Geförderter Breitbandausbau in Bielefeld

Stand: 2. Juli 2020
Im Dezember 2015 wurde durch den Stadtentwicklungsausschuss die Erarbeitung eines Konzeptes zum schnellstmöglichen, flächendeckenden Ausbau einer Breitbandinfrastruktur im gesamten Bielefelder Stadtgebiet beschlossen, wobei die Glasfasertechnologie zu bevorzugen sei.

Im Sommer 2016 wurde durch ein externes Beratungsbüro eine Studie zum flächendeckenden FTT-X-Breitbandausbau in der Stadt Bielefeld erarbeitet (dieses Projekt wurde im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit 50.000 Euro gefördert).

Die Stadt Bielefeld hat im Oktober 2016 einen Antrag auf Wirtschaftlichkeitslückenförderung im Rahmen des Bundesförderprogramms für den Breitbandausbau in allen unterversorgten Bereichen der Stadt Bielefeld gestellt (Wohn- und Gewerbegebiete). Außerdem wurden Fördermittel im Landesförderprogramm zur Kofinanzierung des Bundesförderprogramms Breitbandausbau beantragt. Die Fördermittel werden als Zuschuss an einen Netzbetreiber weitergeleitet, um die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen und in Gebieten, in denen der Breitbandausbau für Netzbetreiber nicht wirtschaftlich ist, dennoch den Breitbandausbau zu ermöglichen und diese Gebiete mit Glasfaser zu erschließen.

Der Förderantrag umfasst die sogenannten weißen Flecken (i. S. d. Förderbestimmungen sind dies Bereiche mit einer Versorgung von weniger als 30 Mbit/s und ohne eigenwirtschaftliche Ausbauankündigungen eines Netzbetreibers). Die unterversorgten Gebiete befinden sich v.a. in den eher ländlich geprägten Randlagen des Stadtgebietes, auf dem Höhenzug des Teutoburger Waldes und in Gewerbegebieten. Aufgrund einer Änderung der Förderbestimmungen konnte nachträglich auch die Glasfaseranbindung von unterversorgten Schulstandorten in das Verfahren aufgenommen werden.

Insgesamt sollen etwa 1.900 unterversorgte Adressen (Privathaushalte und Unternehmen) sowie 56 Schulstandorte mit FTTB-Anschlüssen versorgt werden (FTTB – Fibre to the building, also Glasfaser bis ins Gebäude). Für alle Haushalte sind Bandbreiten von mind. 100 Mbit/s symmetrisch und für alle Unternehmen von mind. 1 Gbit/s symmetrisch vorgesehen. Für die Schulen sollen mind. 1 Gbit/s symmetrisch zur Verfügung gestellt werden.
Die Auswahl eines geeigneten Netzbetreibers für den Infrastrukturausbau und den Netzbetrieb erfolgte über ein zweistufiges Vergabeverfahren mit einem vorgeschalteten europaweiten Teilnahmewettbewerb und anschließendem Verhandlungsverfahren.
Im Rahmen des Vergabeverfahrens wurden die Stadtwerke Bielefeld GmbH und ihr Tochterunternehmen Externer LinkBITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH als Nachunternehmer für den Netzaufbau und Netzbetrieb ausgewählt.

Für den Ausbau stellen Bund und Land NRW jeweils 50 Prozent der Gesamtfördersumme von rund 23,3 Millionen Euro zur Verfügung. Da sich die Stadt Bielefeld in der Haushaltssicherung befindet, wird der Eigenanteil in Höhe von 10 Prozent vom Land NRW übernommen.
Durch die Bereitstellung der Fördermittel wird in bislang unterversorgten Bereichen, die wegen hoher Investitionen aufgrund langer Zuleitungsstrecken und geringer Kundenzahlen für Netzbetreiber oft nicht wirtschaftlich interessant sind, der Anschluss an Glasfaser ermöglicht und somit eine zukunftssichere und nachhaltige Breitbandversorgung ermöglicht.

Der Glasfaserausbau soll auf einer Trassenlänge von insgesamt etwa 330 km erfolgen. Rund 145 km des Ausbaus sollen in Tiefbauverfahren durchgeführt werden, auf etwa 180 km sollen vorhandene Freileitungen und vorhandene Leerrohre genutzt werden. Der geförderte Glasfaserausbau startet im Sommer 2019 und soll im Frühjahr 2022 abgeschlossen werden.


