Betriebsausschuss des Umweltbetriebes (UWB) nimmt Beschlussvorschlag zur Alternativenprüfung einer Regenrückhaltung bei Luttersanierung zu Kenntnis

06.12.2012
Über die Erweiterung der Alternativen bei der Prüfung der Regenrückhaltung im Rahmen der Luttersanierung hat sich am Mittwoch der Betriebsausschuss des Umweltbetriebes informieren lassen. Da die Bezirksvertretung Mitte erst in der Sitzung am 17. Januar über den Beschlussvorschlag der Verwaltung beraten wird, hat der Betriebsausschuss des UWB am 05. Dezember die Beschlussvorlage zunächst in erster Lesung zur Kenntnis genommen.

Auf großes öffentliches Interesse stieß die Ausschusssitzung bei den von den Sanierungsplanungen betroffenen Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb wurde die Sitzung kurzfristig in den Ratssaal verlegt.

Zu Beginn wurden die Mitglieder des Betriebsausschusses UWB und Gäste von den drei Fachgutachtern über den aktuellsten Stand der Untersuchungen und Planungen in Sachen Luttersanierung und über die weiteren Schritte informiert.

Die Baugrundverhältnisse erläuterte Bodengutachter Dr. Loh umfassend anhand Karten und Fotomaterial.

Seinen komplexen Fachvortrag fasste der Bodenexperte mit folgenden Worten zusammen: Für die geplante offene Bauweise in der schmalen Ravensberger Straße habe die Kenntnis der Bodenverhältnisse und des Grundwassers erhebliche Relevanz, denn eine Bautiefe bis auf 6 Meter sei durch die enge Bebauung schwerlich zu realisieren. Die Analysen hätten ergeben, dass man bis auf „halbe Tiefe” des alten Kanals gehen könne. Offene Grundwasserhaltungsarbeiten seien machbar.

Im anschließenden Vortrag des Fachingenieurs Herrn Schmitz, Unternehmensgruppe ZERNA Planen und Prüfen GmbH, erfuhren Politik und Gäste die weiteren Detailplanungen in der Ravensberger Straße. Nach erfolgreichem Testlauf im Herbst 2012 ist nach Anschluss der laufenden europaweiten Ausschreibung ab Mitte nächsten Jahres mit der Sohlsanierung im gesamten ersten Bauabschnitt vom Siekerwall bis zur Teutoburger Straße zu rechnen. Die Arbeiten finden weitestgehend unterirdisch statt, so dass die Beeinträchtigung für die Anlieger im nächsten Jahr noch gering sei, versicherte der Experte. Geplant sei, über drei Braugruben von ca. 5 x 3,50 Metern im Verlauf der Ravensberger Straße die unterirdischen Baustellen "anzudienen."
Deutlich machte Fachingenieur Schmitz, dass die geplante Sattelbauweise unter Berücksichtigung der Anforderungen Dritter - z. B. der Feuerwehr: - weiterentwickelt wurde. Eine angepasste Sohlkonstruktion und ein Öffnen des vorhandenen Kanals ermöglichen einen hydraulisch deutlich günstigeren Querschnitt.

Im Ergebnis fasste Ingenieur Schmitz die Komplexität der Baumaßnahmen zusammen: „Wir arbeiten an einer bautechnisch anspruchsvollen Lösung, die es nicht „von der Stange” gibt."

Über hydraulischen Auswirkungen durch die Luttersanierung im Abschnitt Ravensberger Straße und den Zusammenhang zur Regenrückhaltung informierte Dr. Rohlfing von PFI PLANUNGSGEMEINSCHAFT, Hannover.

Um die erweiterte Prüfung einer Regenrückhaltung in der Bielefelder Altstadt geht es in der Beschlussvorlage der Verwaltung, die zunächst über die Ergebnisse aus den beiden Bürgerdialogen zur Regenrückhaltung am 29. Oktober und 12. November 2012 informiert. Anja Ritschel: "Es konnte Konsens über die Erweiterung des Kataloges der zu prüfenden Regenrückhalte-Alternativen auf insgesamt 17 Varianten erzielt werden." Einvernehmen im Dialogverfahren habe es auch über die Ergänzung der bisherigen Prüfkriterien der Verwaltung gegeben.

Die zuständigen Gremien müssen nun dem erweiterten Prüfverfahren zustimmen. Dann sind die Gutachter zur Detailprüfung aller neuen Varianten im erweiterten Katalog gefragt. Auch die Erweiterung des Prüfkriterien-Kataloges bedarf der politischen Zustimmung.

Insofern hofft Anja Ritschel auf die Zustimmung von Betriebsausschuss UWB und Bezirksvertretung Mitte möglichst in gemeinsamer Sitzung im Januar. Denn für sie bleibe weiterhin Zielsetzung, zur Jahresmitte 2013 einen Beschluss durch den Rat über das Regenrückhaltesystem fassen zu können. Ansonsten könne der Zeitplan für die Sanierung des Lutterkanals nicht eingehalten werden. Und das wäre wegen des dringenden Handlungsbedarfs für die Sanierung des Lutterkanals nicht vertretbar.