Integriertes Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld

Das interkommunale Radverkehrsnetz verbindet die Kommunen der Regiopolregion und angrenzende Gemeinden untereinander und mit dem Zentrum Bielefeld.



Kontakt

Stadt Bielefeld
Amt für Verkehr
Julian Schimichowski
Konzeptionelle Verkehrsplanung
Tel. 0521 51-6505
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Büro Oberbürgermeister
Andreas Hubalek
Geschäftsführung Regiopolregion
Tel. 0521 51-2010
E-MailE-Mail




Interkommunales Radverkehrsnetz für den Alltag in Planung

Online-Beteiligung bis zum 5. August
Zusätzlich zu ihren kommunalen Netzen entwickeln die elf Kommunen der Regiopolregion Bielefeld gemeinsam ein integriertes Radverkehrskonzept. Ziel ist es, das Fahrrad als attraktives, sicheres und gleichberechtigtes Verkehrsmittel in der Region zu fördern: für den Weg zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen, zum Sport oder ins Theater. Bürgerinnen und Bürger der Region sind eingeladen, die Fachplanung im Rahmen einer Online-Beteiligung mit Hinweisen und Ideen zu unterstützen.

Wie funktioniert die Online-Beteiligung

In der Karte sind Trassen für mögliche Verbindungen zwischen den Kommunen vorgesehen. Sie kennen die Situation vor Ort – als RadfahrerIn, AutofahrerIn oder FußgängerIn – und können wichtige Hinweise geben:
Welche Verbindungen sind für Sie besonders interessant im Alltagsradverkehr? Zeichnen Sie Routen ein, die wichtige Ziele verknüpfen, schreiben Sie Kommentare zu Teilstrecken. Welche interkommunalen Radverkehrswege sind besonders wichtig? Wo fehlen Verbindungen zwischen den Kommunen? Wo bestehen wichtige Punkte zur Verknüpfung mit dem ÖPNV? Bewerten oder kommentieren Sie Beiträge anderer Nutzerinnen und Nutzer.

Nach der Beteiligungsphase bleiben die Hinweise weiter sichtbar. Die Auswertung erfolgt im 3. Quartal 2019. Die Ergebnisse werden in Beteiligungs-Workshops weiter bearbeitet und fließen in die Planung ein.

Die Karte kann auch in einem eigenen Fenster geöffnet werden:
Externer LinkIdeenkarte in seperatem Fenster



Legende

Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es noch?

Für den Herbst 2019 sind drei Beteiligungsworkshops in den Kreisen Herford, Gütersloh und Lippe geplant.
Die Termine werden rechtzeitig auf dieser Seite und in der Presse bekanntgegeben.


Regiopolregionen Bielefeld als Win-Win-Modell

Die Regiopolregion Bielefeld wurde 2018 gegründet. Ihr Gebiet umfasst 863 Quadratkilometer, rund 690.000 Menschen leben hier. Bielefeld ist die Regiopole. Teil der Regiopolregion sind Gütersloh, Herford, Bad Salzuflen, Halle (Westf.), Steinhagen, Enger, Oerlinghausen, Leopoldshöhe, Spenge und Werther (Westf.). Die angrenzenden Kommunen Schloss Holte-Stukenbrock und Verl beteiligen sich ebenfalls am Radverkehrskonzept.

Eine starke Triebfeder der Regiopolregion ist die Absicht, die Stellung als Investitions-, Bildungs- und Wohnstandort dauerhaft abzusichern. Mit Blick auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung im mit rund 690.000 Einwohnerinnen und Einwohnern größten Verdichtungsraums Ostwestfalen-Lippes wollen die Städte unter dem Motto „Jeder kann, keiner muss” flexibel und themenorientiert über kommunale Grenzen hinaus zusammenarbeiten. „Gemeinsam sind wir stärker”, so Oberbürgermeister Clausen. Von den Fördermitteln, die derzeit an mittleren Großstädten und ihren Verflechtungsräumen vorbei in die Metropolen oder ländlichen Räume fließen, soll zukünftig auch unserer Region profitieren. Damit kann die in der Gesamtregion OWL eingebettete Regiopolregion Bielefeld dazu beitragen, für alle Einwohnerinnen und Einwohner ein bedarfsgerechtes kommunales Angebotsspektrum aufrechtzuerhalten. „So schaffen wir zudem Spielräume, für die gemeinsame Weiterentwicklung freiwilliger Leistungen, z.B. in den Feldern Kultur, Sport oder Soziales", so Oberbürgermeister Clausen. Die Regiopolpartner dieser bunten und lebendigen Region dokumentieren, dass sie ihren Verflechtungsraum als Wachstumskern OWLs stärken wollen. Sie streben eine lebenswerte Stadt-Umland-Region an und wollen damit auf Dauer eine verbesserte Wettbewerbssituation insbesondere gegenüber den Metropolregionen erreichen. Gemeinsame Projekte und Vorhaben, z.B. im Bereich Mobilität, sollen an der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung ausgerichtet und über administrative Grenzen hinweg im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit umgesetzt werden. „Wir stehen erst am Anfang einer großen Aufgabe, an deren Ende es nur Gewinner geben soll”, so Oberbürgermeister Clausen.