Bauzeitenplan

Im August 2019 wurde parallel in zwei Gebieten mit den Bauarbeiten zu begonnen. Im Süden wurde im Bereich Eckardtsheim/Dalbke, unter anderem mit der Schule am Schlepperweg und der Theodor- Heuss-Realschule begonnen. Im Norden startete der Ausbau im Bereich zwischen Kammerratsheide und Schildesche mit der Hamfeld- und der Marienschule.

Es besteht aktuell ein Bauverzug von etwa 4 Monaten. Durch neues Datenmaterial haben sich im Rahmen der Kampfmittelüberprüfung eine Vielzahl neuer Bomben-Verdachtspunkte ergeben. Dies führte zu wiederholtem Baustopp, Umplanungen und Trassenänderungen.

Im Bielefelder Süden wurden zum Schutz der Landschaft und des Baumbestandes zahlreiche Planänderungen notwendig, die durch erneute Kampfmittelüberprüfungen und Aufbruchgenehmigungen zu Verzögerungen führten. Fehlende Tiefbaukapazitäten für Spezialarbeiten führten zu weiteren Verzögerungen.

Auch durch die Corona-Pandemie ist es zu Verzögerungen gekommen.

Hier finden Sie den aktuellen PDF-Dokument  [255 KB]Bauzeitenplan (Stand: Anfang April 2020), bitte beachten Sie, dass aufgrund von Kampfmittelverdachtsfällen und Corona-Krise Änderungen und/oder Verzögerungen eintreten können.

Projektfortschritte

02.07.2020:Bis Ende Juni 2020 wurden insgesamt rund 47 Km Breitbandtrasse verlegt. Hiervon entfallen 26 Km auf das nördliche Ausbaugebiet (Gebiet 02) und 21 Km auf den Bielefelder Süden (Gebiet 04).

03.04.2020: Rund 85 Prozent der Hausbesitzer*innen in den weißen Flecken haben sich dafür entschieden, den kostenlosen Hausanschluss realisieren zu lassen. Das Genehmigungsverfahren für Kampfmittelprüfung und Straßenaufbruch ist für 40 Prozent der zu realisierenden Trassen durchgeführt worden. Parallel dazu wurden die ersten Trassen ausgebaut.

Bisher sind insgesamt rund 24 km Breitbandtrasse verlegt worden. Der Ausbau erfolgte parallel sowohl im Norden (Ausbaubereiche W2-1, W2-2, W2-3 von Schildesche bis Heepen) als auch im Süden Bielefelds (Ausbaubereiche W4-1, W4-2 im Bereich Senne bis Dalbke).
Weitere Informationen finden Sie im Bauzeitenplan.

16.08.2019: Offizieller Spatenstich im geförderten Breitbandausbau in Bielefeld. Die Stadtwerke Bielefeld und ihre Telekommunikationstochter BITel haben im Rabenhof mit dem Anschluss bisher unterversorgter Gebiete in Bielefeld an das Glasfasernetz begonnen. Anke Recklies, Regierungsvizepräsidentin aus Detmold, und Andreas Römer von der atene KOM GmbH, Niederlassung Bonn, hoheitlich beliehener Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und digitale Infrastruktur, kamen am 16. August 2019 nach Baumheide, um gemeinsam mit Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen und Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann den Startschuss für das auf rund zweieinhalb Jahre angelegte Ausbauprogramm zu geben.
In einem ersten Bauabschnitt werden die Stadtwerke Bielefeld bis voraussichtlich November 2019 in einem Gebiet zwischen Schildesche und Milse insgesamt rund 17 Kilometer Glasfaserkabel verlegen lassen, um so ab April nächsten Jahres 36 Wohnhäuser, Betriebe und öffentliche Einrichtungen mit besonders schnellem Internet zu versorgen. Hierzu gehören auch vier Schulen. Dies gilt auch für den Bereich Eckardtsheim / Dalbke im Süden Bielefelds, in dem die Stadtwerke Bielefeld ebenfalls ab sofort rund 17 Kilometer Glasfaserleitungen verlegen. Auch dort soll ab April 2020 schnelles Internet zur Verfügung stehen.

08.05.2019: Offizielle Übergabe der Zuwendungsbescheide der beiden Fördermittelgeber Bund und Land Nordrhein-Westfalen und Unterzeichnung des Zuwendungsvertrages mit den Stadtwerken Bielefeld.

Förderung

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (50 Prozent) und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (50 Prozent) gefördert.

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Bundesförderung Breitbandausbau und ateneKOM