Integriertes Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld

Das interkommunale Radverkehrsnetz verbindet die Kommunen der Regiopolregion und angrenzende Gemeinden untereinander und mit dem Zentrum Bielefeld.

Konzepterstellung abgeschlossen
Die Erarbeitung des integrierten Radverkehrskonzeptes für die Regiopolregion Bielefeld ist abgeschlossen. Hier geht es zu dem PDF-Dokument  [28401 KB]Endbericht. Zudem wurden die Konzeptinhalte in 11 der 13 beteiligten Kommunen politisch beschlossen. Im September 2020 sollen alle 13 Kommunen der Regiopolregion das integrierte Radverkehrskonzept politisch beschlossen haben.

Wie geht es dann weiter?
Nun arbeiten die Kommunen der Regiopolregion daran, die im Radverkehrskonzept definierten Maßnahmenvorschläge in eine interkommunal abgestimmte Umsetzungsstrategie zu überführen. Zielvorgabe ist es, die Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept bis 2030 umzusetzen.


Kontakt

Stadt Bielefeld
Amt für Verkehr
Julian Schimichowski
Konzeptionelle Verkehrsplanung
Tel. 0521 51-6505
E-MailE-Mail

Büro Oberbürgermeister
Andreas Hubalek
Geschäftsführung Regiopolregion
Tel. 0521 51-2010
E-MailE-Mail



Downloads



Was ist das interkommunale Radverkehrsnetz?

Zusätzlich zu ihren kommunalen Netzen entwickeln die 13 Kommunen der Regiopolregion Bielefeld gemeinsam ein integriertes Radverkehrskonzept für den Alltagsradverkehr. Ziel ist es, das Fahrrad als attraktives, sicheres und gleichberechtigtes Verkehrsmittel in der Region zu fördern: für den Weg zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen, zum Sport oder ins Theater.


Drei Workshops: lebhafte Diskussionen und wichtige Anregungen

Im Rahmen von drei Bürgerworkshops im September und Oktober 2019 stellten die Fachplaner die Ziele des Projekts und einen ersten Vorschlag für ein Radverkehrsnetz in der Regiopolregion vor. Im Fokus standen mögliche Hauptverbindungen zwischen den einzelnen Kommunen der Regiopolregion.

Anhand von Dialoginseln mit Netzausschnitten diskutierten die Planer den Entwurf mit BürgerInnen, VertreterInnen aus Politik und Verbänden und mit Verantwortlichen der Regiopolkommunen und der Kreise. In der Mehrzahl beteiligten sich RadfahrerInnen mit Ortskenntnis, aber auch Anregungen von AutofahrerInnen und FußgängerInnen waren willkommen: Welche Strecken eignen sich am besten als interkommunale Radverkehrsverbindungen? Wo sind Ergänzungen oder Verdichtungen erforderlich?

Mone Böcker mit dem Team von TOLLERORT entwickeln & beteiligen moderierte die zweistündigen Veranstaltungen. Die Ergebnisse der Workshops fließen – ebenso wie die Online-Beteiligung – in die weitere Konzeption ein.

Insgesamt nahmen rund 150 Personen an den Workshops teil. Die meisten kamen erwartungsgemäß mit dem Fahrrad. Die vom Planungsteam empfohlenen Verbindungen wurden in der Summe als gut gewählt bewertet, aber viele Strecken bedürfen einer Sanierung. BürgerInnen fragten:
  • Kann man jetzt schon Verbesserungen vornehmen, die ohne große Umbaumaßnahmen möglich sind?
  • Wie lässt sich das Radnetz mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpfen (Radabstellanlagen an Bahnhöfen, Fahrradmitnahme)?
  • Ist eine Protected Bikelane entlang der B68 umsetzbar?

