Vereinbarungen zum Schutz Minderjähriger im Sport

Sportvereine leisten in ihren Jugendabteilungen wertvolle Kinder- und Jugendarbeit. Die Bedeutung dieser Arbeit drückt sich auch dadurch aus, dass das Land Nordrhein-Westfalen bereits Anfang der 1990er Jahre Jugendabteilungen von Sportvereinen unter bestimmten Voraussetzungen als Träger der freien Jugendhilfe öffentlich anerkannt hat.

Das Jugendamt soll durch Vereinbarungen mit den Trägern der freien Jugendhilfe sicherstellen, dass zum Schutz Minderjähriger vor sexualisierter Gewalt bei ihnen keine Personen tätig sind, die rechtskräftig wegen bestimmter Straftaten vorbestraft sind. Es handelt sich hierbei um Straftaten wie z.B. den sexuellen Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen oder die Verbreitung, den Erwerb und den Besitz kinder- oder jugendpornographischer Schriften. Um das abzusichern, sollen sich die Träger der freien Jugendhilfe sogenannte erweiterte Führungszeugnisse von dort tätigen Kräften vorlegen lassen (vgl. § 72a Achtes Buch Sozialgesetzbuch – SGB VIII –).

Gemeinsam mit dem Stadtsportbund Bielefeld hat die Stadt Bielefeld eine speziell auf den Sportbereich abgestimmte Mustervereinbarung entwickelt. Dabei ist deutlich geworden, dass es sinnvoll ist, eine weiter gefasste Mustervereinbarung zu entwerfen, als es der Gesetzgeber in vorstehender Regelung vorsieht. Der Gesetzgeber erwartet „nur” eine Vereinbarung mit Trägern der freien Jugendhilfe, wenn z.B. eine ehrenamtlich tätige Person Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe wahrnimmt und dabei einen engen Kontakt zu Kindern oder Jugendliche hat.

Gerade im Sportverein sind die Grenzen da aber fließend. Im Sportverein ist im Regelfall die Jugendabteilung als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt und erbringt Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe. Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe werden aber unter Umständen auch in anderen Bereichen und Abteilungen des Sportvereins erbracht. Hinzu kommt, dass es in der Praxis schwer ist, Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe abzugrenzen von anderen Tätigkeiten, bei denen es z.B. um die Beaufsichtigung oder Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Sportverein geht.

Die entwickelte Mustervereinbarung ist daher weiter gefasst. Sie umfasst – unabhängig von der jeweiligen rechtlichen Einordnung – alle Bereiche des Sportvereins, in denen Kinder oder Jugendliche beaufsichtigt, betreut, erzogen oder ausgebildet werden oder ein vergleichbarer Kontakt zu ihnen besteht. Die Regelung wird damit klarer und die Umsetzung der Vereinbarung einfacher. Und das Ziel, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen, wird damit besser erreicht. Die Stadt Bielefeld hat zwischenzeitlich bereits mit vielen Sportvereinen eine solche Vereinbarung abgeschlossen.

Die Mustervereinbarung, die dazugehörigen Anlagen und Vordrucke können nebenstehend abgerufen werden. Sportvereine, die Fragen zum Thema haben oder am Abschluss einer Vereinbarung interessiert sind, wenden sich bitte an das Amt für Jugend und Familie
– Jugendamt –.



Kontakt

Stadt Bielefeld
Amt für Jugend und Familie
- Jugendamt -
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Herr Hanke
4. Etage, Flur F, Zimmer 406
Tel. 0521 51-2932
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