Eine Million Euro für flexiblere Kita-Betreuung

22.05.2020

Bielefeld (bi)

Das Sozialdezernat hat dem Jugendhilfeausschuss einen Vorschlag für flexiblere Betreuungszeiten in der Kindertagesbetreuung vorlegt. Die Vorlage mit einem Finanzvolumen von einer Million Euro wird am Mittwoch im JHA beraten. Die Stadt Bielefeld stockt den Landeszuschuss von etwa 800.000 Euro um rund 200.000 Euro auf.

Zum 1. August tritt eine Änderung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in Kraft. Das Kinderbildungsgesetz ist die Grundlage für die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen (Kitas) und der Kindertagespflegestellen. Das neue KiBiz sieht einen Zuschuss zur Flexibilisierung der Betreuungszeiten vor.

Für das am 1. August beginnende neue Kindergartenjahr stellt das Land dafür einen Betrag von ca. 800.000 Euro zur Verfügung. Diesen stockt die Stadt Bielefeld um ca. 200.000 Euro auf. In der Summe ergibt sich daher ein Betrag von etwa einer Million Euro.

Sozialdezernent Ingo Nürnberger freut sich über die neu gewonnenen Möglichkeiten und betont: „Flexible Betreuungszeiten kosten einfach mehr Geld. Für viele Eltern ist diese Flexibilisierung aber wichtig, um Familie und Beruf besser „unter einen Hut“ zu bekommen. Wir können gemeinsam mit den Kitaträgern mit dem zusätzlichen Geld über das Stadtgebiet verteilt attraktive Modelle für Eltern und ihre Kinder entwickeln und anbieten.“

Um das zu planen, haben sich Verwaltung, Kita-Träger und Jugendamtselternbeirat ausgetauscht. Eine Umfrage des Jugendamtselternbeirates unter den Eltern ist dabei berücksichtigt worden. Ebenso die Rückmeldungen von Eltern, die direkt beim Jugendamt eingegangen sind. Die Verwaltung hat daraus eine Beschlussvorlage erstellt, die Ende des Monats im Jugendhilfeausschuss beraten wird. Sie geht auf die festgestellten Bedarfe der Eltern ein. Konkret vorgeschlagen werden drei Dinge:

• Gefördert werden sollen Kitas, die über 47 Stunden pro Woche hinaus und auch am Freitagnachmittag geöffnet haben. Hierfür sind zunächst einmal ca. 600.000 Euro vorgesehen.

• Darüber hinaus sollen Kitas einen Zuschuss erhalten, wenn sie den Eltern, die ihr Kind 35 Stunden pro Woche betreuen lassen wollen, dafür einen zeitlichen Korridor anbieten. Eltern, die ihr Kind sieben Stunden am Tag betreuen lassen wollen, sind heute vielfach auf einen festen zeitlichen Rahmen beschränkt, zum Beispiel von 7.30 bis 14.30 Uhr. Mit dem zusätzlichen Geld soll erreicht werden, dass den Eltern ein zeitlicher Spielraum angeboten wird, in dem sie ihr Kind zum Beispiel von 7 bis 14 Uhr oder von 8.00 bis 15.00 Uhr betreuen lassen können. Hierfür sind zunächst einmal etwa 300.000 Euro eingeplant.

• Und schließlich sollen rund 50.000 Euro eingesetzt werden, um in Kooperation mit Tagespflegepersonen individuelle Lösungen zu ermöglichen – zum Beispiel für eine Betreuung in den frühen Abendstunden

 Am Mittwoch, 27. Mai, soll der Jugendhilfeausschuss die Kriterien beraten und beschließen. Auf Basis der Anträge der Kita-Träger sollen dann in einer weiteren Sitzung Beschlüsse zu ganz konkreten Kita-Standorten gefasst werden. „Wir werden in allen Stadtteilen solche flexibleren Angebote machen können – aber im ersten Schritt noch nicht in allen Kitas. Und es ist auch klar, dass wir damit nicht unter Corona-Bedingungen mit der eingeschränkten Betreuung starten werden können. Aber wir treffen Vorsorge, dass es im nächsten Kitajahr so schnell wie möglich damit losgehen kann“, so der Sozialdezernent.