Die Teilnehmenden gaben dem Planungsteam viele Anregungen und Wünsche mit. Zum Beispiel
  • Alternative Strecken von Asemissen und Steinhagen nach Bielefeld
  • Anpassung der Wegweisung
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen von 70 km/h auf vielen Verbindungen
  • Eine Ansprechperson für den Radverkehr in jeder Kommune
  • Prüfung einer Alternativroute zur B68 parallel zur Bahn
  • Sehr steile Wegstrecken durch Alternativen mit moderater Steigung ersetzen.
  • Möglichst Rad- und Fußverkehr baulich trennen

In den ausführlichen Dokumentationen der Workshops können Sie die Details zum Ablauf und zu den Ergebnissen lesen (PDF-Format):

PDF-Dokument  [1634 KB]12. September in Bad Salzuflen, Rathaus, Bürgerhalle
PDF-Dokument  [1875 KB]9. Oktober in Halle (Westf.), Bürgerzentrum „Remise”
PDF-Dokument  [1788 KB]11. Oktober in Herford, Kreishaus


Hintergründe zum Vorgehen und zur Netzplanung


Das regiopole Radnetz (Überblick)
© SHP Ingenieure

Das regiopole Radnetz (Überblick) © SHP Ingenieure - Klick in Grafik öffnet Großbild


Vielen Dank für die rege Online-Beteiligung!

Im Juli 2019 waren Bürgerinnen und Bürger der Region eingeladen, die Fachplanung für das neue interkommunale Radverkehrsnetz mit Hinweisen und Ideen zu unterstützen. In einer Karte mit Trassen für mögliche Verbindungen zwischen den Kommunen konnten sie Routen einzeichnen, die wichtige Ziele verknüpfen, kritische Stellen beschreiben und Beiträge anderer Nutzerinnen und Nutzer kommentieren.
Die Aktion war ein voller Erfolg: die „Expertinnen und Experten vor Ort” gaben uns insgesamt 480 Hinweise (425 Einzeichnungen und 55 Kommentare), die aktuell von der Stadt Bielefeld geprüft und dann vom Fachplanungsteam ausgewertet werden. Herzlichen Dank für Ihr Engagement.

Hier finden Sie sämtliche Ideen und Anregungen aus der Online-Beteiligung:



Beteiligung nach Wohnort

Wer hat sich an der Umfrage beteiligt? Von den 480 Einträgen kamen 133 aus Bielefeld, 165 Teilnehmende haben keinen Wohnort angegeben.


Beteiligung nach Kategorien

Die Eintragungen konnten verschiedenen Kategorien zugeordnet werden.


Regiopolregionen Bielefeld als Win-Win-Modell

Die Regiopolregion Bielefeld wurde 2016 gegründet. Ihr Gebiet umfasst 1.000 Quadratkilometer, rund 730.000 Menschen leben hier. Bielefeld ist die Regiopole. Teil der Regiopolregion sind Bad Salzuflen, Bielefeld, Enger, Gütersloh, Halle (Westf.), Herford, Leopoldshöhe, Oerlinghausen, Schloß Holte-Stukenbrock, Spenge, Steinhagen, Verl und Werther (Westf.).

Eine starke Triebfeder der Regiopolregion ist die Absicht, die Stellung als Investitions-, Bildungs- und Wohnstandort dauerhaft abzusichern. Mit Blick auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung im mit rund 730.000 Einwohnerinnen und Einwohnern größten Verdichtungsraums Ostwestfalen-Lippes wollen die Städte unter dem Motto „Jeder kann, keiner muss” flexibel und themenorientiert über kommunale Grenzen hinaus zusammenarbeiten. „Gemeinsam sind wir stärker”, so Oberbürgermeister Clausen. Von den Fördermitteln, die derzeit an mittleren Großstädten und ihren Verflechtungsräumen vorbei in die Metropolen oder ländlichen Räume fließen, soll zukünftig auch unserer Region profitieren. Damit kann die in der Gesamtregion OWL eingebettete Regiopolregion Bielefeld dazu beitragen, für alle Einwohnerinnen und Einwohner ein bedarfsgerechtes kommunales Angebotsspektrum aufrechtzuerhalten. „So schaffen wir zudem Spielräume, für die gemeinsame Weiterentwicklung freiwilliger Leistungen, z.B. in den Feldern Kultur, Sport oder Soziales", so Oberbürgermeister Clausen. Die Regiopolpartner dieser bunten und lebendigen Region dokumentieren, dass sie ihren Verflechtungsraum als Wachstumskern OWLs stärken wollen. Sie streben eine lebenswerte Stadt-Umland-Region an und wollen damit auf Dauer eine verbesserte Wettbewerbssituation insbesondere gegenüber den Metropolregionen erreichen. Gemeinsame Projekte und Vorhaben, z.B. im Bereich Mobilität, sollen an der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung ausgerichtet und über administrative Grenzen hinweg im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit umgesetzt werden. „Wir stehen erst am Anfang einer großen Aufgabe, an deren Ende es nur Gewinner geben soll”, so Oberbürgermeister Clausen.

