Bauabschnitt 1


Erste Vorarbeiten

Unabhängig vom Ratsbeschluss wurde im Jahr 2013 zur Vorbereitung der Sanierung am Bolbrinkersweg ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Kubikmetern gebaut. Das Becken dient einerseits der Entlastung des nachfolgenden Entwässerungsnetzes und schafft andererseits gleichzeitig die Voraussetzung für eine Sanierung des oberhalb gelegenen Gadderbaumer Kanalnetzes wie beispielsweise Eggeweg und Artur-Ladebeck-Straße.

Verfüllte Sohle, rechts im Bild die Wasserhaltung, in die das Wasser aus dem Kanal umgeleitet wurde.
Ein anderer, sehr wichtiger Schritt in der Vorbereitungsphase war die Sanierung der Sohle des Kanals. In einer aufwendigen Aktion wurde dafür zwischen dem Siekerwall und der Teutoburger Straße die Sohle des Kanals mit schnell trocknendem Spezialbeton ausgegossen, um einen so genannten hydraulischen Grundbruch (Bruch der Sohle) zu verhindern. Die Betonierung der brüchigen Sohle war Voraussetzung für die anschließende offene Sanierung des maroden Lutterkanals und diente zugleich der Reduzierung der Einsturzgefahr. Innerhalb der geplanten Bauzeit von sechs Monaten wurden bis Ende Dezember 2013 insgesamt 400 m3 Spezialbeton und 30 Tonnen Baustahl in der nur 1,62 Meter hohen Röhre auf einer Länge von 700 Metern verbaut.

Der Sanierungsplan

Im Januar 2015 hat der erste Sanierungsabschnitt begonnen. Im ersten Bauabschnitt dreht sich alles um die Sanierung der verrohrten Lutter unterhalb der Ravensberger Straße zwischen Niederwall bis hin zur Teutoburger Straße. Hier wird in offener Bauweise der Kanal komplett erneuert.

Bevor diese Arbeiten allerdings beginnen können, müssen die vielen Versorgungsleitungen, die unterhalb der Ravensberger Straße platziert sind, aufgrund der offenen Bauweise verlegt werden. Darüber hinaus muss die Versorgung mit Gas, Wasser, Strom und Fernwärme auch während der Baumaßnahme sichergestellt sein. Diese Baumaßnahmen, ausgeführt von den Stadtwerken Bielefeld, werden vor, während und nach der Lutter-Sanierung ausgeführt.

Neben der Herstellung der Trassenfreiheit für die Lutter-Sanierung muss auch die zukünftige Straßenausbauplanung und eine mögliche Offenlegung der Lutter berücksichtigt werden. Dazu kommt, dass bei der Bauausführung erhebliche restriktive Brandschutzauflagen der Feuerwehr mit dem Ziel der höchstmöglichen Sicherheit für die Anliegerinnen und Anlieger berücksichtigt werden müssen. Dies erfordert eine enge Abstimmung unter allen Projektbeteiligten und bedeutet eine hochkomplexe Planungsleistung für die Ingenieurinnen und Ingenieure. War die Beeinträchtigung der Bewohnerinnen und Bewohner in der Ravensberger Straße in 2013 noch eher begrenzt, wird die Belastung ab 2015 durch die offene Bauweise erheblich steigen. Baulärm, Staub, Verkehrsbehinderungen und fehlende Parkplätze zählen zu den Beeinträchtigungen, die sich nicht vermeiden lassen.

So wurde gebaut

Der 1. Bauabschnitt bei der Sanierung der verrohrten Weser-Lutter war technisch und planerisch besonders herausfordernd. Als erstes wurden die Versorgungsleitungen der Stadtwerke und ein großer Schmutzwassersammler umgelegt um für die kommenden Ausgaben eine Trassenfreiheit zu gewähren. Denn im Anschluss wurde, ausgehend von der Teutoburger Straße in Richtung Niederwall, eine bis zu sechs Meter breite und fünf Meter tiefe Hauptgrube gegraben um den alten Lutterkanal freizulegen. In mehreren etwa 20 Meter langen Teilstücken konnte so der alte Lutterkanal freigelegt werden. Dann hat man mit einer Fräse den oberen Teil des alten Kanals abgetragen und durch die neuen Fertigteil-Elemente ersetzt. Neben den logistischen und planerischen Herausforderungen musste dabei auch noch sichergestellt werden, dass während der Verlegearbeiten das gesamte Lutterwasser frei abfließen konnte. Die Arbeiten liefen so gut, dass der vorgegebene enge Zeitplan gut eingehalten werden konnte. Abgeschlossen wurde der 1. Bauabschnitt mit der Untertunnelung des Niederwalls für den Lutter-Bypass.