Breitbandausbau

Glasfaserausbau in den "weißen Flecken"

Die Stadt Bielefeld stellte im Oktober 2016 einen Antrag auf Wirtschaftlichkeitslückenförderung im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau in unterversorgten Bereichen der Stadt Bielefeld (Wohn- und Gewerbegebiete). Außerdem wurden Fördermittel im Landesförderprogramm zur Kofinanzierung des Bundesförderprogramms Breitbandausbau beantragt. Die Fördermittel werden als Zuschuss an einen Netzbetreiber weitergeleitet, um die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen und in Gebieten, in denen der Breitbandausbau für Netzbetreiber nicht wirtschaftlich ist, dennoch den Breitbandausbau zu ermöglichen und diese Gebiete mit Glasfaser zu erschließen.

Im Rahmen des Vergabeverfahrens wurden die Stadtwerke Bielefeld GmbH und ihr Tochterunternehmen BITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH als Nachunternehmer für den Netzaufbau und Netzbetrieb ausgewählt.

Der Glasfaserausbau wird auf einer Trassenlänge von insgesamt etwa 330 km erfolgen. Rund 145 km des Ausbaus sollen in Tiefbauverfahren durchgeführt werden, auf etwa 180 km werden vorhandene Freileitungen und Leerrohre genutzt. Der geförderte Glasfaserausbau startete im Sommer 2019 und soll planmäßig im Frühjahr 2022 abgeschlossen werden.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau gefördert. Für den Ausbau stellen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalens jeweils 50 Prozent der Gesamtfördersumme von rund 23,3 Millionen Euro zur Verfügung. Da sich die Stadt Bielefeld zum Zeitpunkt der Bewilligung in der Haushaltssicherung befand, wird auch der Eigenanteil in Höhe von 10 Prozent vom Land NRW übernommen.

"Weiße Flecken"

Der Förderantrag umfasst die sogenannten "weißen Flecken". Dieses sind im Sinne der Förderbestimmungen Bereiche mit einer Versorgung von weniger als 30 Mbit/s und ohne eigenwirtschaftliche Ausbauankündigungen eines Netzbetreibers. Die unterversorgten Gebiete befinden sich vor allem in den eher ländlich geprägten Randlagen des Stadtgebietes, auf dem Höhenzug des Teutoburger Waldes und in Gewerbegebieten. Aufgrund einer Änderung der Förderbestimmungen konnte nachträglich auch die Glasfaseranbindung von unterversorgten Schulstandorten in das Verfahren aufgenommen werden.

Insgesamt sollen etwa 1.900 unterversorgte Adressen (Privathaushalte und Unternehmen) sowie 56 Schulstandorte mit FTTB-Anschlüssen versorgt werden (FTTB – Fiber to the building, also Glasfaser bis ins Gebäude). Für alle Haushalte sind Bandbreiten von mind. 100 Mbit/s symmetrisch und für alle Unternehmen von mind. 1 Gbit/s symmetrisch vorgesehen. Für die Schulen sollen mind. 1 Gbit/s symmetrisch zur Verfügung gestellt werden.

Durch die Bereitstellung der Fördermittel wird in bislang unterversorgten Bereichen, die wegen hoher Investitionen aufgrund langer Zuleitungsstrecken und geringer Kundenzahlen für Netzbetreiber oft wirtschaftlich nicht interessant sind, der Anschluss an Glasfaser und somit eine zukunftssichere und nachhaltige Breitbandversorgung ermöglicht.

Im August 2019 wurde parallel in zwei Gebieten mit den Bauarbeiten begonnen:

  • Im Süden wurde im Bereich Eckardtsheim/Dalbke, unter anderem mit der Schule am Schlepperweg und der Theodor-Heuss-Realschule begonnen.
  • Im Norden startete der Ausbau im Bereich zwischen Kammerratsheide und Schildesche mit der Hamfeld- und der Marienschule.

Es besteht aktuell ein Bauverzug von etwa 9 Monaten. 

Durch neues Datenmaterial haben sich im Rahmen der Kampfmittelüberprüfung eine Vielzahl neuer Bomben-Verdachtspunkte ergeben. Dies führte zu wiederholten Baustopps, Umplanungen und Trassenänderungen.

Im Bielefelder Süden wurden zum Schutz der Landschaft und des Baumbestandes zahlreiche Planänderungen notwendig, die durch erneute Kampfmittelüberprüfungen und Aufbruchgenehmigungen zu Verzögerungen führten. Fehlende Tiefbaukapazitäten für Spezialarbeiten führten zu weiteren Verzögerungen.

Auch durch die Corona-Pandemie, Lieferausfälle beim Material und Winter-/Kälteeinbrüche ist es zu Verzögerungen gekommen.

Die BITel aktiviert schon seit längerem die Anschlüsse nicht mehr gebietsweise, sondern sobald die Glasfaser eingeblasen und die Anbindung fertiggestellt wurde. Das heißt, es wird nun kein gebietsweiser Bauzeitenplan mehr veröffentlicht.

Der Ausbau der Weißen Flecken steht insgesamt nun kurz vor dem Abschluss: Mindestens 80 % der Kund*innen werden im April/Mai 2022 angeschlossen. Danach werden nur noch vereinzelte, technisch schwierige Einzelanschlüsse in der Fläche folgen.

Projektfortschritt

24.3.2022: Der Gesamt-Bauzeitverzug konnte von 11 auf 9 Monate reduziert werden. Es sind nun genau 300 km Breitbandtrasse gebaut worden. Bis auf vier Schulen sind alle Schulen und 592 Gebäude aktiv an das Netz angeschlossen.

Leider wurden die großen Fortschritte in den Gebieten im Westen und im Norden gemacht (G01 und G03). Das Gebiet G04 im Bielefelder Süden kommt weiterhin nur schleppend voran. Viele Ausfälle wegen Corona-Erkrankungen und der heftige Sturm im Februar haben erneut zu Verzögerungen geführt. Seit Dezember 2021 sind insbesondere bei den Bautrupps der südlichen Region G04 sieben Mal ganze Bautrupps wegen einzelner Corona-Fälle wochenweise in Quarantäne gegangen. Die Zahl der wochenweisen Corona-Erkrankungen liegt im Jahr 2022 auf historischem Höchststand.

Der heftige Sturm Mitte Februar 2022 hat bis jetzt deutlich sichtbare Schneisen der Verwüstung in den Bielefelder Wäldern zurückgelassen. Alle verfügbaren Kräfte zum Freileitungsbau mussten vier Wochen lang ausschließlich zur Störungsbeseitigung des Stromnetzes eingesetzt werden. Das hat zur Folge, dass der Breitbandausbau an Freileitungen ruhen musste. Dadurch fehlen an den langen Hauptkabelstrecken zum Beispiel von der Senne hin zu den Gebieten in Brackwede und Ubbedissen und im Bereich Jöllenbeck/Theesen weiterhin kurze Netzverbindungen. Es sind diese kleinen Lücken, die zur Folge haben, dass die Breitbandverbindungen in vielen Gebieten der Weißen Flecken nicht geschlossen werden können.

Seit Mitte März konnten die Freileitungsarbeiten wieder aufgenommen werden. Aber in Summe hat sich ein 4 – 6 wöchiger zusätzlicher Verzug eingestellt.

Dennoch steht der Ausbau der Weißen Flecken insgesamt nun kurz vor dem Abschluss: Mindestens 80 % der Kund*innen werden im April/Mai 2022 angeschlossen. Danach werden nur noch vereinzelte, technisch schwierige Einzelanschlüsse in der Fläche folgen.

01.12.2021: Aktuell besteht insgesamt ein Bauverzug von etwa 11 Monaten (Stand November 2021). Um den Ausbau zu beschleunigen, wurde die Anzahl der Tiefbaufirmen von zwei auf fünf Firmen erhöht. Das hat insbesondere im nördlichen Bereich G01 zu erheblicher Beschleunigung des Ausbaus geführt.

Im Sommer 2021 hat das Thema der Materialknappheit auch den Breitbandausbau in voller Härte erreicht. Mehrere Wochen lang fehlten entweder die Mikroleerohre, Freileitungsmaterialien, Glasfaserkabel oder Schaltschränke. Kampfmittel-Verdachte, langwierige Abstimmungen bei Bahnquerungen und Genehmigungsverfahren in sensiblen Landschaftsbereichen sowie die Corona-Pandemie führen weiterhin zu Verzögerungen, so dass leider einzelne Kunden extrem lange auf ihren Anschluss warten müssen. 

