Gipsbergwerk: Neuer Krater in Stieghorst

Abgesperrte Gefahrenstelle
Im ehemaligen Gipsabbaugebiet Stieghorst ist es am 29. November 2017 erneut zu einem Tagesbruch gekommen. Das Loch liegt direkt am Rand eines Privatweges und ist 3,5 Meter breit und 4,5 Meter tief. Der Umweltbetrieb sperrte die Gefahrenstelle umgehend. Inzwischen ist der neue Krater durch den Grundstückseigentümer verfüllt worden.

Im Boden über dem ehemaligen Gipsbergwerk, das bis 1981 betrieben wurde, kommt es immer wieder zu Rissen und Tagesbrüchen, zuletzt im Spätsommer 2016. Ein im Auftrag der zuständigen Bergbehörde NRW, der Bezirksregierung Arnsberg, erstelltes Gutachten ergab, dass auch weiterhin Tagesbrüche und Absenkungen zu erwarten sind.

Die alten Stollen und Kammern unter der Erde komplett aufzufüllen und so weitere Einbrüche der Oberfläche zu verhindern, ist bei einem Raumvolumen von 900.000 Kubikmetern aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar, betonten Stadt Bielefeld und der Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg.

Aufgrund weiterhin drohender Tagesbrüche im Einwirkungsbereich des ehemaligen Gipsbergwerkes Stieghorst weist die Stadt noch einmal darauf hin, dass der in diesem Bereich gelegene Wanderweg gesperrt ist und die im als PDF-Dokument  [1965 KB]Anlage 7 beigefügten Plan rot markierten Flächen nicht betreten werden dürfen.
[15.12.2017]

Ehemaliges Gipsabbaugebiet Stieghorst

Aufgrund weiterhin drohender Tagesbrüche im Einwirkungsbereich des ehemaligen Gipsbergwerkes Stieghorst weist die Stadt darauf hin, dass der in diesem Bereich gelegene Wanderweg gesperrt ist. Darüber hinaus dürfen die im als PDF-Dokument  [1965 KB]Anlage 7 beigefügten Plan rot markierten Flächen nicht betreten werden.
[23.12.2016]
Der Rohstoff Gips wurde am Standort Bielefeld Stieghorst sowohl im Tage- als auch im Tiefbau gewonnen. Dabei sind die Tiefbauaktivitäten jüngeren Datums und erstrecken sich in etwa über den Zeitraum 1966 bis 1981. Die Anfänge des Tagebaus gehen bis in das Jahr 1913 zurück. Der untertägige Gipsabbau wurde durch die "Gipsbergwerk Stieghorst GmbH und Co. KG" aus Paderborn ausgeführt.

Nach der Stilllegung des Gewinnungsbetriebes traten mehrere Tagesbrüche, Erdspalten sowie großräumige Senkungsmulden im Einflussbereich des ehemaligen Bergwerkes auf. Neben den genannten und dokumentierten Schadensfällen wurden wiederholt durch Anwohner Ereignisse ("Wahrnehmungen") wie zum Beispiel Geräuschentwicklungen und vermutete Setzungen der Bergbehörde mitgeteilt, bei denen seitens der Betroffenen ein Zusammenhang mit dem ehemaligen Bergbaubetrieb gesehen wurden.

Im August 2016 kam es zu einem erneuten Schadensereignis. Die Stadt Bielefeld nahm dies zum Anlass, gemeinsam mit der Abteilung Bergbau und Energie in NRW, angesiedelt bei der Bezirksregierung Arnsberg, zu einer Bürgerinformationsveranstaltung einzuladen. Am 19. September 2016 kamen rund 200 Interessierte in die Wilhelm Murnau-Gesamtschule Stieghorst, wo sie über das Gefährdungspotenzial informiert wurden.
Kernaussage des dort vorgestellten Gutachtens der Fachstelle für Baugrund- und Bebauungsfragen in Bergbaugebieten war, dass zwar auch künftig im Bereich des ehemaligen Gipsbergwerk in Stieghorst weitere Stollen einbrechen können. Wohnhäuser sind davon aber nicht betroffen, die Schäden beträfen ausschließlich forst- und landwirtschaftlich genutzte Flächen.


Das Gutachten mit Anlagen

Geotechnisch-markscheiderische Bewertung Gipsgrube Stieghorst


Kontakt

Stadt Bielefeld
Amt für Verkehr
Andreas Bösel
Tel. 0521 51-2810
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Bezirksregierung Arnsberg
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