Welche Ziele verfolgt das regiopole Radverkehrskonzept?

Die Regiopolregion verfolgt mit dem Konzept mehrere strategische Ziele: Alle Ziele in der Regiopolregion sollen mit dem Fahrrad ausgezeichnet erreichbar sein, und der Verkehr soll sicher und umweltfreundlich werden – ein starker Beitrag zur Mobilitätswende. Oberziel ist, dass das Fahrrad als attraktives und gleichberechtigtes Alltagsverkehrsmittel in der Regiopolregion genutzt und anerkannt wird.
PDF-Dokument  [1452 KB]Schaubild Ziele

Wer profitiert von dem integrierten Radverkehrskonzept?

In der Regiopolregion pendeln viele Menschen zur Arbeit oder zur Ausbildung. Alleine Bielefeld verzeichnet über 120.000 Pendlerbewegungen über die Stadtgrenzen hinweg. In den Unternehmen der Region arbeiten insgesamt rund 290.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Wochentags pendeln täglich über 70.000 Erwerbstätige zwischen den Städten und Gemeinden.

Knapp 40.000 Studierende besuchen die acht Hochschulen. Annähernd 50 Prozent der Studierenden der Universität Bielefeld stammen aus dem regionalen Umfeld. Allein aus Gütersloh pendeln rund 3.500 Berufsschülerinnen und -schüler nach Bielefeld.

Auch in den Sektoren Gesundheit und Soziales sind leistungsfähige Einrichtungen aktiv.

Etwa 85 Prozent der Pendlerinnen und Pendler nutzen das Auto, um von ihrem Wohnort zu ihrem Arbeits- oder Studienplatz zu kommen. Dies führt zu einem hohen PKW-Aufkommen in den Tageslastspitzen, einem erhöhten CO2-Ausstoß und zu einer hohen NOx- und Feinstaubbelastung.

Die Regiopolregion möchte den Verkehr umweltfreundlich organisieren und das Zusammenwachsen der beteiligten Kommunen fördern. Gute Radverbindungen eröffnen neue Perspektiven für PendlerInnen. Wenn mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, wird die Umwelt weniger belastet. Außerdem fördert Radfahren die Gesundheit.

Wie ist das Projekt organisiert?

Die Regiopolregion Bielefeld wurde 2016 als eine von bundesweit zwölf Regionen in das Forschungsprogramm „Modellvorhaben der Raumordnung (MORO)” aufgenommen. Das Radverkehrskonzept bildet das Leuchtturmprojekt der Regiopolregion für die zweite Phase des Modellvorhabens „Vernetzt denken, interkommunal handeln. Integrierte Lösungen für die Regiopolregion Bielefeld”.

Die Federführung des interkommunalen Gemeinschaftsvorhabens liegt bei der Stadt Bielefeld. Die fachlich-inhaltliche Projektsteuerung leistet das Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld. Eine Facharbeitsgruppe Mobilität begleitet das Projekt. Zusätzlich tagt regelmäßig der interkommunale Arbeitskreis für das regiopole Radverkehrskonzept. 2020 soll das Projekt „Integriertes Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld” abgeschlossen sein.


Kommunales Radverkehrskonzept

Neben dem integrierten Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld erarbeitet die Stadt Bielefeld außerdem ein kommunales Radverkehrkonzept.