Geförderter Breitbandausbau in Bielefeld

Stand: 7. Juni 2019
Im Dezember 2015 wurde durch den Stadtentwicklungsausschuss die Erarbeitung eines Konzeptes zum schnellstmöglichen, flächendeckenden Ausbau einer Breitbandinfrastruktur im gesamten Bielefelder Stadtgebiet beschlossen, wobei die Glasfasertechnologie zu bevorzugen sei.

Im Sommer 2016 wurde durch ein externes Beratungsbüro eine Studie zum flächendeckenden FTT-X-Breitbandausbau in der Stadt Bielefeld erarbeitet (dieses Projekt wurde im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit 50.000 Euro gefördert).

Die Stadt Bielefeld hat im Oktober 2016 einen Antrag auf Wirtschaftlichkeitslückenförderung im Rahmen des Bundesförderprogramms für den Breitbandausbau in allen unterversorgten Bereichen der Stadt Bielefeld gestellt (Wohn- und Gewerbegebiete). Außerdem wurden Fördermittel im Landesförderprogramm zur Kofinanzierung des Bundesförderprogramms Breitbandausbau beantragt. Die Fördermittel werden als Zuschuss an einen Netzbetreiber weitergeleitet, um die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen und in Gebieten, in denen der Breitbandausbau für Netzbetreiber nicht wirtschaftlich ist, dennoch den Breitbandausbau zu ermöglichen und diese Gebiete mit Glasfaser zu erschließen.

Der Förderantrag umfasst die sogenannten weißen Flecken (i. S. d. Förderbestimmungen sind dies Bereiche mit einer Versorgung von weniger als 30 Mbit/s und ohne eigenwirtschaftliche Ausbauankündigungen eines Netzbetreibers). Die unterversorgten Gebiete befinden sich v.a. in den eher ländlich geprägten Randlagen des Stadtgebietes, auf dem Höhenzug des Teutoburger Waldes und in Gewerbegebieten. Aufgrund einer Änderung der Förderbestimmungen konnte nachträglich auch die Glasfaseranbindung von unterversorgten Schulstandorten in das Verfahren aufgenommen werden.

Insgesamt sollen etwa 1.900 unterversorgte Adressen (Privathaushalte und Unternehmen) sowie 56 Schulstandorte mit FTTB-Anschlüssen versorgt werden (FTTB – Fibre to the building, also Glasfaser bis ins Gebäude). Für alle Haushalte sind Bandbreiten von mind. 100 Mbit/s symmetrisch und für alle Unternehmen von mind. 1 Gbit/s symmetrisch vorgesehen. Für die Schulen sollen mind. 1 Gbit/s symmetrisch zur Verfügung gestellt werden.
Die Auswahl eines geeigneten Netzbetreibers für den Infrastrukturausbau und den Netzbetrieb erfolgte über ein zweistufiges Vergabeverfahren mit einem vorgeschalteten europaweiten Teilnahmewettbewerb und anschließendem Verhandlungsverfahren.
Im Rahmen des Vergabeverfahrens wurden die Stadtwerke Bielefeld GmbH und ihr Tochterunternehmen Externer LinkBITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH als Nachunternehmer für den Netzaufbau und Netzbetrieb ausgewählt.

Für den Ausbau stellen Bund und Land NRW jeweils 50 Prozent der Gesamtfördersumme von rund 23,3 Millionen Euro zur Verfügung. Da sich die Stadt Bielefeld in der Haushaltssicherung befindet, wird der Eigenanteil in Höhe von 10 Prozent vom Land NRW übernommen.
Durch die Bereitstellung der Fördermittel wird in bislang unterversorgten Bereichen, die wegen hoher Investitionen aufgrund langer Zuleitungsstrecken und geringer Kundenzahlen für Netzbetreiber oft nicht wirtschaftlich interessant sind, der Anschluss an Glasfaser ermöglicht und somit eine zukunftssichere und nachhaltige Breitbandversorgung ermöglicht.

Der Glasfaserausbau soll auf einer Trassenlänge von insgesamt etwa 330 km erfolgen. Rund 145 km des Ausbaus sollen in Tiefbauverfahren durchgeführt werden, auf etwa 180 km sollen vorhandene Freileitungen und vorhandene Leerrohre genutzt werden. Der geförderte Glasfaserausbau startet im Sommer 2019 und soll im Frühjahr 2022 abgeschlossen werden.


Bauzeitenplan

Das Ziel ist, mit den Bauarbeiten im August 2019 parallel in zwei Gebieten zu beginnen. Im Süden betrifft das den Bereich Eckardtsheim/Dalbke, unter anderem mit der Schule am Schlepperweg und der Theodor- Heuss-Realschule. Im Norden ist ein Start im Bereich zwischen Kammerratsheide und Schildesche mit der Hamfeld- und der Marienschule geplant.

Projektfortschritte
08.05.2019: Offizielle Übergabe der Zuwendungsbescheide der beiden Fördermittelgeber Bund und Land Nordrhein-Westfalen und Unterzeichnung des Zuwendungsvertrages mit den Stadtwerken Bielefeld.

Förderung

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (50 Prozent) und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (50 Prozent) gefördert.

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Bundesförderung Breitbandausbau und ateneKOM