Eingeschränkter Regelbetrieb in KiTas und Kindertagespflegestellen

Nach fast drei Monaten, in denen Kitas und Kindertagespflegestellen nur im Ausnahmefall im Rahmen einer Notbetreuung besucht werden durften, hat das Land NRW die Kindertagesbetreuungsangebote ab 8. Juni 2020 wieder geöffnet. Es dürfen wieder alle Kinder in die Kitas oder Kindertagespflegestellen. Allerdings ist der Betreuungsumfang noch begrenzt, denn es handelt sich um einen sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb.

Für Kinder in Kitas gilt: Der Betreuungsumfang ist gegenüber dem abgeschlossenen Betreuungsvertrag um zehn Wochenstunden reduziert. Beispiel: Bei einem Betreuungsvertrag über 45 Wochenstunden darf das Kind nur 35 Wochenstunden in der Kita betreut werden. Hiervon gibt es zwei Ausnahmen: Kitas, die aufgrund der Personalsituation außer Stande sind, ein Betreuungsangebot in diesem Umfang zu erbringen, können nach unten abweichen. Kitas, die sich aufgrund räumlicher und personeller Kapazitäten in der Lage sehen, ein höheres Stundenangebot zu realisieren, können dies ermöglichen. Beide Ausnahmen muss die Kita mit dem Landesjugendamt abstimmen.

Für Kinder in Kindertagespflegestellen gilt: Hier erfolgt die Betreuung grundsätzlich im zeitlichen Umfang der Betreuungsverträge. Es kann aber Situationen geben, die das nicht zulassen. In diesen Fällen kann es erforderlich sein, den Betreuungsumfang abzusenken. Steht die Kindertagespflegestelle aus Infektionsschutzgründen nicht zur Verfügung steht, muss das Jugendamt eine andere Betreuungsmöglichkeit suchen. In der Zwischenzeit besteht kein Betreuungsanspruch.

Fälle des Kinderschutzes und besondere Härtefälle sind beim Betreuungsumfang zu berücksichtigen. Hierüber entscheidet das Jugendamt. Das Land NRW hat die Kriterien für das Vorliegen eines besonderen Härtefalles explizit beschrieben und dabei den Ausnahmecharakter deutlich gemacht.

Kriterien, die im Rahmen der bisherigen Notbetreuung wichtig waren – wie z.B. die Tätigkeit eines Elternteils in einem sogenannten systemrelevanten Beruf –, sind ab 8. Juni2020 nicht mehr relevant. Das Land NRW hat sich bewusst dafür ausgesprochen, keine Unterschiede zu machen und allen Kindern den gleichen Zugang im Rahmen des eingeschränkten Regelbetriebs zu ermöglichen.

Die Aufnahme des eingeschränkten Regelbetriebs ist ein guter und wichtiger Schritt, die Begrenzung der Betreuungszeit stellt für viele – vor allem erwerbstätige – Eltern aber weiterhin eine Herausforderung und Belastung dar. Die Kita-Träger versuchen zwar, den Eltern durch die Öffnungszeit der Kita einen bestimmten Rahmen zu bieten, in dem sie ihren Betreuungsanspruch wahrnehmen können. Das hilft vielen Eltern sicherlich. Aber die Kitas werden auch damit die Bedarfe aller Eltern nicht vollständig decken können.

Alle aktuellen Informationen für den Bereich der Kindertagesbetreuung finden Sie auf der Externer LinkInternetseite des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI).