Radverkehrskonzept für die Regiopolregion

Das integrierte Radverkehrskonzept ist fertig!

Karte Radverkehrsnetz

Die Erarbeitung des regionalen integrierten Radverkehrskonzeptes für die Regiopolregion Bielefeld ist abgeschlossen und alle 13 Partnerkommunen haben es politisch beschlossen. Bequem, sicher und gleichberechtigt zum Autoverkehr mit dem Fahrrad in die Nachbarstädte pendeln, das ist die Vision, die sich in dem 240 Seiten starken Konzept niederschlägt. Ermöglicht werden soll dies durch ein lückenloses Alltagsradwegenetz, einheitliche Qualitätsstandards und attraktive Verknüpfungsmöglichkeiten mit dem ÖPNV. 

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Aktuell arbeiten die Kommunen der Regiopolregion daran, die im Radverkehrskonzept definierten Maßnahmenvorschläge in eine interkommunal abgestimmte Umsetzungsstrategie zu überführen. Parallel werden erste Maßnahmen, wie zum Beispiel die Planung einer Veloroute entlang der ehemaligen B68-Trasse, vorangetrieben. Zielvorgabe ist es, die Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept bis 2030 umzusetzen.

In der Regiopolregion pendeln viele Menschen zur Arbeit oder zur Ausbildung. Alleine Bielefeld verzeichnet über 120.000 Pendlerbewegungen über die Stadtgrenzen hinweg. Wochentags pendeln täglich über 70.000 weitere Erwerbstätige zwischen den Städten und Gemeinden der Regiopolregion. 

Da annähernd 50 Prozent der knapp 40.000 Studierenden der acht Bielefelder Hochschulen aus dem regionalen Umfeld stammen, pendeln ca. 20.000 Studierende zwischen Wohnort und Hochschule. 
Auch die Bildungsmobilität von Schüler*innen ist vergleichsweise groß. So pendeln allein aus Gütersloh rund 3.500 Berufsschüler*innen nach Bielefeld. 

Etwa 85 Prozent der Pendler*innen nutzen das Auto, um von ihrem Wohnort zu ihrem Arbeits- oder Studienplatz zu kommen. Dies führt zu einem hohen PKW-Aufkommen in den Tageslastspitzen, einem erhöhten CO2-Ausstoß und zu einer hohen NOx- und Feinstaubbelastung.

Die Regiopolregion möchte den Verkehr umweltfreundlich organisieren und das Zusammenwachsen der beteiligten Kommunen fördern. Gute Radverbindungen eröffnen neue Perspektiven für Pendler*innen. Wenn mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, wird die Umwelt weniger belastet und die Gesundheit der Radfahrer*innen gefördert.

Das regiopole Radverkehrskonzept wurde in enger Zusammenarbeit der Regiopolkommunen und den Kreisen Herford, Gütersloh und Lippe ausgearbeitet und abgestimmt. Darüber hinaus fand im Sommer 2019 eine breit angelegte Online-Beteiligung statt, die durch drei lokale Beteiligungsworkshops ergänzt wurde. 

Im Rahmen der Online-Beteiligung waren die Bürger*innen der Region eingeladen, die Fachplanung für das neue interkommunale Radverkehrsnetz mit Hinweisen und Ideen zu unterstützen. In einer Karte mit Trassen für mögliche Verbindungen zwischen den Kommunen konnten sie Routen einzeichnen, die wichtige Ziele verknüpfen, kritische Stellen beschreiben und Beiträge anderer Nutzer*innen kommentieren.

Die Aktion war ein voller Erfolg: die „Expert*innen vor Ort” gaben insgesamt 480 Hinweise, die in die Konzepterstellung eingeflossen sind. Hier finden Sie sämtliche Ideen und Anregungen aus der Online-Beteiligung:

An den Beteiligungsworkshops nahmen etwa 150 Personen teil, die dem Planungsteam zahlreiche Anregungen und Wünsche mitgaben wie zum Beispiel: 

  • Alternative Strecken von Asemissen und Steinhagen nach Bielefeld
  • Anpassung der Wegweisung
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen von 70 km/h auf vielen Verbindungen
  • Eine Ansprechperson für den Radverkehr in jeder Kommune 
  • Prüfung einer Alternativroute zur B68 parallel zur Bahn
  • Sehr steile Wegstrecken durch Alternativen mit moderater Steigung ersetzen.
  • Möglichst Rad- und Fußverkehr baulich trennen

In den ausführlichen Dokumentationen der Workshops können Sie die Details zum Ablauf und zu den Ergebnissen lesen:
12. September in Bad Salzuflen
9. Oktober in Halle
11. Oktober in Herford

Bei der Konzeption des regiopolen Radverkehrsnetzes wurden die Trassen berücksichtig, die in den kommunalen und kreisweiten Radverkehrskonzepten als Hauptrouten ausgewiesen sind und sich in besonderem Maße als interkommunale Verbindungen eignen. Auf diese Weise wurden die verschiedenen Ansätze harmonisiert und Synergien erzeugt. Gleichzeitig wurden die Anbindungen in die Nachbarkommunen außerhalb der Regiopolregion mitgedacht. Damit passt sich das regiopole Radverkehrsnetz nahtlos in das großräumliche Radverkehrsnetz OWL ein, das zurzeit im Rahmen der Regionale 2022 erarbeitet wird.

Neben den Partnerkommunen der Regiopolregion, dem Verkehrsplanungsbüro SHP und Ingenieur*innen aus Hannover sowie den Bürger*innen aus den Workshops und der Online-Beteiligung, waren auch die drei Kreisverwaltungen aus Gütersloh, Herford und Lippe als Träger*innen vieler relevanter Strecken in die Planungen involviert.
Finanziert wurde die Entwicklung des Konzepts im Rahmen des Forschungsprogramms „Modellvorhaben der Raumordnung (MORO)“ des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), einer Ressortforschungseinrichtung die das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) durch Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf diesen Gebieten unterstützt.