Bauernhausmuseum

Bauernhausmuseum
Das Bauernhausmuseum lässt bei seinen Besuchern die alte Zeit aufleben. Bei dem Museum handelt es sich um mehrere Gebäude, die an ihrem ursprünglichen Ort abgebaut und an der Ochsenheide wieder aufgebaut wurden.
Das Museumsensemble besteht aus dem original hergerichteten Mölleringshof von 1590, der Nachfolger des im Mai 1995 abgebrannten Hauptgebäudes ist. Des Weiteren gibt es das Backhaus (1764), den Spieker (Speicher, 1795), die zum Cafe umgebaute Scheune (1807), die Bockwindmühle (1686), die Bokemühle (1826) und ein Fachwerkhaus für Kinder, das Fischerhaus.


Historie

Der Entschluss ein Museum zu errichten, in dem das bäuerliche Inventar nicht in Vitrinen, sondern in einem richtigen Bauernhaus ausgestellt wird, wurde bereits 1914 gefasst.
Dabei spielte der Gedanke auf diesem Weg die alte ländliche Kultur, welche durch die Industrialisierung verdrängt wurde, zu bewahren, eine erhebliche Rolle. Zur Umsetzung kaufte die Stadt das Haupthaus des Meierhofes zu Ummeln. Dieses wurde im April 1915 in Ummeln abgebaut und im Juni auf der Ochsenheide wieder aufgerichtet. Der folgende Ausbau dauerte zwei Jahre. Am 6. Juni 1917 wurde das Museum feierlich eingeweiht.

Von 1935 bis 1937 wurde das Bauernhaus-Museum im Zuge der „Blut und Boden” Ideologie des Nationalsozialismus erweitert, indem die Bockwindmühle, 1686 aus Hille aufgekauft wurde. Noch im selben Jahr wurde eine weitere Mühle, die Bokemühle (erbaut im Jahre 1826) vom Hof Barner in Wittloge bei Hille erworben und ein Jahr später auf dem Museumsgelände errichtet. Zur selben Zeit wurde noch ein Spieker (Speicher von 1795) von Hof Markötter in Avenwedde aufgekauft. Dies war die vorerst letzte Erweiterung des Museums.

Erst 1982 wurde wieder an die Erweiterung des Museums gedacht, indem das Backhaus (von 1764) des Hofes Wittenbrock in Isingdorf bei Werther erworben, und 1984 aufgebaut wurde. Ein Jahr später erweiterte das Bienenhaus (Baujahr etwa 1890) aus Herringsen bei Bad Sassendorf den Häuserbestand des Museums. Das Museum erfreute sich einer immer größeren Beliebtheit. Am 23. Mai 1995 wurde das Haupthaus Opfer eines Brandes. Schon am nächsten Tag setzt sich die damalige Oberbürgermeisterin Dopheide für den Wiederaufbau des Bauernhaus-Museums ein. Eine gemeinnützige GmbH wurde gegründet, die den Wiederaufbau und den nachfolgenden Betrieb bis heute organisiert. Gesellschafter der gemeinnützigen Bielefelder Bauernhausmuseum gGmbH sind der Historische Verein für die Grafschaft Ravensberg (45 %), die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut (45 %) und die Stiftung Bauernhausmuseum Bielefeld (10 %).
Der Hof Möllering (1590) aus Rödinghausen wurde, samt Scheune, im selben Jahr vom Westfälischen Freilichtmuseum Detmold erworben. Am 28. August 1999 konnte das Bauernhaus-Museum, mit einer neu zusammengetragenen Objektsammlung, einem Café und vor allem mit einem neuen Ausstellungskonzept wieder eröffnet werden. Hinzu kamen noch entsprechende museumspädagogische Angebote. Für diese innovatorischen Leistungen wurde das Bauernhaus-Museum mit dem „Special Commendation” des „Europan Museum of the Year Award 2001” ausgezeichnet. 2007 konnte ein Handwerkerhaus von 1568 aus Vlotho auf dem Museumsgelände errichtet werden. Als „Kinderhaus” dient es der museumspädagogischen Arbeit.

Der Bauerngarten ist historischen Vorbildern aus der Zeit zwischen 1850 und 1900 im Ravensberger Land nachempfunden. In dem Garten wachsen Kräuter, Beerensträucher und Zierpflanzen sowie eine Hainbuche. Ebenso wurde eine Obstwiese angepflanzt. Der Garten ist Teil des Bauernhausmuseums und dient auch der Versorgung der auf dem Gelände untergebrachten Honigbienen.

Luftbildaufnahme zeigt Verteilung der einzelnen Gebäude