Das Bielefelder Kanalnetz

Bei Entwässerungssystemen unterscheidet man zwischen Mischkanalisation und Trennkanalisation.

Mischkanalisation bedeutet, dass Schmutzwasser und Regenwasser zusammen durch einen gemeinsamen Kanal fließen.

Da von den Kanälen und Kläranlagen aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nur eine bestimmte Abwassermenge aufgenommen werden kann, ist es erforderlich, an bestimmten Stellen in der Mischwasserkanalisation sogenannte Regenentlastungsanlagen anzuordnen.
Bei diesen Entlastungsanlagen wird der Teil des Abwassers, der bei Regenfällen nicht mehr in der Kanalisation abgeleitet werden kann, unter festgelegten Bedingungen einem Gewässer zugeleitet oder in Regenbecken zwischengespeichert und zeitverzögert zur Kläranlage abgeleitet. Nur bei sehr starken Regenfällen kommt es zu einer solchen Einleitung in Gewässer. Insgesamt sind im Bielefelder Mischentwässerungssystem 42 Regenbecken vorgesehen, von denen bereits 40 hergestellt wurden.

Die Trennkanalisation, die in Bielefeld überwiegt, stellt getrennte Kanäle für Schmutzwasser und Regenwasser bereit. Das Schmutzwasser wird im Klärwerk gereinigt. Das Regenwasser wird, wenn es von Flächen aus Wohngebieten stammt oder nur gering verschmutzt ist, in das nächstgelegene Oberflächengewässer (Bach, Teich o. ä. ) eingeleitet. Bei stärkerer Verschmutzung muss es vor der Einleitung in einem Regenklärbecken vorgereinigt werden.

Aus diesem Grund darf natürlich kein Schmutzwasser in den Regenwasserablauf eingeleitet werden. Das Autowaschen mit Reinigungsmitteln am Straßenrand oder das Ausgießen des Putzeimers in den Gully verschmutzen direkt das nächste Gewässer und sind aus dem Grund nicht erlaubt!

› Wie sieht das Bielefelder Kanalnetz im Einzelnen aus?
rd. 280 km Mischwasserkanäle
rd.760 km Schmutzwasserkanäle
rd.714 km Regenwasserkanäle
rd. 82 km Druckrohrleitungen
Das Bielefelder Kanalnetz (Hauptkanäle) ist somit 1.836 Kilometer lang. Hinzu kommen noch ca. 950 Kilometer Anschlusskanäle.

› ...und wie alt ist es?
bis 25 Jahre alt rd. 30% der Kanäle
25 bis 50 Jahre alt rd. 58% der Kanäle
51 bis 75 Jahre alt rd. 5% der Kanäle
76 bis 100 Jahre alt rd. 7% der Kanäle
über 100 Jahre alt weniger als 1% der Kanäle
Aus den Altersangaben lassen sich Rückschlüsse auf die Aufgaben des Umweltbetriebs ziehen: Die öffentliche Kanalisation muss laufend überprüft und gereinigt werden. Wenn nötig, führt die Stadtentwässerung Reparaturen und Sanierungen durch.