Klimaschutz

Bielefeld soll auch für nachfolgende Generationen als lebenswerte Stadt erhalten bleiben. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist der Schutz der Umwelt und des Klimas eine wichtige Voraussetzung. 

Aktuelles

Welche Gemeinde, welche Kommune und welche Großstadt schafft es, die installierte Photovoltaik-Leistung je Einwohner zu verdoppeln? Ziel des Wattbewerbs ist die Energiewende in Deutschland durch exponentiellen Ausbau von Photovoltaik zu beschleunigen. Weitere Infos zur Initiative und zum Ranking gibt es hier.
 

Zahlen, Daten, Fakten

2018 hatte sich Bielefeld mit der Fortschreibung des Handlungsprogramms Klimaschutz lokale Ziele bis 2050 gesetzt. Nun steht die Prüfung an, wie Klimaneutralität schon bis 2035 erreicht werden kann und die Ziele deutlich verschärft werden, denn auch Bielefeld sieht sich in der Verantwortung die Pariser Klimaziele zu erreichen. In dem Zwischenbericht 2021 wurde eine erste Bilanz gezogen zur Erreichung der einzelnen Ziele und zur CO2 Bilanzierung für Bielefeld.

Das im HPK festgelegte Zwischenziel im Jahr 2020 40 Prozent weniger CO2 zu emittieren als 1990 konnte erreicht werden. Wenige Fortschritte wurden im Bereich Mobilität erreicht, zwar sind die CO2- Emissionen pro Kilometer Verkehrsleistung gesunken, dies wird durch eine Zunahme des motorisierten Verkehrs jedoch aufgehoben. Im Bereich erneuerbare Energien kann ein stetiger Zuwachs der Anlagenleistung verzeichnet werden. Ebenso steigt dadurch der Anteil an erneuerbar erzeugtem Strom am Gesamtstromverbrauch auf etwa 28 Prozent im Jahr 2020 an. Ein großes ungenutztes Potenzial liegt weiterhin in den für Solarnutzung geeigneten Dachflächen, die nur zu einem geringen Teil für Photovoltaik genutzt werden.

Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur mit Hilfe aller Bielefelder*innen bewältigt werden kann. Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Verbände, Bürger*innen – für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt können und müssen alle ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. 

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 11. Juli 2019 mehrheitlich den Klimanotstand für Bielefeld erklärt. Er erkennt damit die Eindämmung der Klimakrise und ihre schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität an und unterstützt damit ausdrücklich das Engagement all derjenigen, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen. 

Seit 1987 wird für die Stadt Bielefeld eine eigene CO2-Bilanz erstellt. Mit den Ergebnissen der Bilanzierung können die Effekte der Klimaschutzaktivitäten gemessen und statistisch bewertet werden. Die letzte CO2-Bilanz für Bielefeld wurde für das Jahr 2019 mit dem Klimaschutz-Planer erstellt. Im Jahr 2019 liegen die Emissionen an Treibhausgasäquivalenten in Bielefeld bei 6,6 t CO2 pro Einwohner*innen. Die aktuelle CO2-Bilanz für das Jahr 2019 finden Sie rechts unter „Downloads“. 

Der eea® ist ein vielfach erprobtes internationales Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem Klimaschutzaktivitäten in Kommunen und Landkreisen regelmäßig überprüft und gesteuert werden. Bei Erreichen von mindestens 50 Prozent der maximal möglichen Punktzahl erfolgt die Auszeichnung mit dem eea® Zertifikat, bei 75 Prozent mit dem eea® Gold. Bielefeld wurde inzwischen zum vierten Mal mit dem eea® Gold ausgezeichnet.

Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer ehrte Bielefeld hierfür im Rahmen einer Auszeichnungsveranstaltung für kommunalen Klimaschutz mit der höchsten Auszeichnung in dem internationalen Managementsystem.  Bielefelds Umweltdezernent Martin Adamski nahm die Auszeichnung persönlich entgegen und sieht es als Bestätigung, dass Bielefeld auf dem richtigen Weg ist im Klimaschutz. International wird der eea von mehr als 1.500 Kommunen angewandt, in Deutschland sind es ca. 350 Kommunen und Kreise, die nach dem Standard arbeiten.

In den sechs Handlungsfeldern des eea: Stadtentwicklung und Raumplanung, kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation konnten in Bielefeld überdurchschnittliche Ergebnisse erreicht werden. Geprüft wird mit einem standardisierten Fragenkatalog, der die Aktivitäten mit rund 80 Fragestellungen analysiert und bewertet. Die Anforderungen des eea werden international laufend überprüft und verschärft, um ambitionierten Klimaschutz in den Kommunen zu befördern.

Wichtig für die Bielefelder Bewertung sind der Beschluss Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen, die Klimafolgenanpassungsstrategie oder die Nachhaltigkeitsstrategie. Ebenso wurden Projekte bewertet, wie der Umbau zur emissionsfreien Innenstadt oder die PV Förderung für Bürger*innen. Der Bielefelder Klimabeirat mit seinen Beschlüssen und Projekten trug ebenfalls zur guten Bewertung bei.

Weitere Verbesserungen will Bielefeld maßgeblich erreichen durch die Erarbeitung und Umsetzung eines Maßnahmenfahrplans zur Erreichung von Klimaneutralität bis 2030. Hierbei ist insbesondere der schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien und die Reduzierung des Energieverbrauchs entscheidend.

Zum eea-Bericht

Ziel der Naturhaushaltswirtschaft ist es, die natürlichen Ressourcen so haushälterisch zu bewirtschaften wie die künstliche Ressource Geld. In Anlehnung an den kommunalen Finanzhaushaltsplan wird ein Naturhaushaltsplan, das sogenannte Ökobudget, aufgestellt. Mit Hilfe von Umweltindikatoren und –qualitätszielen werden Veränderungen und Verbräuche der natürlichen Ressourcen quantifiziert und darstellt. Mittels politischer und administrativer Steuerung können Verbesserungen eingeleitet bzw. Verschlechterungen vermieden werden.