Bielefelder Corona-Aktionsplan - Bielefeld hält zusammen

Aktionsplan zur Milderung der sozialen und bildungspolitischen Folgen der Corona-Pandemie 

15.06.2021

Das Sozialdezernat Ingo Nürnberger hat auf Basis der zweiten Zukunftskonferenz den Aktionsplan „Bielefeld hält zusammen“ überarbeitet. Der Aktionsplan geht jetzt in die Beratungen der Ratsgremien.

Sozialdezernent Ingo Nürnberger: „Die Rückmeldungen zu unserem Aktionsplan auf der Zukunftskonferenz waren sehr positiv. Das freut uns natürlich sehr. Wir haben einige Anregungen in unsere Vorlage aufnehmen können. Ein wichtiges Thema ist die Beteiligungsorientierung bei der Weiterentwicklung und Umsetzung der Maßnahmen, damit wir nicht an den Wünschen
und Bedarfen der Leute vorbeiplanen. Wir wollen sehr stark auf die so genannten Regelangebote, wie zum Beispiel die Beratungsstellen, setzen. Und wir haben bei der Überarbeitung des Plans den Themenbereich „Gleichstellung der Geschlechter“ finanziell und inhaltlich noch einmal gestärkt, weil wir wissen, dass gerade Frauen während der Corona-Zeit unter der Mehrfachbelastung von Beruf und Familie gelitten haben und zum Teil auch Gewalterfahrungen im eigenen privaten Umfeld machen mussten. Gleichzeitig nehmen wir auch die Sorge, dass wir an die Mitarbeitenden - das sind die Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Pfleger*innen usw. - denken müssen, ernst. Wir müssen auch ihre Ressourcen und Gesundheit bei der Umsetzung der Maßnahmen gut im Blick haben.“

Am 24. Juni wird der Rat über die Umsetzung der Maßnahmen und deren Finanzierung entscheiden. Der vorgeschlagene Aktionsplan reicht bis ins Jahr 2023 und hat ein Finanzierungsvolumen von etwa 4,2 Millionen Euro. Es ist davon auszugehen, dass die Kosten zu einem großen Teil durch Landes- und Bundesförderprogramme aufgefangen werden können.

Was ist das Besondere am Aktionsplan „Bielefeld hält zusammen“?

  • Der Aktionsplan ist in sehr kurzer Zeit kooperativ entwickelt worden, um zügig benachteiligte Zielgruppen zu erreichen. Das Ziel ist, die sozialen und bildungspolitischen „Corona-Schäden“ zu mindern. Der Plan bietet er eine gute Grundlage, um Bildung, Sprache, Chancengleichheit und Teilhabe in Bielefeld breitflächig voranzubringen, damit die weitere Spaltung der Gesellschaft verhindert werden kann.
     
  • Die Maßnahmen, die von der Sprachförderung für Frauen mit Migrationshintergrund über Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche bis hin zur Bekämpfung von Gewalt in Familien reichen, wurden in acht themenspezifische Cluster eingeteilt. 

    Diese zielgruppenübergreifende Bearbeitung, z. B. des Themas „Aktivierung, Freizeit und Bewegung“, „Sprachförderung“ oder „Zugänge, Armut und Vereinsamung“ ermöglicht eine neue integrierte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure. 

    Denn klar ist, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie, wie z. B. mangelnde Bewegung, fehlende Begegnungsmöglichkeiten oder psychische Belastungen häufig zielgruppenübergreifend auftreten. 
     
  • Aufgrund der dynamischen Rahmenbedingungen bildet der Aktionsplan kein abgeschlossenes Konzept. Vielmehr müssen die Maßnahmen laufend angepasst und weiterentwickelt werden – und das weiterhin mit einer hohen Beteiligungsorientierung und nicht an den Bedarfen vorbei. Zahlreiche Maßnahmen sind bereits detailliert ausgearbeitet, in anderen Themen sollen die Vorschläge und Handlungsansätze noch weiterentwickelt werden. Einige Ziele und Maßnahmen benötigen Vorlauf und sind daher eher langfristig angelegt, während andere auf kurzfristige Hilfen zielen oder Adhoc-Maßnahmen sind, die längst begonnen haben (z.B. Ferienspiele).