Rudolf – Oetker – Halle

Im Gedenken an Dr. Rudolf Oetker und seine im Ersten Weltkrieg gefallenen Bielefelder Kameraden und ›› den Lebenden zur Freude und Erhebung an den Werken der Tonkunst ‹‹
Ansicht der Rudolf-Oetker-Halle
Die Rudolf-Oetker-Halle, am Rande des Bürgerparks gelegen, besticht durch ihren monumentalen Charakter und ihre Anmut. Bereits 1930 eingeweiht, ist sie bis heute weit über die Landesgrenzen hinaus für ihre ausgewogene Akustik bekannt. Mit 1561 Sitzplätzen im großen Saal und 296 Sitzplätzen im kleinen Saal bietet sie den Zuhörern ausreichenden Platz.

Historie

Der Wunsch nach einer Konzerthalle wurde durch den Musikdirektor Prof. Wilhelm Lamping, der es verstand, die Bielefelder für die Musik zu begeistern, immer größer. Aus Überlieferungen ist bekannt, dass Dr. Rudolf Oetker, Sohn des Firmengründers Dr. August Oetker, dafür sorgen wollte, dass seine Heimatstadt endlich eine Konzerthalle bekam. Doch die Umsetzung war ihm nicht mehr vergönnt, denn er fiel 1916 im 1. Weltkrieg.

Die Familie Oetker verwirklichte diesen Wunsch und stellte der Stadt Bielefeld 1925 finanzielle Mittel für den Bau einer Konzerthalle zur Verfügung. 1926 wurde ein geeigneter Bauplatz zwischen dem damaligen Bürgerweg (heute Stapenhorststraße) und der Wertherstraße, an den Bürgerpark angrenzend, gefunden.
Den Entwurf erstellte das Architektenteam Hans Tietmann und Kurt Haake. Im Frühjahr 1928 wurde mit dem Bau begonnen.

Wilhelm Lamping unterstützte das Projekt als ”musikalischer Baumeister”. Die Fertigstellung der Rudolf-Oetker-Halle hat Wilhelm Lamping nicht mehr erlebt, da er am 7. September 1929 starb. Die Rudolf-Oetker-Halle wurde am 31. Oktober 1930 feierlich eingeweiht.
Ein Jahr später stiftete der Musikverein, Wilhelm Lamping zu Ehren, eine Bronzebüste, welche bis heute im Wandelgang des großen Saales steht und an den Musikdirektor erinnert.

Während des 2. Weltkrieges blieb auch die Oetkerhalle nicht unversehrt. So wurde während des großen Bombenangriffs auf Bielefeld am 30. September 1944 zwar zum Glück nicht der Hauptbau, dafür aber der nordwestliche Vorbau an der Lampingstraße zerstört. Doch Dank der finanziellen Unterstützung der Familie Oetker konnte sowohl dieser Schaden als auch später anfallende bauliche Aufwendungen finanziert werden.
Als ein Zeichen des Dankes gegenüber der Familie Oetker ließ die Stadt Bielefeld 1965 eine Büste von Dr. Rudolf Oetker aufstellen.

Seit ihrer Renovierung nach dem Kriege wurde lediglich die Technik nach und nach modernisiert und ein behindertengerechter Fahrstuhl eingebaut. Im Jahr 1997 musste das alte Gestühl ausgewechselt werden.

Den größten Umbau erfuhr die Rudolf-Oetker-Halle im Jahr 2004, weil das Musiktheater der Städtischen Bühnen während der Sanierung des Stadttheaters in der Rudolf-Oetker-Halle spielte. Nach zwei Spielzeiten wurde die Halle wieder zurück gebaut.