Fragen und Antworten

Hier haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lutter-Sanierung für Sie zusammengestellt:

 

Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt sollen gut zwei Jahre dauern, beginnend 2020 könnten sie also 2022 beendet sein. Das Regenrückhaltebecken an der Teutoburger Straße wird vor Bauabschnitt II gebaut. Bauzeit für das Regenrückhaltebecken: zirka eineinhalb Jahre (Herbst 2019 bis Ende 2021).

Nein, die Anliegerbeiträge werden sich nicht erhöhen. Anliegerbeiträge werden nach dem Kommunalabgabegesetz (KAG) nicht fällig, da die Nutzungsdauer der Ravensberger Straße noch nicht abgelaufen ist.

Hinsichtlich der Wiederherstellung und Gestaltung der Straße ist das Amt für Verkehr zuständig. Der tatsächliche Ausbaustandard wird letztlich durch einen politischen Beschluss festgelegt. 

Für die Festsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten die gleichen Bedingungen, wie für die Gesamtmaßnahme „Wiederherstellung Ravensberger Straße”. Auch hier wird der Ausbaustandard durch einen politischen Beschluss festgelegt. Die Beschilderung als verkehrsberuhigter Bereich (sog. „Spielstraße”) ist weiter vorgesehen.

Die Sanierung des Lutterkanals in der Ravensberger Straße zwischen Niederwall und Stauteich I kostet die Stadt Bielefeld auf Grundlage der Entwurfsplanung voraussichtlich rund 35 Millionen Euro. Davon entfallen rund 15 Millionen Euro für die notwendige Regenrückhaltung. Dazu kommen rund 20 Millionen Euro für die komplette Sanierung des Lutterkanals und des Schmutzwasserkanals.

Die verrohrte Lutter wird zwar „Lutterkanal” genannt, es handelt sich aber um ein verrohrtes Gewässer und keinen Bestandteil der öffentlichen Kanalisation. Deshalb kann die Sanierung nicht über Gebühren refinanziert werden. Das Geld dafür kommt aus dem Kernhaushalt der Stadt Bielefeld. Anders ist es bei der Sanierung des Schmutzwasserkanals und der Regenrückhaltung. Sie können über die Entwässerungsgebühren refinanziert werden. 

Es gibt verschiedene Inliner-Lösungen. Für den Bereich zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I ist ein glasfaserverstärktes Kunststoffrohr vorgesehen, das in den schadhaften Lutterkanal eingebaut wird. Diese GFK-Rohre dichten nicht nur ab, sondern sorgen auch dafür, dass der Kanal wieder die statischen Anforderungen erfüllt. Vorteil dieser Sanierungsform: Im Vergleich zur offenen Bauweise müssen hier nur abschnittsweise Erdarbeiten ausgeführt werden; das meiste passiert unterirdisch. Nachteil bei einer Inlinersanierung ist der Querschnittverlust des Kanals. Deshalb muss als Ausgleich vor oder parallel zur Sanierung ein Regenrückhaltebecken gebaut werden. 

Bei der Inlinersanierung des Lutterkanals zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I sind während der kompletten Bauzeit zwei Heberleitungen notwendig. Es handelt sich in diesem Fall um Stahlleitungen, durch die das im Kanal abfließende Wasser abschnittsweise oberirdisch umgeleitet wird. 

Bei der Inlinersanierung zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I läuft der Großteil der Arbeiten unterirdisch, allerdings wird es abschnittsweise kleinere offene Baugruben geben. 

Bei der Erneuerung mit einem Stahlbetonprofil in modifizierter offener Bauweise rechnet man mit einer Abschreibungsdauer von 70 Jahren. Beim Inlinerverfahren beträgt die Abschreibungsdauer 50 Jahre. Genutzt werden können die Kanäle erfahrungsgemäß über die Abschreibungszeit hinaus.

Das Becken ermöglicht grundsätzlich die Sanierung des Lutterkanals im Inlinerverfahren. Hintergrund: Durch die Verwendung des Inliners verringert sich der Querschnitt entscheidend und damit auch das Abflussvermögen des Kanals. Das Regenrückhaltebecken soll einen Teil des anfallenden Wassers speichern, das im Lutterkanal abfließt, um eine Überlastung des Kanals zu vermeiden. Dazu kommt, dass die Wasserspiegellagen den Betrieb des vorhandenen Regenüberlaufbeckens in der Turnerstraße beeinflussen. Dort wird nämlich das anfallende Mischwasser bei Regen gesammelt und vor der Einleitung in die Lutter geklärt. Das geplante Regenrückhaltebecken soll hier Entlastung schaffen.