Antworten auf häufig gestellte Fragen

Stand März 2015
Welche Zeitplanung besteht für die Straßensperrungen und Baumaßnahmen?
Im Sommer 2013 wurde, vor dem eigentlichen Baubeginn, die Sohlsanierung des Lutterkanals im Bereich zwischen Siekerwall und Ravensberger Straße in Angriff genommen. Die Bauarbeiten dauerten knapp sechs Monate und wurden im Dezember abgeschlossen. Die Sohlsanierung diente in erster Linie der Gefahrenabwehr. Im Januar 2015 wurde mit der Sanierung des Lutterkanals in offener Bauweise zwischen Teutoburger Straße und Niederwall begonnen. Die Baustelle wandert in dieser Phase in Abschnitten von ca. 60 - 80 m Länge von der Teutoburger Straße aus „aufwärts” in Richtung Niederwall. Die Bauarbeiten werden inklusive Straßenbau voraussichtlich im Jahr 2018 abgeschlossen sein.

Wie erfolgt die Gesamtkoordination aller Gewerke (Kanalsanierung, Versorgungsleitungen, Straßenbau, Offenlegung Lutter, Straßenbegrünung)?
Die Stadtverwaltung hat für die Baumaßnahme seit August 2012 eine Projekt- und eine Steuerungsgruppe aus den verschiedenen Ämtern und Einrichtungen der Stadt Bielefeld eingerichtet, da in die Planungen unbedingt die Beteiligten zu integrieren sind. Für den 1. Bauabschnitt ab 2015 werden in weiteren Informationsveranstaltungen Vertreter aller beteiligten Institutionen bereitstehen. Zudem wurde an der Turnerstraße/Ecke Hermannstraße ein Bürgerinformationsbüro eingerichtet.

Wie oft sind bisher Hochwasserereignisse eingetreten?
Im Bereich des Stauteichs 1 kann man anhand von Marken die Hochwasserereignisse aus verschiedenen Jahren ablesen. Diese Marken wurden aber nicht regelmäßig gesetzt. Die letzte große Überstauung trat 1979 auf. Damals stand die Turnhalle des Waldhof-Gymnasiums unter Wasser. Durch den ständigen Ausbau des Stadtgebiets werden die Kanäle im Innenstadtbereich immer stärker beansprucht.

Wir haben die Information erhalten, dass für unser Haus ein sogenanntes Beweissicherungsverfahren durchgeführt werden soll. Was bedeutet das genau?
Es geht um die Erfassung des aktuellen Bauzustandes kurz vor der Baumaßnahme. Die Beweissicherung erfolgt durch einen fachkundigen Gutachter aus dem konstruktiven Ingenieurbau. Das Beweissicherungsverfahren ist für alle Gebäude vorgesehen, die direkt an der Ravensberger Straße liegen.

Ich wohne in einem Hinterhaus an der Ravensberger Straße- wird auch mein Haus einem Beweissicherungsverfahren unterzogen?
Gebäude, die als sogenannte Hinterlieger gelten, sind hiervon nicht betroffen, da ein ausreichender Abstand zu der Baugrube in der Ravensberger Straße besteht.

Wann werden wir über den Termin für das Verfahren benachrichtigt?
Mit der Erfassung der Gebäude wird vor dem jeweiligen Bauabschnitt begonnen. Da es um die Erfassung des aktuellen Bauzustandes kurz vor der Baumaßnahme geht, sind frühere Besichtigungstermine nicht sinnvoll. Der Gutachter wird sich rechtzeitig mit den betroffenen Anliegern in Verbindung setzen um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.

Was geschieht mit den Versorgungsleitungen zu den Häusern?
Während der kompletten Bauzeit ist die Versorgung der Anlieger gewährleistet – kurzfristige Unterbrechungen der Versorgung bei Umklemmarbeiten der Versorgungsleitungen und Hausanschlüsse sind möglich. Im Zuge der Vorbereitung zur Sanierung in offener Bauweise müssen zahlreiche Versorgungsleitungen umgelegt und neu verlegt werden. Das geschieht vorlaufend (vor dem Kanalbau) und nachlaufend (nach dem Kanalbau).

Kanalanschlussprüfung – wer ist dafür verantwortlich?
Grundsätzlich gilt, dass Grundstückseigentümer für ihre Hausanschlussleitungen an den Kanal selbst verantwortlich sind. Unter Hausanschlussleitungen versteht man Leitungen, die hinter der privaten Grundstücksgrenze verlaufen sowie Schächte und Inspektionsöffnungen auf dem Grundstück.

Wurde das aktuelle Problem der Geruchsbelästigung in der Ravensberger Straße bei den Planungen ausreichend berücksichtigt?
Ja, neben der Erneuerung der Lutter ist auch eine Erneuerung der vorhandenen Schmutzwasserkanalisation vorgesehen. Die deutlich verbesserten strömungstechnischen Verhältnisse durch die Neuverlegung der Kanäle und die Reduzierung der Schächte, schließen künftig Geruchsbelästigungen weitestgehend aus.

