Geheimnisvolle Fledermäuse in einer Höhle entdeckt

Die Höhle befindet sich unterhalb des Gamsgeheges.

In einer schattigen Höhle unterhalb des Gamsgeheges, hinter einem alten Eisentor, plätschert leise Wasser. Ein Salamander sitzt regungslos auf einem Stein und an den groben Kalksteinbrocken sind Fledermäuse. Plötzlich hört man ungewohnte Geräusche: eine Art Schreien oder Pfeifen.

Sieht und hört man eine Szene aus einem Schauermärchen? Nein, es ist die neue Fledermaushöhle im Heimat-Tierpark Olderdissen. Noch bestückt mit Fledermausattrappen und Fledermausschreien aus dem CD-Player, soll dieses rund fünf Meter tiefe Diorama den Besucherinnen und Besuchern die Welt und Lebensweise der Fledermäuse näher bringen.

Eine Informationstafel neben dem Eingang liefert zusätzliche detaillierte Informationen über die Arten und die Lebensweise dieser interessanten Tiere. Ausgeleuchtet wird die Höhle von Lichtstrahlern und auf Knopfdruck des Besuchers erklingen die Orientierungs- und Sozialrufe europäischer Fledermausarten, welche mit modernster Ultraschalltechnik aufgenommen wurden.

Die Höhle, von den Mitarbeitern des Tierparks gebaut, wurde so in den vorhandenen Hang integriert und mit Kalksteinbrocken ausgekleidet, dass sie im hinteren Bereich auch echten Fledermäusen Unterschlupf gewähren kann.

Keiler Karlchen fühlt sich im renovierten Schwarzwildgehege "sauwohl"

Wildschwein

Das Gehege des Wildschweinfamilie wurde Dank einer großzügigen Spende der BGW (Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH) sowie mit Finanzmitteln des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld in den letzten vier Monaten umfangreich renoviert. Neben verschiedenen Umbau- und Verbesserungsmaßnahmen haben Wildschweinkeiler Karlchen und seine Familie jetzt freie Sicht auf die Besucher, denn der alte hohe Zaun wurde durch einen unregelmäßig verlaufenden Graben und einen halbhohen Staketenzaun ersetzt. Das Gehege wurde in Richtung Stauteich / Dornberger Straße vergrößert, die vorhandene Suhle wurde ausgebaggert und zu einem Teich mit permanentem Wasserstand umgewandelt. Zusätzlich bietet eine Holzterrasse der Schwarzwildfamilie einen trockenen Liegeplatz.

Auch wenn das Gehege jetzt frisch renoviert ist, wird der Boden bald wieder matschig und für manchen Besucher ungepflegt aussehen. Doch dies ist nicht zu verhindern, denn die Wildschweine durchwühlen bei der Nahrungssuche den Oberboden um Insekten, Larven oder Samenkörner zu finden. Dieses natürliche Verhalten ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass sich das Schwarzwild "sau"- wohlfühlt. Keiler Karlchen ist mit seinen 16 Jahren immer noch kraftvoll und vital.

Die Marderanlage


Am 28. April 2003 wurde die Marderanlage offiziell eingeweiht. Bis dahin gab es im Heimat-Tierpark Olderdissen kein Gehege, in dem alle Marderarten gemeinsam untergebracht werden konnten. Um diese interessanten Tiere auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu präsentieren, wurde es somit höchste Zeit, dass eine angemessene Bleibe geschaffen werden konnte.

In einer Bauphase von mehreren Monaten wurde eine geräumige, dem Landschaftsbild sowie dem alten Meierhof entsprechende Anlage im Stil einer Scheune aus dem 19. Jahrhundert gebaut. Sie bietet mit einer Grundfläche von rund 150 Meter2 ausreichend Freiraum für Baum- und Steinmarder sowie iltisfarbene Frettchen. Die Tiere können das Gebäude sogar dreidimensional nutzen, denn selbst der Dachstuhl gehört zu ihrem Lebensraum.

Abgerundet wird die Anlage durch eine interessante und facettenreiche Ausstattung. Eigens für das neue Gehege wurden historische Ackerbaugeräte beschafft. Die so entstandenen Schlupfwinkel bieten den Mardern vielfältige Möglichkeiten, sich auch mal zurückziehen zu können.

Die neue Marderanlage befindet sich unterhalb des Spielplatzes, unweit der sehr beliebten Streichelwiese.

Finanziert wurde die Scheune sowohl durch Finanzmittel des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld als auch durch Spendengelder.

Das Bärengehege



Aus Anlass ihres 175-jährigen Jubiläums schenkte die Stiftung der Sparkasse Bielefeld dem Heimat-Tierpark Olderdissen 2000 ein Bärengehege. Die neue Heimat der Bären hat eine Gesamtgehegefläche von etwa 3.500 m². In dem großzügig angelegten Gelände gibt es Wiesen, Bäume, einen Bachlauf mit Teich, Felsen, Grabeflächen und ein Gebäude, die so genannte Bärenvilla, mit Schlafboxen und Pflegeraum.

Die Bären Alma und Max, Mutter und Sohn, wurden durch die „Aktion Bärenhilfswerk e.V., Worbis” an den Heimat-Tierpark Olderdissen vermittelt. Sie stammen aus einem Tierpark, der die Haltung der beiden Bären aufgeben musste.

