Richtlinien zum Vorgehen bei Infektionen in Bielefelder Kitas und Schulen

Stand: 4. November
Kinder und jüngere Jugendliche sind seltener betroffen als Erwachsene und nicht Treiber der Pandemie (RKI). Auch gibt es vergleichsweise selten Ausbrüche in Kitas und Schulen. Lehrkräfte und Erzieher*innen werden nicht häufiger infiziert als die Durchschnittsbevölkerung. Die Hygiene- und Schutzmaßnahmen wirken in diesen Einrichtungen gut und verringern das Infektionsrisiko erheblich. Von Kitas und Schulen gehen insofern kein überdurchschnittliches Risiko für die übrige Bevölkerung aus.

Kitas und Schulen bieten den Kindern eine wichtige Lern- und Erlebnisumgebung und tragen zur Bildungsgerechtigkeit bei. Zudem sichern sie die Erwerbsmöglichkeiten der Eltern ab. Daher sind Schulschließungen zu vermeiden: „Die Aufrechterhaltung eines „regulären”, zuverlässigen, kontinuierlichen Unterrichtsangebots als Präsenzunterricht… Vermeidung von kompletten und präventiven oder reaktiven Schulschließungen ist ein wesentliches Ziel der SARS-Cov-2-Infektionsprävention in Schulen” (RKI).

Vor dem geschilderten Hintergrund verfährt das Gesundheitsamt – in Abstimmung mit dem Krisenstabsleiter – im Grundsatz und unter Berücksichtigung gegebenenfalls vorliegender besonderer Umstände wie folgt:

  • Schulen ab der 5. Klasse: Sitzpläne und Masken sind Vorschrift. Bei einem positiven Fall in einer Klasse gehen die Schüler*innen in 1,5 m Umkreis um den Indexfall (Kategorie I RKI) in Quarantäne. Die Lehrkraft geht in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt zu der Indexperson hatte (1,5 m).

    Ein Test wird nur den o.g. Kindern und Lehrer*innen angeboten.

  • In der Grundschule kann bei eingehaltenem Sitzplan wie oben verfahren werden, aber hier gilt wegen der fehlenden MNB-Pflicht ein Abstand von 2 m.

  • In der Kita geht, wenn abgrenzbar, „nur” die ganze Gruppe bei positivem Fall in Quarantäne. Je nach Recherche-Ergebnis zum Bewegungsverhalten müssen auch weitere Kinder in Quarantäne geben (z.B. wenn die Gruppentrennung nicht eingehalten werden konnte). Dieser Personengruppe wird ein Test angeboten und komplett Quarantäne verordnet. Erzieher*innen gehen in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt zur Indexperson hatten (was für die Erzieher*innen der betroffenen Gruppe regelmäßig der Fall sein wird).

  • Bei Clustern (gleichzeitiges Auftreten von mindestens 2 positiven Fällen) soll die ganze Klasse/Gruppe sowie die Lehrkraft in Quarantäne gehen und getestet werden.

  • Das ordnungsgemäße Tragen von FFP2-Masken kann im Einzelfall vor Quarantäneverpflichtungen schützen.

  • Die Recherche erfolgt telefonisch über die Schulleitung bzw. die Klassenleitung. Auch die Quarantäneverpflichtung wird dabei bereits ausgesprochen und Testung empfohlen. Die Schulleitungen werden gebeten, die Quarantäneverpflichtung gegenüber den Schüler*innen bzw. den Eltern im Auftrag des Gesundheitsamts mitzuteilen. Die Schulleitung erhält die „Quarantäne-Mail” mit allen wichtigen Informationen zur Weitergabe. Quarantäneverfügungen gehen möglichst rasch postalisch an die betreffenden Personen.