Unbedacht Verstorbene – Jeder hinterlässt eine Spur

Ordnungsbehördliche Bestattungen
Eine ordnungsbehördliche Bestattung wird immer dann veranlasst, wenn keine Hinterbliebenen vorhanden sind oder die vorhandenen Hinterbliebenen ihrer Verpflichtung zur Bestattung nicht oder nicht rechtzeitig nachkommen können. Sofern keine anderweitige Willensbekundung bekannt ist, werden in Bielefeld die meisten Verstorbenen eingeäschert und auf dem Sennefriedhof in einem anonymen Begräbnis beigesetzt. Rund 80 – 90 Personen werden pro Jahr auf Veranlassung durch die Ordnungsbehörde auf dem Sennefriedhof bestattet.

Gründung der Bielefelder Initiative „Unbedacht Verstorbene - Jeder hinterlässt eine Spur”
Im Spätsommer 2013 hat sich die Bielefelder Initiative „Unbedacht Verstorbene – Jeder hinterlässt eine Spur”, vertreten durch die Bielefelder Hospizinitiativen, das Sozialpfarramt des evangelischen Kirchenkreises Bielefeld, Bethel-regional sowie dem Bestatterverband Bielefeld gegründet. Zielsetzung der Gründung war, gemeinsam mit der Stadt nach Lösungen zu suchen, Verstorbene ohne Angehörige auf würdige Art und Weise zur letzten Ruhe zu geleiten.

Erinnerungsfeiern für die „Unbedacht Verstorbenen”
Vereinbart wurde zwischen Stadt und Initiative in einem ersten Schritt, dass den „Unbedacht Verstorbenen” vierteljährlich im Rahmen eines öffentlichen und konfessionsübergreifenden Erinnerungsgottesdienstes gedacht wird. Die Erinnerungsgottesdienste finden 2017 jeweils um 13.00 Uhr in der Neuen Kapelle auf dem Sennefriedhof statt: Freitag, 27. Januar, 12. Mai, 14. Juli und 20. Oktober.

Zum Erinnerungsgottesdienst werden Personen aus dem Umfeld der Verstorbenen, aber auch die Bielefelder Öffentlichkeit eingeladen. Ehrenamtliche aus dem Umfeld der Initiative versuchen, Freunde, Bekannte, Nachbarn, aber auch ehemalige Berufskollegen der Verstorbenen zu ermitteln, um diese persönlich zur Erinnerungsfeier einzuladen.

Zusätzlich werden regelmäßig die Namen, Geburts- und Sterbedaten der Verstorbenen sowie die Termine für die Erinnerungsfeiern mittels Anzeige in den lokalen Printmedien veröffentlicht. Oftmals erfährt das Umfeld der Verstorbenen erst auf diesem Weg, dass ein ehemaliger Kollege verstorben oder eine alte Bekannte nicht mehr am Leben ist und haben nun die Möglichkeit, am Erinnerungsgottesdienst teilzunehmen.

Weitere Schritte
Die Initiative und die Stadt Bielefeld führen zurzeit weitere Gespräche mit dem Ziel, für die Unbedacht Verstorbenen in einem zweiten Schritt ein gesondertes Grabfeld auf dem Sennefriedhof auszuweisen und anzulegen. Geplant ist zudem, die vollen Namen sowie Geburts- sowie Sterbedaten der Verstorbenen auf einem Gemeinschaftsgrabstein bzw. einer Stele anzubringen, um sie dauerhaft der Anonymität zu entheben.

Auf Spenden angewiesen
Die Kosten für die Anzeigenschaltung, die Einladungen von Freunden und Bekannten, die Organisation und Durchführung der Erinnerungsfeier, aber auch der geplante Gemeinschaftsgrabstein werden von der Bielefelder Initiative getragen und sollen aus der Generierung von Spenden finanziert werden. Zu diesem Zweck hat der Kirchenkreis Bielefeld unter dem Stichwort „Unbedacht Verstorbener” ein Spendenkonto (KD-Bank, BLZ 350 601 90 Kto.-Nr. 200 66 99 068 bzw. BIC: GENO DE D1 DKD; IBAN DE 42 3506 0190 2006 6990 68; Verwendungszweck: W259C) eingerichtet.

Darüber hinaus freut sich die Initiative über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Denn das Aufsuchen von ehemaligen Kollegen und Bekannten eines Verstorbenen ist sehr zeitaufwändig. Interessierte können sich bei Beate Dirkschnieder unter der Telefonnummer 0521 / 144 61 80 sowie bei Sozialpfarrer Matthias Blomeier unter der Telefonnummer 0521 / 5837 187 melden.