Von September bis Ende November 2021 sind zusätzliche 35 km Trasse gebaut worden. Damit sind nun insgesamt rund 245 km Breitbandtrasse verlegt worden (Tiefbau und Freileitungen). Der Ausbau erfolgte in erster Linie im nördlichen Ausbaugebiet G01 und im westlichen Ausbaugebiet G03, wo derzeit großflächig erschlossen wird. 
Im südlichen Gebiet G04 müssen an mehrere Stellen noch aufwändige Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, um das Netz so weit fertigzustellen, dass auch Gebäude in den äußeren Bezirken durchgängig bis zum sogenannten PoP (Hauptverteilerstandort) mit Glasfaser angebunden sind.  

Von den 56 Schulstandorten, die einen geförderten Glasfaseranschluss erhalten sollen, sind nun 41 fertig erschlossen. Bei weiteren 5 Schulen fehlen nur noch wenige Glasfaser-Facharbeiten und sie werden in Kürze angeschlossen. Die verbleibenden Schulen liegen am Ende sehr langer Trassenabschnitte und können erst zum Projektende fertiggestellt werden.

Das Gebiet G02 im Nordwesten ist bis auf wenige Hausanschlüsse fertig erstellt und zum Betrieb übergeben worden. 

Insgesamt sind bereits 476 Gebäude angeschlossen und können das neue Glasfasernetz aktiv nutzen.

07.09.2021: Bis Ende August 2021 sind insgesamt rund 210 km Breitbandtrasse verlegt worden (Tiefbau und Freileitungen). Bislang wurden 40 km im nördlichen Ausbaugebiet G01, 74 km im nord-westlichen Ausbaubereich G02, 20 km im westlichen Ausbaugebiet G03 und 76 km im südlichen Ausbaubereich G04 gebaut.

Von den 56 Schulstandorten, die einen geförderten Glasfaseranschluss erhalten sollen, sind bereits 31 fertig erschlossen. Weitere 18 Schulen sind bereits mit Glasfaser angeschlossen – hier fehlen noch Trassenabschnitte bis zum PoP,die in Kürze fertigestellt werden (der sog. PoP ist vergleichbar mit einem Hauptverteiler, an dem das neue Netz mit dem Weitverteilnetz, also dem Backbone, verknüpft ist).

Aktuell besteht ein Bauverzug von etwa 10 Monaten (Stand August 2021). Kampfmittelverdachtspunkte und wiederholte Baustopps, Umplanungen und Trassenänderungen, die Corona-Pandemie sowie der extreme Wintereinbruch im Februar 2021 haben zu Verzögerungen geführt (s. unten).

Seit Juni 2021 treten – wie in Industrie und Baubranche - immer wieder Verzögerungen durch fehlendes Material auf. Rohrmaterial, Kabel und Verteilerschränke sind seit Mitte 2021 kaum verfügbar und es muss alternatives Material besorgt und an das bestehende Netz angepasst werden. Seit zwei Monaten ist überraschend kein Material für den Ausbau der Freileitungen mehr verfügbar. Da viele der weißen-Flecken-Bereiche über Freileitungen miteinander verbunden sind, hat dies zur Folge, dass vor Ort bereits erschlossene Teilgebiete nicht bis zum PoP hin durchgeschaltet werden können. Die Anschlüsse in den einzelnen Gebäuden können jedoch erst dann genutzt werden, wenn die gesamte Glasfaserstrecke zwischen dem Gebäude und dem PoP vollständig gebaut und gespleisst ist.

Alle weißen Flecken hängen an insgesamt vier über das Stadtgebiet verteilten PoP-Standorten. Wenn an einer Stelle die Verbindung fehlt, z.B. aufgrund des fehlenden Materials für den Freileitungsbau, dann kann das Netz nicht aktiv geschaltet werden. Also auch wenn die Glasfaser im Gebäude, in der Straße und sogar bereits im gesamten Ausbaugebiet verlegt ist, kann das Netz z.B. aufgrund eines fehlenden Teilstücks im benachbarten Ausbaugebiet noch nicht genutzt werden.

