planungsschritte für die Sanierung finden Sie hier!



    »Vom Spülpolder zur Grünfläche

    Zur Entschlammung des Obersees gehört auch die schadlose Beseitigung des anfallenden Schlamms. Seine Bergung mittels Saugbagger aus dem aufgestauten Obersee und der Transport des Schlamm-Wasser-Gemisches über Leitungen zu nahe gelegenen sogenannten Spülpoldern werden aus ökologischen und finanziellen Gründen als beste Lösung angesehen. Der entwässerte Schlamm wird anschließend mit maximal 200.000 Kubikmeter unbelasteten Boden landschaftsgerecht abgedeckt.



    Planausschnitt

    Klick in Plan öffnet Großbild

    » Lage und Größe der Spülpolder
    Die Ablagerungsflächen für den Schlamm befinden sich südlich der Bahnlinie Bielefeld – Herford. Sie sind nach Süden durch den Reit- und Wanderweg zur Jerrendorfweg begrenzt.

    Die Flächengröße beträgt insgesamt 12 Hektar. Hier müssen etwa 120.000 Kubikmeter Sedimente untergebracht werden. Der Schlamm wird vom Schwimmbagger auf dem Obersee mit einem Vielfachen an Wasser gelöst und mit Druckpumpen auf die Spülflächen befördert. Hierzu werden zwei Absetzbecken angelegt, die immer wechselnd mit ungefähr 750.000 Kubikmeter Schlamm-Wassergemisch beschickt werden. Das Sediment setzt sich ab, während das Wasser über Drainagen und Leitungssysteme.

    Da für die Polder eine nahezu ebene Sohle erforderlich ist, sind für deren Errichtung aufgrund der Neigung des Geländes erhebliche Erdarbeiten notwendig. Dies lässt sich jedoch nicht vermeiden, weil es keinen ortsnahen ebenen Alternativstandort gibt.

    » Zeitdauer
    Mit dem Bau der Erdpolder wurde Ende August 2007 begonnen. Nachdem die Arbeiten im Winter unterbrochen werden, konnten die Spülpolder im Juni 2008 fertig gestellt werden. Insgesamt wurden dafür 145.000 Kubikmeter Boden gelöst und in Wälle eingebaut. Im Juni 2008 wurde der Saugbagger „Phönix” zu Wasser gelassen und mit der Schlammeinspülung in die Polder begonnen.


    Saugbagger Phönix
    Abb.1 Mit dem Saugbagger „Phönix” wird der Schlamm vom Boden des Obersees gelöst und über eine 2.500 Meter lange Förderleitung in die Spülpolder auf der anderen Seite des Viadukts transportiert.


    Abb. 2 . Schneidkopf- Saugrüssel des Saugbagger „Phönix”

    Die Schlammeinspülung wird etwa im März 2009 abgeschlossen sein. Der genaue Abschluss der Baumaßnahme ist abhängig von den Witterungsverhältnissen.
    Die Arbeiten werden von den Firmen Klaar aus Aachen und Mittelweser Tiefbau aus Warpe durchgeführt.


    » Rekultivierung
    Für die Rekultivierung wird geeigneter unbelasteter Boden benötigt, der der Deponie das geplante neue Profil verleiht. Auf eine landschaftsgerechte Gestaltung ist zu achten. Dass dies möglich ist, wird am Nordhang des Obersees deutlich, wo der Aushub aus dem Bau des Obersees deponiert wurde. Heute wird der Bereich nicht als Deponie, sondern als landschaftsnahe Grünanlage wahrgenommen.

    Der Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss hat am 20. März 2007 beschlossen, dass der entwässerte Schlamm mit maximal 200.000 Kubikmeter Boden abgedeckt wird. Dieser soll so eingebaut werden, dass das typische Landschaftsbild vor Ort erhalten bleibt.

    » Zukünftige Gestaltung des Geländes als Grünfläche
    Die ursprünglich angedachte attraktiven Freizeit- und Erholungseinrichtungen sind aufgrund der verringerten Bodenmengen zur Abdeckung der Spülfelder nicht mehr möglich. Der landschaftspflegerische Begleitplan sieht nun eine Grünlandnutzung vor.

    » Genehmigungsverfahren
    Für die Genehmigung der Spülfelder und den anschließenden Betrieb der Bodendeponie ist die Bezirksregierung Detmold zuständig. Der im April 2007 dort gestellte Antrag wurde im Juli 2007 genehmigt.

    »Kontakt

    » Entschlammung/Deponie
    Umweltamt
    Martin Meier
    Tel. 0521/51 2883
    Fax 0521/51 3395
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    Umweltamt
    Norbert Mosig
    Tel. 0521/51 6077
    Fax 0521/51 3395
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    » Verlegung
    Johannisbach und Jölle

    Umweltamt
    Hans-Werner Ohse
    Tel. 0521/51 2886
    Fax 0521/51 3395
    E-MailE-Mail

    Umweltamt
    Heike Menke
    Tel. 0521/51 6568
    E-MailE-Mail