Baumschutz

Bäume sind (fast) Alleskönner: Sie sind Schattenspender, Luftbefeuchter, Kühlaggregat und Luftfilter. Sie sind Lebensstätte von Tieren und Pflanzen. Sie liefern Nahrung für Mensch und Tier. Sie erfreuen wegen ihrer Schönheit, ihres jahreszeitlichen Wandels. Sie sind Sichtschutz und Raumbildner. Es gibt also viele Gründe, Bäume insbesondere in der Stadt zu schützen. 
In Bielefeld gibt es seit 2002 keine Baumschutzsatzung mehr. In einem öffentlichen Hearing wurde 2019 über die Vor- und Nachteile einer Baumschutzsatzung diskutiert. Einzelheiten der Anhörung finden Sie hier.
Gleichwohl sind viele Bielefelder Bäume geschützt durch  

  • die Schutzbestimmungen für Naturdenkmale, geschützte Landschaftsbestandteile, Naturschutz und Landschaftsschutzgebiete
  • Festsetzungen in Bebauungsplänen, wonach z.B. Bäume zu erhalten, zu pflegen und bei Abgang zu ersetzen sind
  • durch die Baumerhaltungsrichtlinie; danach sind Bäume auf städtischen Flächen mit einem Stammumfang von 80 cm zu erhalten. Sofern eine Fällung unabweisbar ist, sind Ersatzpflanzungen vorzusehen. Des Weiteren verlangt die Richtlinie einen Schutz der Bäume bei Baustellen. Die Baumerhaltungsrichtlinie ist eine Selbstverpflichtung der Stadt, der sich auch andere Institutionen (MoBiel, die Stadtwerke Bielefeld GmbH, die Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen mbH, der Bielefelder Wohnungsverein eG und die Sparkasse Bielefeld) im Hinblick auf ihre Liegenschaften angeschlossen haben

Auf Baustellen und bei Leitungsverlegungen sind besondere Maßnahmen erforderlich, um die zu erhaltenden Bäume gesund und vital zu erhalten.  Informationen zum Schutz von Bäumen auf Baustellen finden Sie hier. 

Bei bestimmten Bäumen sind die Gehölzschutzfristen vom 1.3. bis 30.9. eines Jahres zu beachten. Davon abgesehen sind die Regeln des besonderen Artenschutzes zu beachten. Es muss i.d.R. sichergestellt sein, dass keine im Baum brütenden oder ruhenden Tiere verletzt oder gestört werden. Vor Beginn der Arbeiten muss also überprüft werden, ob sich im Baum Tiere aufhalten. Ist dies der Fall, müssen die Arbeiten verschoben werden, bis die Tiere fort sind. Bei besonders geschützten Arten, z.B. Fledermäusen, Saatkrähen, Greifvögeln und Höhlenbrütern sind die Fortpflanzungs- und Ruhestätten an sich geschützt. Wenn es also eine benutzte Höhle oder dauerhafte Vogelnester in einem Baum gibt, dürfen diese i.d.R. nicht entfernt werden.