Integriertes Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld

Das interkommunale Radverkehrsnetz verbindet die Kommunen der Regiopolregion und angrenzende Gemeinden untereinander und mit dem Zentrum Bielefeld.

Die Bürgerbeteiligung geht weiter:
Die Regiopolregion lädt Sie ein zu drei Workshops in Bad Salzuflen, Halle (Westf.) und Herford.
Wir möchten mit Ihnen einen ersten Vorschlag für ein Radverkehrsnetz diskutieren und weiterentwickeln.
Hier geht es direkt zu den Workshops...


Kontakt

Stadt Bielefeld
Amt für Verkehr
Julian Schimichowski
Konzeptionelle Verkehrsplanung
Tel. 0521 51-6505
E-MailE-Mail

Büro Oberbürgermeister
Andreas Hubalek
Geschäftsführung Regiopolregion
Tel. 0521 51-2010
E-MailE-Mail




Was ist das interkommunale Radverkehrsnetz?

Zusätzlich zu ihren kommunalen Netzen entwickeln die elf Kommunen der Regiopolregion Bielefeld gemeinsam ein integriertes Radverkehrskonzept für den Alltagsradverkehr. Ziel ist es, das Fahrrad als attraktives, sicheres und gleichberechtigtes Verkehrsmittel in der Region zu fördern: für den Weg zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen, zum Sport oder ins Theater.


Vielen Dank für die rege Online-Beteiligung!

Im Juli 2019 waren Bürgerinnen und Bürger der Region eingeladen, die Fachplanung für das neue interkommunale Radverkehrsnetz mit Hinweisen und Ideen zu unterstützen. In einer Karte mit Trassen für mögliche Verbindungen zwischen den Kommunen konnten sie Routen einzeichnen, die wichtige Ziele verknüpfen, kritische Stellen beschreiben und Beiträge anderer Nutzerinnen und Nutzer kommentieren.
Die Aktion war ein voller Erfolg: die „Expertinnen und Experten vor Ort” gaben uns insgesamt 480 Hinweise (425 Einzeichnungen und 55 Kommentare), die aktuell von der Stadt Bielefeld geprüft und dann vom Fachplanungsteam ausgewertet werden. Herzlichen Dank für Ihr Engagement.

Hier finden Sie sämtliche Ideen und Anregungen aus der Online-Beteiligung:



Beteiligung nach Wohnort

Wer hat sich an der Umfrage beteiligt? Von den 480 Einträgen kamen 133 aus Bielefeld, 165 Teilnehmende haben keinen Wohnort angegeben.


Beteiligung nach Kategorien

Die Eintragungen konnten verschiedenen Kategorien zugeordnet werden.


Weiter geht es mit drei Workshops

Nun folgt die Diskussion an drei Orten in der Regiopolregion. Das Fachplanungsteam vom Büro SHP Ingenieure aus Hannover stellt einen ersten Vorschlag für ein Radverkehrsnetz zwischen den Kommunen der Regiopolregion vor, den wir mit Ihnen diskutieren und weiterentwickeln möchten.

Die Planer haben bereits bestehende kommunale Netze verbunden und priorisiert. Der Vorschlag wird derzeit mit den Städten und Kommunen abgestimmt und verfeinert und dient als Diskussionsgrundlage in den Workshops. Hier ist Ihre Ortskenntnis gefragt: Welche Strecken eignen sich am besten als interkommunale Radverkehrsverbindungen? Wo sind Ergänzungen oder Verdichtungen erforderlich?

Eingeladen sind Bürgerinnen und Bürger, Politik und Verbände, Vertreterinnen und Vertreter der Regiopolkommunen und der Kreise. Nicht nur RadfahrerInnen sind willkommen, auch als AutofahrerIn oder FußgängerIn können Sie wichtige Anregungen geben. Wer bei der Online-Beteiligung eine Adresse angegeben hat, erhält eine persönliche Einladung per Mail.

› Hier können Sie mitmachen:
Am 12. September in Bad Salzuflen, Rathaus Bürgerhalle,
am 9. Oktober in Halle (Westf.), Bürgerzentrum „Remise”,
am 11. Oktober in Herford, Kreishaus Amtshaustraße 3.

Beginn ist jeweils um 18.00 Uhr, Ende gegen 20:00 Uhr.

Das Programm:
1. Ankommen – Infostände – Raum für Gespräche

2. Begrüßung durch die Gastgeber

3. Input-Vortrag SHP Ingenieure
– Wie wird das regionale Radverkehrskonzept erarbeitet?
– Was ist bisher geschehen?
– Infos zur Online-Beteiligung
– Ziel der Workshops
– Fragen aus dem Plenum

4. Dialoginseln
– Erster Vorschlag für ein Radverkehrsnetz in der Regiopolregion
Diskussion mit den FachplanerInnen in mehreren Gruppen

5. Plenum
– Erörterung von Themen und Fragen aus den Dialoginseln
– Kurze Zusammenfassung der Diskussion in den Gruppen

6. Ausblick
– Die nächsten Arbeitsschritte

Die Moderation übernimmt Mone Böcker mit dem Team von TOLLERORT entwickeln & beteiligen. Die Ergebnisse der Workshops werden in einer Dokumentation zusammengefasst und fließen – ebenso wie die Online-Beteiligung – in die weitere Konzeption ein.

Wie geht es dann weiter?

Bei der weiteren Entwicklung des Radverkehrskonzepts werden alle entscheidenden Informationen aus der Online-Beteiligung und den Workshops in die Netzkonzeption einbezogen.

Entsprechend den Regelwerken legen die PlanerInnen einheitliche Standards für die Qualität der Radverkehrsanlagen fest, empfehlen Maßnahmen zu Radabstellanlagen und Mobilstationen, zu Service- und Informationsangeboten. Auch Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit gehören zum Programm.
Alle erarbeiteten Maßnahmen werden in priorisierten Steckbriefen aufbereitet.

Zeitlicher Ablauf der Planung

Regiopolregionen Bielefeld als Win-Win-Modell

Die Regiopolregion Bielefeld wurde 2018 gegründet. Ihr Gebiet umfasst 863 Quadratkilometer, rund 690.000 Menschen leben hier. Bielefeld ist die Regiopole. Teil der Regiopolregion sind Gütersloh, Herford, Bad Salzuflen, Halle (Westf.), Steinhagen, Enger, Oerlinghausen, Leopoldshöhe, Spenge und Werther (Westf.). Die angrenzenden Kommunen Schloss Holte-Stukenbrock und Verl beteiligen sich ebenfalls am Radverkehrskonzept.

Eine starke Triebfeder der Regiopolregion ist die Absicht, die Stellung als Investitions-, Bildungs- und Wohnstandort dauerhaft abzusichern. Mit Blick auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung im mit rund 690.000 Einwohnerinnen und Einwohnern größten Verdichtungsraums Ostwestfalen-Lippes wollen die Städte unter dem Motto „Jeder kann, keiner muss” flexibel und themenorientiert über kommunale Grenzen hinaus zusammenarbeiten. „Gemeinsam sind wir stärker”, so Oberbürgermeister Clausen. Von den Fördermitteln, die derzeit an mittleren Großstädten und ihren Verflechtungsräumen vorbei in die Metropolen oder ländlichen Räume fließen, soll zukünftig auch unserer Region profitieren. Damit kann die in der Gesamtregion OWL eingebettete Regiopolregion Bielefeld dazu beitragen, für alle Einwohnerinnen und Einwohner ein bedarfsgerechtes kommunales Angebotsspektrum aufrechtzuerhalten. „So schaffen wir zudem Spielräume, für die gemeinsame Weiterentwicklung freiwilliger Leistungen, z.B. in den Feldern Kultur, Sport oder Soziales", so Oberbürgermeister Clausen. Die Regiopolpartner dieser bunten und lebendigen Region dokumentieren, dass sie ihren Verflechtungsraum als Wachstumskern OWLs stärken wollen. Sie streben eine lebenswerte Stadt-Umland-Region an und wollen damit auf Dauer eine verbesserte Wettbewerbssituation insbesondere gegenüber den Metropolregionen erreichen. Gemeinsame Projekte und Vorhaben, z.B. im Bereich Mobilität, sollen an der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung ausgerichtet und über administrative Grenzen hinweg im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit umgesetzt werden. „Wir stehen erst am Anfang einer großen Aufgabe, an deren Ende es nur Gewinner geben soll”, so Oberbürgermeister Clausen.