Neues Freileitungsmaterial ist für November 2021 zugesagt – dann sollen die Lücken im Netz geschlossen werden.

13.04.2021: Bis Ende Januar 2021 sind insgesamt rund 120 km Breitbandtrasse verlegt worden (Tiefbau und Freileitungen). Bislang wurden 69 km im nord-westlichen Ausbaubereich G02 und 51 km im südlichen Ausbaubereich G04 gebaut.
In den Ausbaugebieten G03 und G01 wurde ebenfalls mit den Bauarbeiten begonnen. 
Fast die Hälfte der 56 Schulstandorte, die einen geförderten Glasfaseranschluss erhalten sollen, konnten mittlerweile mit Glasfaser angeschlossen werden.

Aktuell besteht ein Bauverzug von etwa 6 Monaten (Stand April 2021). Aufgrund einer Vielzahl von Kampfmittelverdachtspunkten im Stadtgebiet ist es wiederholt zu Baustopps, Umplanungen und Trassenänderungen gekommen. Auch durch Maßnahmen zum Schutz der Landschaft und des Baumbestandes mussten Trassen neu geplant werden. Nicht zuletzt haben die seit einem Jahr anhaltende Corona-Pandemie und auch der extreme Wintereinbruch im Februar 2021 leider zu weiteren Verzögerungen geführt.

10.11.2020: Bisher sind insgesamt 91,1 km Breitbandtrasse verlegt worden. Seit August 2019 wurden 56,9 km im nördlichen Ausbaubereich von Schildesche bis Heepen (Ausbaugebiet 02) und 34,2 km im südlichen Ausbaubereich (Ausbaugebiet G04) gebaut.
Im Südwesten des Stadtgebietes starten die ersten Arbeiten (Ausbaugebiet 03).

23.09.2020: Bis Mitte September 2020 wurden etwa 70 km Breitbandtrassen in den beiden aktuellen Ausbaugebieten 02 und 04 verlegt.

02.07.2020: Bis Ende Juni 2020 wurden insgesamt rund 47 km Breitbandtrasse verlegt. Hiervon entfallen 26 km auf das nördliche Gebiet (Ausbaugebiet 02) und 21 km auf den Bielefelder Süden (Ausbaugebiet 04).

03.04.2020: Rund 85 Prozent der Hausbesitzer*innen in den „weißen Flecken“ haben sich dafür entschieden, den kostenlosen Hausanschluss realisieren zu lassen. Das Genehmigungsverfahren für Kampfmittelprüfung und Straßenaufbruch ist für 40 Prozent der zu realisierenden Trassen durchgeführt worden. Parallel dazu wurden die ersten Trassen ausgebaut.

Bisher sind insgesamt rund 24 km Breitbandtrasse verlegt worden. Der Ausbau erfolgte parallel sowohl im Norden (Ausbaubereiche W2-1, W2-2, W2-3 von Schildesche bis Heepen) als auch im Süden Bielefelds (Ausbaubereiche W4-1, W4-2 im Bereich Senne bis Dalbke).

16.08.2019: Offizieller Spatenstich im geförderten Breitbandausbau in Bielefeld. Die Stadtwerke Bielefeld und ihre Telekommunikationstochter BITel haben im Rabenhof mit dem Anschluss bisher unterversorgter Gebiete in Bielefeld an das Glasfasernetz begonnen. Anke Recklies, Regierungsvizepräsidentin aus Detmold, und Andreas Römer von der atene KOM GmbH, Niederlassung Bonn, hoheitlich beliehener Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und digitale Infrastruktur, kamen am 16. August 2019 nach Baumheide, um gemeinsam mit Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen und Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann den Startschuss für das auf rund zweieinhalb Jahre angelegte Ausbauprogramm zu geben.