Im August 2007 musste der Tierpark einen großen traurigen Verlust hinnehmen. Die Bärin Alma verstarb im Alter von 27 Jahren.

Seit Mitte November hat Braunbär Max eine neue Weggefährtin, die 17-jährige Bärin Jule aus einem Tierpark aus Stralsund.

Jule steht nun vor der großen Aufgabe sich einzugewöhnen. Sie muss die Anlage als ihr Zuhause akzeptieren und mit Bär Max eine vertrauliche Partnerschaft eingehen. Eine solche gravierende Veränderung ist weder für Mensch noch für Tier einfach. Dieses braucht Zeit und Geduld. Deshalb wird Jule in den ersten Wochen für die Tierparkbesucher nicht zu sehen sein, denn beide Bären, Jule und Max, werden vorerst getrennt in den Boxen gehalten. Durch einen Gitterschieber werden sie sich sehen, riechen und leicht berühren können.

Ein direkter Kontakt ist jedoch in dieser Zeit nicht vorgesehen. Bis es dazu kommen wird, ist ein langer Weg zu beschreiten. Vorher muss Jule das große Freigehege kennen lernen und sich dort sicher fühlen. Es muss für sie eine vertraute Umgebung werden. Die „Draußenzeiten” der Bären werden abwechselnd erfolgen. Mal ist Max draußen und wenn er zurück in die Box geht, kommt Jule raus, usw.. Erst wenn man im Tierpark relativ sicher seien kann, dass sich die Tiere gegenseitig akzeptieren und eine körperliche Attacke von Max auszuschließen ist, wird eine Zusammenkunft stattfinden.

Wann die neue Braunbärin sich zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigen wird, ist jedoch heute noch nicht abzusehen. Der Heimat-Tierpark Olderdissen bittet die Besucher um Verständnis und Geduld.

Die Eichhörnchenanlage

Eichhörnchen besitzen ein großes Aktivitätsbedürfnis. Geräumige Gehege mit genügend Licht und Sonne sowie einem großzügigen Innenkomfort sind wesentliche Voraussetzungen für eine artspezifische Haltung. Nur so lassen sich auf Dauer gesunde Tiere halten, die ihrem arttypischem Verhalten entsprechend aktiv sind und damit das Interesse der Besucher auf sich ziehen.

Anfang März 2000 wurde ein neues Gehege im Heimat-Tierpark Olderdissen fertiggestellt. Es ist in das gemeinsame Areal des Streichelzoos und Spielplatzes mit eingebunden, so dass spielende Kinder die beliebten Eichhörnchen beobachten können.

Das Gehege selbst wurde optisch in die Gesamtanlage des Tierparks um den alten Sattelmeierhof Olderdissen, einem bäuerlichen Anwesen, angepaßt. Es besteht unter anderem aus einer Bleichhütte mit benachbartem Bienenhaus und empfindet einen kleinen Teil der früher vielfältigen bäuerlichen Kulturlandschaft historisch nach.

Das Mäuse- und Rattenhaus


Mäuse und Ratten kennt eigentlich fast jeder Besucher des Heimat-Tierpark Olderdissen. Und die meisten möchten diesen Tieren persönlich nicht begegnen. In dem im November 1999 fertiggestellten Mäuse- und Rattenhaus in Olderdissen ist das jedoch etwas ganz anderes. In dieser Anlage wurde der typische Lebensraum der Hausmaus, die Vorratskammer und der Hausratte, der Dachboden, detailgetreu rekonstruiert. Hier kann man nun, getrennt durch eine Glasscheibe, die kleinen aktiven Tiere in ihrem Umfeld beobachten.

Wußten Sie übrigens, daß Nagetiere, zu denen auch Ratten und Mäuse gehören, über 50 Prozent der heute lebenden Säugetiere ausmachen? Wußten Sie, daß Populationen der vielfältigsten Arten auf der ganzen Welt zu finden sind und die Hausratte in Nordeuropa so gut wie ausgestorben und auf der Roten Liste als "stark gefährdete Art” ausgewiesen ist?


Vielfrassanlage

Besucher können Vielfrasse, die zur Unterfamilie der Marderartigen gehört, in der rund 1.200 m² großen Anlage beobachten. Durch eine große Aussichtsterasse erhalten Interessierte einen freien und weiten Blick in die Anlage und auf die sehr lebhaften und tagaktiven Tiere. Das Gehege, ausgestattet mit einer Teichanlage und einem Felsmassiv, wurde in der Ausgestaltung an den typischen Lebensraum der Tiere angelehnt. Unter der Aussichtsplattform befindet sich, für Besucher unsichtbar, die Stallung.

Der Bau dieses Geheges konnte durch Finanzmittel des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld und durch eine großzügige Spende von Tierparkförderer Hans Meermann realisiert werden. Die beiden Vielfrasse stammen aus dem Tierpark Springe.

Der Vielfrass hat ein fast bärenartiges Aussehen, gehört aber, biologisch gesehen, zur Unterfamilie der Mustelinae (Marderartigen) und ist der größte Vertreter dieser Gruppe. Der Name Vielfrass ist ein wenig irreführend, denn er leitet sich vom altnordischen "Fjellfrass" ab und bedeutet Felsenkatze. Vielfrasse kommen heute in den Nadelwäldern und Tundren von Nordskandinavien bis Nordsibirien und bis ins nördliche Amerika vor.