Bodenbelastungskarte zeigt positive Werte

Der Boden gehört zu den wichtigsten Lebensgrundlagen jeder Bevölkerung. Es dauert Hunderte von Jahren, bis fruchtbarer Oberboden entsteht. Durch Schadstoffeinträge oder Erosion kann er dagegen in weitaus kürzeren Zeitspannen unumkehrbar geschädigt werden.

Beim Bodenschutz konzentrierte sich die Aufmerksamkeit bisher auf die ermittelten Altlasten. Aussagen über den Bodenzustand in der Fläche waren nur unzureichend möglich. Der Gesetzgeber hat dieser Bedeutung des Bodens durch eine Zusammenfassung und Erweiterung des Bodenschutzrechtes Rechnung getragen.

In der Folge entstand mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW eine so genannte digitale Bodenbelastungskarte für den Bielefelder Außenbereich, bestehend aus einem Kartenwerk bezogen auf verschiedenste Schadstoffarten. Erstellt wurde es durch das Bielefelder Externer LinkInstitut für Umweltanalyse.

Zum Außenbereich gehören die nicht bebauten, überwiegend landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Flächen. 144 Stellen wurden auf Schwermetalle und organische Schadstoffe hin untersucht. Aus den Ergebnissen wurde in einem mathematischen Verfahren eine flächenhafte Darstellung produziert. Die Ergebnisse sind in über 50 Karten zusammengefasst, eine davon ist PDF-Dokument hier (998 Kb) beispielhaft dargestellt.

Die Karte zeigt rot markiert die Bereiche, in denen ein oder mehrere Schwermetalle den Vorsorgewert überschreiten. Eine Überschreitung der Vorsorgewerte ist jedoch unkritisch, weil es sich um eine sehr geringe Abweichung von den Normalwerten handelt. Erst das Erreichen höherer Werte, so genannter Prüfwerte, hätte weitergehende Untersuchungen zur Folge. Die Prüfwerte wurden an keiner Stelle der untersuchten Außenbereiche im Stadtgebiet auch nur annähernd erreicht.

Die Kartendarstellung zeigt weiterhin, dass der Teutoburger Wald wie ein Filter Schadstoffe aus der Luft bindet. Auch in den Überschwemmungsgebieten der Bäche konnten höhere Schadstoffgehalte nachgewiesen werden.

Im Fazit kann festgestellt werden, dass weder für das Wohnen noch für die landwirtschaftliche Nutzung Werte gemessen wurden, die zu weiteren Maßnahmen Anlass geben.

Das Kartenwerk wird in den nächsten Jahren kontinuierlich fortgeschrieben und damit in seiner Aussagekraft verbessert. Es wird auf Dauer ein wichtiges Planungs- und Beurteilungsinstrument des Umweltamtes sowie für die Bauleitplanung sein.

Der überwiegend bebaute Innenbereich Bielefelds wurde bisher ausgeklammert, weil dort andere, kompliziertere Rechenverfahren angewendet werden müssen. Da sich hier gewerbliche Betriebe und Verkehr konzentrieren, muss mit einem höherem Belastungsniveau gerechnet werden. Die Erarbeitung dieser Karten wird jedoch vorerst wegen der schwierigen Haushaltslage der Stadt zurück gestellt.


Kontakt

Umweltamt
Martin Meier
Tel. 0521 51-28 83
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