Welche Ziele verfolgt das regiopole Radverkehrskonzept?

Die Regiopolregion verfolgt mit dem Konzept mehrere strategische Ziele: Alle Ziele in der Regiopolregion sollen mit dem Fahrrad ausgezeichnet erreichbar sein, und der Verkehr soll sicher und umweltfreundlich werden – ein starker Beitrag zur Mobilitätswende. Oberziel ist, dass das Fahrrad als attraktives und gleichberechtigtes Alltagsverkehrsmittel in der Regiopolregion genutzt und anerkannt wird.
PDF-Dokument  [1452 KB]Schaubild Ziele

Wer profitiert von dem integrierten Radverkehrskonzept?

In der Regiopolregion pendeln viele Menschen zur Arbeit oder zur Ausbildung. Alleine Bielefeld verzeichnet über 120.000 Pendlerbewegungen über die Stadtgrenzen hinweg. In den Unternehmen der Region arbeiten insgesamt rund 290.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Wochentags pendeln täglich über 70.000 Erwerbstätige zwischen den Städten und Gemeinden.

Knapp 40.000 Studierende besuchen die acht Hochschulen. Annähernd 50 Prozent der Studierenden der Universität Bielefeld stammen aus dem regionalen Umfeld. Allein aus Gütersloh pendeln rund 3.500 Berufsschülerinnen und -schüler nach Bielefeld.

Auch in den Sektoren Gesundheit und Soziales sind leistungsfähige Einrichtungen aktiv.

Etwa 85 Prozent der Pendlerinnen und Pendler nutzen das Auto, um von ihrem Wohnort zu ihrem Arbeits- oder Studienplatz zu kommen. Dies führt zu einem hohen PKW-Aufkommen in den Tageslastspitzen, einem erhöhten CO2-Ausstoß und zu einer hohen NOx- und Feinstaubbelastung.

Die Regiopolregion möchte den Verkehr umweltfreundlich organisieren und das Zusammenwachsen der beteiligten Kommunen fördern. Gute Radverbindungen eröffnen neue Perspektiven für PendlerInnen. Wenn mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, wird die Umwelt weniger belastet. Außerdem fördert Radfahren die Gesundheit.

Wie entsteht das regiopole Radverkehrskonzept?

Die Regiopolregion hat das Büro SHP Ingenieure aus Hannover beauftragt, bereits bestehende kommunale Netze zu verbinden, zu verdichten und ein priorisiertes interkommunales Radverkehrsnetz zu erstellen. Die FachplanerInnen haben die Radverkehrsverbindungen im Gebiet der Regiopolregion in einer Karte zusammengeführt. Sie nehmen eine qualitative Bestandsaufnahme vor und konzentrieren das Netz: Welche Strecken eignen sich am besten als interkommunale Radverkehrsverbindungen? Wo sind Ergänzungen oder Verdichtungen erforderlich? Als Grundlage dienen die Hinweise der Kommunen und die Ergebnisse aus der Online-Befragung und den Workshops. Auch die Topographie spielt eine Rolle (Teutoburger Wald).
Entsprechend den Regelwerken legen die PlanerInnen einheitliche Standards für die Qualität der Radverkehrsanlagen fest, empfehlen Maßnahmen zu Radabstellanlagen und Mobilstationen, zu Service- und Informationsangeboten. Auch Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit gehören zum Programm.
Alle erarbeiteten Maßnahmen werden in einer Prioritätenliste dargestellt.


Wie ist das Projekt organisiert?

Die Regiopolregion Bielefeld wurde 2016 als eine von bundesweit zwölf Regionen in das Forschungsprogramm „Modellvorhaben der Raumordnung (MORO)” aufgenommen. Das Radverkehrskonzept bildet das Leuchtturmprojekt der Regiopolregion für die zweite Phase des Modellvorhabens „Vernetzt denken, interkommunal handeln. Integrierte Lösungen für die Regiopolregion Bielefeld”.

Die Federführung des interkommunalen Gemeinschaftsvorhabens liegt bei der Stadt Bielefeld. Die fachlich-inhaltliche Projektsteuerung leistet das Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld. Eine Facharbeitsgruppe Mobilität begleitet das Projekt. Zusätzlich tagt regelmäßig der interkommunale Arbeitskreis für das regiopole Radverkehrskonzept. 2020 soll das Projekt „Integriertes Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld” abgeschlossen sein.