Klärschlammverwertung

Was geschieht mit den Reststoffen aus den drei Bielefelder Klärwerken, die nach der Reinigung des Abwassers im Klärwerk übrig bleiben?
Das sind pro Jahr rund
580 Tonnen Sandfanggut
1.150 Tonnen Rechengut und
18.860 Tonnen Klärschlamm
Das Sandfanggut wird zur Zeit zur Rekultivierung der Bocklanddeponie in Bremen genutzt, das Rechengut in der Müllverbrennungsanlage verbrannt. Der Klärschlamm jedoch kann verwertet werden, denn er ist ein wertvoller Dünger. Er entsteht bei der Zersetzung der organischen Bestandteile des Abwassers im Faulbehälter eines Klärwerks. Etwa 0,1 Prozent der behandelten Abwassermenge bleibt als Klärschlamm übrig.

Klärschlamm enthält Stickstoff, Kalium und Phosphor in boden- und pflanzenverfügbarer Form. Wer mit Klärschlamm düngt, kann entsprechend den Einsatz von Mineraldüngern reduzieren und damit natürliche Ressourcen schonen. Dank moderner Technik hat sich der Klärschlamm zu einem wertvollen Dünger entwickelt.

Das Thema Klärschlamm war nicht immer positiv besetzt - in den 70er Jahren gab es viele Negativ-Schlagzeilen wegen hoher Schwermetallgehalte. Durch verschiedene Maßnahmen, z. B. die verbesserte Klärtechnik, die intensive Überwachung der Indirekteinleiter und die Aufklärung der Bevölkerung über die Giftigkeit bestimmter Chemikalien hat sich die Qualität inzwischen erheblich verbessert.

Die Klärschlammverordnung und das Düngemittelgesetz schützen die Landwirte sowie letzendlich die Verbraucher vor negativen Folgen der Klärschlammverwertung. Kein anderer Dünger wird so häufig und so ausführlich untersucht wie der Klärschlamm. Der Bielefelder Klärschlamm unterschreitet die vom Gesetzgeber festgelegten Schadstoff-Grenzwerte mittlerweile im Durchschnitt um 77 Prozent.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz gibt der Verwertung des Klärschlamms Vorrang gegenüber der Deponierung und der Verbrennung. Entsprechend gelangt Bielefelder Klärschlamm zu je einem Drittel in folgende Verwertungsschienen:
  • Verwertung als Dünger in der Landwirtschaft,
  • Verwertung in der Rekultivierung,
  • Kompostierung und anschließende Verwertung im Garten- und Landschaftsbau.
Dabei erfolgt der Einsatz aus ökologischen Gründen möglichst ortsnah, in jedem Fall aber innerhalb Deutschlands.
Es ist zu erwarten, dass das Thema Klärschlamm/Klärschlammverwertung künftig wesentlich kritischer betrachtet wird, da zusätzlich zu den in der Tabelle genannten Schadstoffen weitere Stoffe hinzukommen, für die festgelegte Grenzwerte einzuhalten sind.