Wie wird die Leerung der Müllbehälter während der Bauphasen organisiert?
Die Abfallentsorgung wird zu jeder Zeit sichergestellt. Das bedeutet, dass die Anwohner ihre Mülltonnen nicht mehr auf die Straße stellen müssen, sondern alle Tonnen werden von den Mitarbeitern des Umweltbetriebes am Haus abgeholt und wieder zurück gestellt. Dafür wird ein gesonderter Abholungsplan erstellt und frühzeitig ausgeteilt.

Wie ist für die Anlieger die Zuwegung gewährleistet? Wie werden zum Beispiel Krankentransporte und Güterumschläge gewährleistet?
Die Anfahrbarkeit ist während der offenen Sanierung eingeschränkt. Die fußläufige Erreichbarkeit der Häuser ist kontinuierlich sichergestellt. Die individuellen Belange können vor Ort geregelt werden (Info-Büro).

Wie können unter den Zuwegungsbedingungen Feuerwehreinsätze gewährleistet werden?
Die Planung findet in enger Abstimmung mit der Feuerwehr statt. Die so genannte Anleiterbarkeit (d.h. dass die Feuerwehr mit ihren Drehleitern jedes Haus erreichen kann), bzw. die Rettung aus den Häusern wird kontinuierlich sichergestellt.

Werden sich aufgrund der Sanierungsmaßnahmen die Anliegerbeiträge erhöhen?
Nein, die Anliegerbeiträge werden sich nicht erhöhen. Anliegerbeiträge werden nach dem Kommunalabgabegesetz (KAG) nicht fällig, da die Nutzungsdauer der Ravensberger Straße noch nicht abgelaufen ist.

Wie wird die Straße nach abgeschlossener Baumaßnahme wiederhergestellt?
Hinsichtlich der Wiederherstellung und Gestaltung der Straße ist das Amt für Verkehr zuständig. Der tatsächliche Ausbaustandard wird letztlich durch einen politischen Beschluss festgelegt. Es ist das Ziel aller Beteiligten, einen schön gestalteten Straßenraum herzustellen. Möglich ist auch eine Offenlegung der Lutter. Weitere Informationen dazu können auf dieser Webseite im Bereich „Offenlegung der Lutter” eingesehen werden.

Wird die 7km/h-Zone in der Ravensberger Straße auch nach Abschluss der Baumaßnahme beibehalten?
Für die Festsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten die gleichen Bedingungen, wie für die Gesamtmaßnahme „Wiederherstellung Ravensberger Straße”. Auch hier wird der Ausbaustandard durch einen politischen Beschluss festgelegt. Die Beschilderung als verkehrsberuhigter Bereich (sog. „Spielstraße”) ist weiter vorgesehen.

Wie wird der Lutterkanal saniert?
Darüber hat der Rat am 29. März 2012 und am 20. März 2014 entschieden. Bei der beschlossenen Sanierung handelt es sich um eine Kombination aus offener und geschlossener Bauweise. Die Sanierung erfolgt in mehreren Phasen. In der ersten Phase wurde die Sohle des Lutterkanals zwischen dem Siekerwall und der Teutoburger Straße saniert. In der zweiten Phase wird der Lutterkanal zunächst im Bereich zwischen Teutoburger Straße und Siekerwall in offener Bauweise saniert. Im Abschnitt zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I kommt anschließend die geschlossene Bauweise (Inliner) zum Einsatz. Vor oder parallel zu den Sanierungsmaßnahmen im Inlinerverfahren wird dann das notwendige Regenrückhaltebecken an der Teutoburger Straße und der erweiterte Bypass im Park der Menschenrechte gebaut.

Wie teuer ist die Gesamtmaßnahme?
Die Sanierung des Lutterkanals in der Ravensberger Straße zwischen Niederwall und Stauteich I kostet die Stadt Bielefeld auf Grundlage der konzeptionellen Entwurfsplanung voraussichtlich rund 31 Millionen Euro. Davon entfallen rund acht Millionen Euro für die notwendige Regenrückhaltung. Zirka drei Millionen Euro sind für die Verlegung des Schmutzwasserkanals vorgesehen, der huckepack auf dem Lutterkanal verläuft. Eingerechnet sind auch die voraussichtlichen Kosten der späteren Sanierung der verrohrten Lutter am Waldhof von rund 900.000 bis eine Million Euro.

Wer zahlt das?
Die verrohrte Lutter wird zwar „Lutterkanal” genannt, es handelt sich aber um ein verrohrtes Gewässer und keinen Bestandteil der öffentlichen Kanalisation. Deshalb kann die Sanierung nicht über Gebühren refinanziert werden, das Geld dafür kommt aus dem Kernhaushalt der Stadt Bielefeld. Anders ist es bei der Sanierung des Schmutzwasserkanals und der Regenrückhaltung. Sie können über die Entwässerungsgebühren refinanziert werden.

