Theater Am Alten Markt – Historisches Rathaus

Theater Am Alten Markt
Das Gebäude in dem sich heute das Theater Am Alten Markt befindet, blickt als das einstige historische Rathaus auf eine lange Geschichte zurück. Leider geben die Überlieferungen keine Kunde davon, wann der Grundstein zum ehemaligen Rathausbau gelegt worden ist. Sicher ist aber, dass das historische Kellergewölbe mit den Wappenschlusssteinen wesentlich älter ist, als es die im Deckenbereich gefundene Jahreszahl 1538 zunächst vermuten lässt. So wird angenommen, dass mit dem Umzug des Rates und dem überwiegenden Teil der Verwaltung in das „Neue Rathaus” im Jahre 1904 am heutigen Niederwall eine mehr als 400jährige Nutzung als Rathaus endete. Danach folgten weitere Nutzungen als öffentliche Bücherei, Haus der Völkerverständigung, Sprech-Theater und nicht zuletzt der Volkshochschule, bis es heute mit Ausnahme der historischen Kellergewölbe, die eine Weinstube beherbergt, vom Theater genutzt wird.

Historie

Aufgrund der Wappenschlusssteine im gotischen Keller des heutigen „Theater am Alten Markt” (TAM) wird der Rückschluss gezogen, dass der erste Rathausbau eher vor als nach 1300 schon an dieser Stelle errichtet worden war, aber bis auf das Kellergeschoss einem Neubau weichen musste. Dieser Neubau wurde im hochgotischen Stil in den Jahren von 1538 bis 1569 errichtet. Das Adam-und-Eva-Relief im Haupteingang zur Bürgerberatung im Neuen Rathaus am Niederwall zeugt davon.

Leider belegen nur noch zwei Zeichnungen des Zeichenlehrers Ludwig Wahrens die Schönheit der Giebel, die keinen Vergleich mit dem des Crüwell-Hauses zu scheuen brauchten, denn 1820 wurde auf dem zum Teil abgebrochenen und entkernten Gebäude architektonisch ein Neubau im klassizistischen Stil errichtet.
Mit dem Neubau und der Verlagerung des Rathauses im Jahre 1904 an den Neumarkt (Niederwall) verblieben nur noch einige wenige Dienststellen. Ab 1927 war dort auch noch die städtische öffentliche Bücherei untergebracht. Bauliche Veränderungen, wie etwa 1908 die Schaffung eines Laubengangs auf der Westseite (Niedernstraße) zur Verbesserung des Verkehrs, der 1928 erfolgte Einbau eines elektrischen Fahrstuhls usw. beschränkten sich im Wesentlichen auf die Erhöhung der Funktionalität.

Bei dem größten und schwersten Luftangriff auf Bielefeld am 30. September 1944 wurde das Gebäude bis auf die Kellergewölbe und Teile der Außenmauern völlig zerstört. Während aber die Stadt den Neuaufbau auf der Grundlage eines Wettbewerbs und die künftige Nutzung plante, verfügte die Britische Militärregierung, dass an dieser Stelle das Information-Centre die „Brücke”, unter Einbeziehung eines Theatersaals als ein „deutsch-englisches Gemeinschaftswerk” zur allgemeinen Völkerverständigung errichtet werde sollte. Die Militärregierung beauftragte mit der Planung die Hamburger Architekten Dipl.-Ing. Nissen und Fischer. Gemeinsam mit dem Bielefelder Prof. Hanns Dustmann bildeten sie eine Arbeitsgemeinschaft.

Ab 1950 konnte der Bau mit Theater, Bibliothek, Brücke und Volkshochschule wieder genutzt werden. Die Kellerräume wurden dem Theater als Aufbewahrungsort für Requisiten und der Schlosserei zur Verfügung gestellt. Nach und nach jedoch zogen bis auf das Theater, die Nutzer aus, dem das gesamte Haus zur Verfügung steht. Nach dem Umbau des Kellergewölbes im Jahre 1995, wurde dort eine Weinstube so eingerichtet, wie sie sich heute noch präsentiert.


Ansicht der Wappenschlusssteine
Die Wappenschlusssteine im Kellergewölbe von links nach rechts: Herzogtum Berg, Meisterzeichen des unbekannten Steinmetz, Grafschaft von der Mark, Herzogtum Jülich, Grafschaft Ravensberg, Grafschaft Waldeck.

Betriebsferien
Die Stadtverwaltung geht in die Weihnachtspause. Die meisten Dienststellen bleiben vom 22. Dezember bis 1. Januar geschlossen.