Lutteroffenlegung

Ein Gewinn für Bielefeld
Sanierung Lutter Regenrückhaltebecken Lutteroffenlegung


Was verbindet die Frage der Lutter-Offenlegung mit der Frage Luttersanierung? Beide Fragen sind sehr eng verzahnt. Denn die Entscheidung zur Offenlegung der Lutter hat Konsequenzen für die künftige oberirdische Gestaltung der Ravensberger Straße wie für die unterirdischen Leitungstrassen der Stadtwerke.

Zum Hintergrund: Die Lutter soll in der Bielefelder Innenstadt wieder offen fließen. Dieses Ziel hat sich der Verein Externer LinkPro Lutter e.V. gesetzt. Er möchte den verrohrten Bach auf insgesamt rund 2.400 Metern Länge aus dem Untergrund holen – zumindest Teile des Lutterwassers sollen wieder sichtbar fließen. Der erste Abschnitt im Park der Menschenrechte am Gymnasium am Waldhof ist schon fertig und bei den Bielefeldern sehr beliebt.

Offen gelegter Bachlauf der Lutter im Park der Menschenrechte
Ziel des Vereins Pro Lutter ist ein offen gelegter Bachlauf durch die Ravensberger Straße, vom Niederwall bis zum Stauteich 1.

Sanierung vor Offenlegung: Die Freilegungspläne von „pro Lutter” sind direkt an das Großprojekt „Luttersanierung” der Stadt Bielefeld geknüpft. Deshalb hatte der Rat der Stadt Bielefeld am 04.11.2010 der Verwaltung einen PDF-Dokument Prüfauftrag zu den Planungen des Vereins Pro Lutter e.V. erteilt. Danach soll bei den Planungen zur Sanierung des Lutterkanals in der Ravensberger Straße auch die Möglichkeit einer Teiloffenlegung der Lutter im Bereich zwischen Teutoburger Straße und Niederwall – sowie darüber hinaus die Möglichkeit einer Teiloffenlegung der Lutter vom Niederwall bis zum Gymnasium Am Waldhof – geprüft werden.

Die Ergebnisse der Prüfung wurden von der Verwaltung mit PDF-Dokument  [61 KB]Drucksachen-Nr. 5429/2009-2014 und dem Nachtrag PDF-Dokument  [1379 KB]Drucksachen-Nr. 5429/2009-2014/1 den politischen Gremien vorgelegt.
Nach umfassender Beratung und Beteiligung der Anwohnerschaft hat der Rat der Stadt am 18.07.2013 der Offenlegung zugestimmt.

Der Ratsbeschluss im Wortlaut:
1. Der Rat nimmt das Ergebnis des Prüfauftrages zur Offenlegung der Lutter im Bereich der Ravensberger Straße zur Kenntnis.
2. Die Offenlegung der Lutter in der Ravensberger Straße wird im Zuge der Sanierungsmaßnahme der verrohrten Lutter durchgeführt, sobald die Finanzierung für die Offenlegung gesichert ist. Dabei beteiligt sich die Stadt Bielefeld nicht an dieser Finanzierung.
3. Der Rat beschließt die Umgestaltung der Ravensberger Str. zwischen Niederwall und Teutoburger Str. entsprechend der vorgelegten Planung als Grundlage auch für die weitere Detailplanung der Sanierungsmaßnahme verrohrte Lutter. Darin ist bereits eine Trasse für die Offenlegung der Lutter reserviert.
4. Der Offenlegung der Lutter von der Teutoburger Str. bis zum Stauteich 1 als Projekt des Vereins Pro Lutter wird weiterhin hohe Priorität eingeräumt. Die Verlegung einer Zuleitung vom Waldhof soll mit der Bezirksregierung als Teil der Fördermaßnahme abgestimmt, vom Verein Pro Lutter geplant und im Rahmen der Sanierungsmaßnahme gemeinsam mit der Stadt Bielefeld umgesetzt werden. Die Finanzierung der Zuleitung obliegt allein dem Verein Pro Lutter.

Auf der Grundlage dieses Beschlusses sollte die (Teil-)Offenlegung der Lutter in der Ravensberger Straße nach bisheriger Planung im Zuge der Wiederherstellung der Straßenoberfläche im Zeitraum 2017 – 2018 durchgeführt werden.

Wichtigster Baustein der Finanzierung war und ist eine Förderung des Offenlegungsprojektes aus Mitteln für den Gewässerbau durch das Land NRW. Bisher wurde davon ausgegangen, dass die max. Förderquote von 90 Prozent der Baukosten erreicht werden könnte und der 10-prozentige Eigenanteil über den Verein Pro Lutter e.V. erbracht wird, der sich um die Einwerbung entsprechender Unterstützung von Dritten bemüht hat.

Im Laufe des Jahres 2016 stellte sich heraus, dass dieser Förderweg nur noch eingeschränkt möglich ist; durch die entstehende Finanzierungslücke würde das Projekt in Frage gestellt.
Aus diesem Anlass wurden die politischen Gremien mit der PDF-Dokument Drucksachen-Nr. 3935/2014-2020 über den Sachstand und die Handlungsoptionen informiert.

Daraufhin hat der Rat am 08.12.2016 auf PDF-Dokument Initiative des Stadtentwicklungsausschusses PDF-Dokument  [8 KB]beschlossen, die bisherige Projektplanung weiter zu verfolgen und seinen Beschluss vom 18.07.2013 dahin gehend abgeändert, dass nunmehr für die Offenlegung in der Ravensberger Straße eine Förderung aus Städtebaumitteln angestrebt und hierbei einer finanziellen Beteiligung der Stadt in Höhe von 10 Prozent zugestimmt wird.

Die weitere Zeitplanung könnte nun so aussehen:
  • Beantragung von Fördermitteln und Durchführung der notwendigen Genehmigungsverfahren im Herbst 2017
  • Nach Bewilligung von Fördermitteln (voraussichtlich 2018) anschließende Ausschreibung der Arbeiten zur Wiederherstellung der Straße einschließlich Offenlegung der Lutter
  • Bauphase 2019 – 2020