Wann geht es los?
Da der Bielefelder Rat beschlossen hat, wie der Lutterkanal saniert werden soll und wie die Regenrückhaltung gewährleistet wird, kann die Verwaltung jetzt planen und ausschreiben. So können die Kanalbauarbeiten in der Ravensberger Straße zwischen Teutoburger Straße und Siekerwall voraussichtlich im Oktober 2014 beginnen. Bereits im Mai 2014 starteten die Arbeiten mit der Verlegung der Versorgungsleitungen durch die Stadtwerke Bielefeld. Im Januar 2015 starten die eigentlich Baumaßnahmen zur Sanierung des Lutterkanals.

Wie ist der zeitliche Ablauf der Sanierung?
Die Verwaltung rechnet mit insgesamt etwa vier Jahren Sanierungszeit für den Bereich zwischen Teutoburger Straße und Siekerwall (Bauabschnitt I). Das heißt: Der Start der Sanierungsarbeiten findet im Jahr 2015 statt. Im Bauabschnitt I laufen die Kanalbauarbeiten inklusive Straßensanierung bis 2018. 2015 beginnen auch die Arbeiten für den erweiterten Bypass im Park der Menschenrechte. Danach startet die Inlinersanierung zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I (Bauabschnitt II). Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt sollen gut zwei Jahre dauern, beginnend 2019 könnten sie also 2021 beendet sein. Das Regenrückhaltebecken an der Teutoburger Straße wird vor Bauabschnitt II gebaut. Bauzeit pro Becken/Bypass: zirka ein Jahr.

An wen kann ich mich als Bürgerin oder Bürger mit meinen Fragen zur Sanierung des Lutterkanals wenden?
Für Fragen zum Bauvorhaben wurde an der Turnerstraße/Ecke Hermannstraße ein Bürgerinformationsbüro eingerichtet. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie sich auch direkt an den Bauleiter wenden: Mobil 0151/44 14 60 93
Daneben finden Sie auf diesen Internetseiten immer die neuesten Informationen zur Sanierung des Lutterkanals.

Was ist ein Inliner?
Es gibt verschiedene Inliner-Lösungen. Für den Bereich zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I ist ein glasfaserverstärktes Kunststoffrohr vorgesehen, das in den schadhaften Lutterkanal eingebaut wird. Diese GFK-Rohre dichten nicht nur ab, sondern sorgen auch dafür, dass der Kanal wieder die statischen Anforderungen erfüllt. Vorteil dieser Sanierungsform: Im Vergleich zur offenen Bauweise müssen hier nur abschnittsweise Erdarbeiten ausgeführt werden, das meiste passiert unterirdisch. Nachteil bei einer Inlinersanierung ist der Querschnittverlust des Kanals. Deshalb muss als Ausgleich vor oder parallel zur Sanierung ein Regenrückhaltebecken gebaut werden.

Was ist eine Heberleitung?
Bei der Inlinersanierung des Lutterkanals zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I sind während der kompletten Bauzeit zwei Heberleitungen notwendig. Es handelt sich in diesem Fall um Stahlleitungen, durch die das im Kanal abfließende Wasser abschnittsweise oberirdisch umgeleitet wird.

Was bekommen die Anliegerinnen und Anlieger von der Kanalsanierung mit?
Bei der geplanten offenen Sanierung wird der Bereich zwischen Siekerwall und Teutoburger Straße zur offenen Baustelle. Bei der geplanten Inlinersanierung zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I läuft das meiste unterirdisch, allerdings wird es abschnittsweise kleinere offene Baugruben geben.

Wie lange hält der sanierte Lutterkanal?
Bei der Erneuerung mit einem Stahlbetonprofil in modifizierter offener Bauweise rechnet man mit einer Abschreibungsdauer von 70 Jahren. Beim Inlinerverfahren beträgt die Abschreibungsdauer 50 Jahre. Genutzt werden können die Kanäle erfahrungsgemäß über die Abschreibungszeit hinaus.

Wozu dient das geplante Regenrückhaltebecken?
Das Becken ermöglicht grundsätzlich die Sanierung des Lutterkanals im Inlinerverfahren. Hintergrund: Durch die Verwendung des Inliners verringert sich der Querschnitt entscheidend und damit auch das Abflussvermögen des Kanals. Das Regenrückhaltebecken soll einen Teil des anfallenden Wassers speichern, das im Lutterkanal abfließt, um eine Überlastung des Kanals zu vermeiden. Dazu kommt, dass die Wasserspiegellagen den Betrieb des vorhandenen Regenüberlaufbeckens in der Turnerstraße beeinflussen. Dort wird nämlich das anfallende Mischwasser bei Regen gesammelt und vor der Einleitung in die Lutter geklärt. Das geplante Regenrückhaltebecken soll hier Entlastung schaffen.

Was geschieht mit den Plänen zur Offenlegung der Lutter in der Ravensberger Straße?
Die Offenlegung der Lutter im Grünzug in der Ravensberger Straße erfolgt durch Pro Lutter e.V. und ist mit der Luttersanierung und Straßenwiederherstellung abzustimmen. Hintergrund ist, dass nur ein kleiner Teil des Lutterwassers durch das neue Bachbett fließen kann. Der weitaus größte Teil muss weiter durch die unterirdische Verrohrung abgeleitet werden.