In einem ersten Bauabschnitt werden die Stadtwerke Bielefeld bis voraussichtlich November 2019 in einem Gebiet zwischen Schildesche und Milse insgesamt rund 17 Kilometer Glasfaserkabel verlegen lassen, um so ab April nächsten Jahres 36 Wohnhäuser, Betriebe und öffentliche Einrichtungen mit besonders schnellem Internet zu versorgen. Hierzu gehören auch vier Schulen. Dies gilt auch für den Bereich Eckardtsheim/Dalbke im Süden Bielefelds, in dem die Stadtwerke Bielefeld ebenfalls ab sofort rund 17 Kilometer Glasfaserleitungen verlegen. Auch dort soll ab April 2020 schnelles Internet zur Verfügung stehen.

08.05.2019: Offizielle Übergabe der Zuwendungsbescheide der beiden Fördermittelgeber Bund und Land Nordrhein-Westfalen und Unterzeichnung des Zuwendungsvertrages mit den Stadtwerken Bielefeld.

2018: Die Auswahl eines geeigneten Netzbetreibers für den Infrastrukturausbau und den Netzbetrieb erfolgte über ein zweistufiges Vergabeverfahren mit einem vorgeschalteten europaweiten Teilnahmewettbewerb und anschließendem Verhandlungsverfahren.

Im Rahmen des Vergabeverfahrens wurden die Stadtwerke Bielefeld GmbH und ihr Tochterunternehmen BITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH als Nachunternehmer für den Netzaufbau und Netzbetrieb ausgewählt.

Glasfaserausbau in Gewerbegebieten

Übergabe der Förderbescheide und Unterzeichnung des Zuwendungsvertrags

Der Startschuss für den Glasfaserausbau in den Gewerbegebieten in Bielefeld ist gefallen.

Am Montag, 28. Februar, übergaben Vertreter der Fördergeber von Bund und Land NRW Förderbescheide für den Glasfaserausbau in den Bielefelder Gewerbegebieten. Anschließend hat Oberbürgermeister Pit Clausen den Zuwendungsvertrag für den Netzausbau mit den Stadtwerken Bielefeld unterschrieben.

Dazu Oberbürgermeister Pit Clausen: „Ich freue mich sehr, dass wir die Förderzusage bekommen haben, denn Glasfasernetze bilden die Grundlage für die weitere digitale Entwicklung in unsere Stadt. Dank des Engagements der Stadtwerke können wir nun loslegen und so den Unternehmen in Bielefeld eine verbesserte und zukunftsfähige Infrastruktur zur Verfügung stellen.“

Die Förderquoten orientieren sich an der rechnerisch ermittelten Wirtschaftlichkeitslücke. Diese ist in den jeweiligen Gewerbegebieten unterschiedlich hoch. Unabhängig davon werden alle Gebiete mit den gleichen Ausbaustandards erschlossen.

Bundesseitig wurden für die Gewerbegebiete insgesamt etwa 3,5 Mio. Euro bewilligt. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Vorhaben mit 2,7 Millionen Euro. Mit den Fördermitteln soll der Anschluss mehrerer Tausend Unternehmen an das Glasfasernetz verwirklicht werden, um der Wirtschaft in Bielefeld und den Betrieben vor Ort eine zuverlässige und zukunftsfähige Arbeitsgrundlage zur Verfügung zu stellen. Die Stadt Bielefeld steuert einen Eigenanteil von knapp 700.000 Euro bei, um die Unternehmen in den Gewerbegebieten mit schnellen Gigabit-Glasfaseranschlüssen zu versorgen.

Regierungsvizepräsidentin Anke Recklies freut sich über die Förderzusage an die Stadt. „Der umfassende Ausbauplan für die Gewerbegebiete ist der nächste Meilenstein im starken Engagement der Stadt Bielefeld für einen ganzheitlichen Glasfaserausbau“, sagt sie. „Das gemeinsame Projekt fügt sich hervorragend in die Gigabitstrategie des Landes ein. Außerdem zeichnet es sich schon jetzt durch einen entscheidenden Erfolgsfaktor aus: Alle Projektpartner ziehen an einem Strang und arbeiten eng zusammen, um das Ziel eines flächendeckenden Glasfasernetzes im Stadtgebiet konsequent zu verfolgen“, so Recklies.