Welche Ziele verfolgt das regiopole Radverkehrskonzept?

Die Regiopolregion verfolgt mit dem Konzept mehrere strategische Ziele: Alle Ziele in der Regiopolregion sollen mit dem Fahrrad ausgezeichnet erreichbar sein, und der Verkehr soll sicher und umweltfreundlich werden – ein starker Beitrag zur Mobilitätswende. Oberziel ist, dass das Fahrrad als attraktives und gleichberechtigtes Alltagsverkehrsmittel in der Regiopolregion genutzt und anerkannt wird.
PDF-Dokument  [1452 KB]Schaubild Ziele

Wer profitiert von dem integrierten Radverkehrskonzept?

In der Regiopolregion pendeln viele Menschen zur Arbeit oder zur Ausbildung. Alleine Bielefeld verzeichnet über 120.000 Pendlerbewegungen über die Stadtgrenzen hinweg. In den Unternehmen der Region arbeiten insgesamt rund 290.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Wochentags pendeln täglich über 70.000 Erwerbstätige zwischen den Städten und Gemeinden.

Knapp 40.000 Studierende besuchen die acht Hochschulen. Annähernd 50 Prozent der Studierenden der Universität Bielefeld stammen aus dem regionalen Umfeld. Allein aus Gütersloh pendeln rund 3.500 Berufsschülerinnen und -schüler nach Bielefeld.

Auch in den Sektoren Gesundheit und Soziales sind leistungsfähige Einrichtungen aktiv.

Etwa 85 Prozent der Pendlerinnen und Pendler nutzen das Auto, um von ihrem Wohnort zu ihrem Arbeits- oder Studienplatz zu kommen. Dies führt zu einem hohen PKW-Aufkommen in den Tageslastspitzen, einem erhöhten CO2-Ausstoß und zu einer hohen NOx- und Feinstaubbelastung.

Die Regiopolregion möchte den Verkehr umweltfreundlich organisieren und das Zusammenwachsen der beteiligten Kommunen fördern. Gute Radverbindungen eröffnen neue Perspektiven für PendlerInnen. Wenn mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, wird die Umwelt weniger belastet. Außerdem fördert Radfahren die Gesundheit.

Wie ist das Projekt organisiert?

Die Regiopolregion Bielefeld wurde 2016 als eine von bundesweit zwölf Regionen in das Forschungsprogramm „Modellvorhaben der Raumordnung (MORO)” aufgenommen. Das Radverkehrskonzept bildet das Leuchtturmprojekt der Regiopolregion für die zweite Phase des Modellvorhabens „Vernetzt denken, interkommunal handeln. Integrierte Lösungen für die Regiopolregion Bielefeld”.

Die Federführung des interkommunalen Gemeinschaftsvorhabens liegt bei der Stadt Bielefeld. Die fachlich-inhaltliche Projektsteuerung leistet das Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld. Eine Facharbeitsgruppe Mobilität begleitet das Projekt. Zusätzlich tagt regelmäßig der interkommunale Arbeitskreis für das regiopole Radverkehrskonzept. 2020 soll das Projekt „Integriertes Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld” abgeschlossen sein.