Im Rahmen des Vergabeverfahrens wurden die Stadtwerke Bielefeld GmbH und ihr Tochterunternehmen BITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH für den Netzaufbau und Netzbetrieb sowie die Erbringung von breitbandigen Telekommunikationsdiensten ausgewählt. Martin Uekmann, einer der Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld dazu: „Wir sind stolz und dankbar, dass wir mit unserem Knowhow auch die geförderten Gewerbegebiete ausbauen dürfen. Damit bleibt der Glasfaserausbau in Bielefeld in einer Hand.“ Geschäftsführer-Kollege Rainer Müller ergänzt: „Für uns ist der Glasfaserausbau in Bielefeld, den wir 2018 begonnen haben, das größte Infrastrukturprojekt der letzten Jahrzehnte. Bis jetzt haben wir bereits 600 km Trasse ausgebaut.“

Sven Berg, Geschäftsführer der BITel, kümmert sich mit seinem Unternehmen um die aktive Technik und die Endkundendienste. „Unternehmen und private Haushalte, die sich für einen Glasfaseranschluss interessieren, können auf der Stadtwerke-Webseite prüfen, ob sie von dem geförderten Ausbauprogramm profitieren und dort den kostenlosen Glasfaserhausanschluss beauftragen. Für die anschließende Tarifbuchung stehen wir selbstverständlich bereit und freuen uns, wenn sich die Interessenten für die BITel entscheiden.“

Der geförderte Glasfaserausbau wird in Kürze in den Bereichen Höfeweg / Auf dem Esch in Dornberg und im Gewerbepark OWL in Altenhagen starten und soll Ende 2023 abgeschlossen werden. Insgesamt werden in Bielefeld für die Erschließung der Gewerbegebiete auf einer Trassenlänge von etwa 180 km Leerrohre und Glasfasern verlegt. Außerdem werden in den Gewerbegebieten rund 200 Schaltschränke aufzustellen sein – ¾ als kleine Netzverteiler und ¼ als große, sogenannte Multifunktionsgehäuse mit aktiver und passiver Technik.

Durch den geförderten Ausbau schaffen die Stadt Bielefeld, die Stadtwerke Bielefeld und die BITel die besten Voraussetzungen für die Bielefelder Unternehmen und die weitere Digitalisierung der Geschäftswelt. Die Glasfaserversorgung in den Gewerbegebieten steigert die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen und sichert somit Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft in Bielefeld.

 

Glasfaserausbau in Bielefeld

Im Dezember 2015 wurde durch den Stadtentwicklungsausschuss die Erarbeitung eines Konzeptes zum schnellstmöglichen, flächendeckenden Ausbau einer Breitbandinfrastruktur im gesamten Bielefelder Stadtgebiet beschlossen, wobei die Glasfasertechnologie zu bevorzugen sei.

Nach dem Förderprojekt „Glasfaserausbau in den weißen Flecken und Schulen“ hat die Stadt Bielefeld im Jahr 2019 mit der Beantragung von Fördermitteln bei Bund und Land NRW den Startschuss für den Glasfaserausbau
in den Gewerbegebieten in Bielefeld gegeben.

Es wurden für etwa 70 Bielefelder Gewerbezellen Fördermittel für den Glasfaserausbau beantragt. Etwa 2.400 Adressen sollen durch den Glasfaserausbau von den schnellen Bandbreiten profitieren.

Förderfähig sind Gewerbe- und Industriegebiete gemäß Flächennutzungsplan, in denen für mindestens drei Unternehmen eine Unterversorgung nachgewiesen werden kann. Als unterversorgt gilt ein Unternehmen, wenn Unternehmensleitung und jedem internetverbundenen Arbeitsplatz / Betriebsmittel nicht mindestens eine Datenrate von 30 Mbit/s zur Verfügung steht. Im Vorfeld der Antragstellung wurden über Versorgungsdaten und Abfragen bei den Unternehmen die förderfähigen Gewerbegebiete ermittelt.

Die einzelnen Gebäude werden mit Glasfaser angebunden (FTTB - Fiber to the building, also Glasfaser bis in das Gebäude). Dadurch stehen nach dem Ausbau an allen angeschlossenen Adressen Bandbreiten von mindestens 1 Gbit/s symmetrisch zur Verfügung. (Symmetrisch bedeutet, der Upload kann ebenso groß wie der Download sein, hier können Kunden also beides mit bis zu 1 Gbit/s nutzen).

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