Stadtteilzentren für alle

In den nächsten Jahren werden in Bielefeld neue Stadtteilzentren in verschiedenen Quartieren Bielefelds entstehen, die überwiegend aus Städtebaufördermitteln finanziert werden. 
Aktuell im Bau ist ein neues Stadtteilzentrum in Sieker, die sogenannte Stadtteilküche, die Anfang 2022 in Betrieb gehen soll. Dort angrenzend befindet sich das Jugendhaus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft liegt der sogenannte Kotten, in dem das INSEK-Quartiersmanagement und die REGEmbH mit ihren Quartiersangeboten ansässig sind. Durch den Bau der Stadtteilküche an der Greifswalder Straße wird ein zentraler Begegnungsort, sozusagen ein Knotenpunkt der Begegnung und Beratung für die Menschen in Sieker entstehen. Die Trägerschaft der Stadtteilküche wird der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) übernehmen.

Die Planungen für das Stadtteilzentrum im Oberlohmannshof nehmen auch Fahrt auf.  Baubeginn soll Herbst 2021 und Fertigstellung Anfang 2023 sein. Die Gesellschaft für Sozialarbeit e.V. betreibt im Quartier aktuell die „Stadtteileinrichtung Oberlohmannshof“ im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ebenso bietet sie die „Stadtteilkoordination Jöllenbeck“ als dezentrale Quartiersarbeit an. Beide Angebote finden in beengten, zum Teil nicht barrierefreien Räumen statt, so dass ein Umzug in den Neubau geboten ist. Die Leitung und Koordination des Stadtteilzentrums wird daher bei der Gesellschaft für Sozialarbeit e.V. (GfS) liegen.

Was ist neu an den Stadtteilzentren?

Stadtteilzentren sind bewährter Bestandteil der gesamtstädtischen Infrastruktur in Bielefeld. Sie fördern das nachbarschaftliche Zusammenleben. Für die inhaltliche Ausgestaltung von städtisch geförderten Stadtteilzentren wurden jetzt erstmals Rahmenbedingungen und ein Aufgabenspektrum in einem „Profil Stadtteilzentrum“ vom Dezernat Soziales und Integration der Stadt Bielefeld erarbeitet und festgelegt. Wichtige Leitlinie für die neuen Stadtteilzentren ist, dass alle Zielgruppen angesprochen werden sollen. So soll nicht nur das Zusammenleben verschiedener Kulturen, sondern auch der Generationendialog zwischen Alt und Jung gefördert werden. Die beiden Träger SkF e. V. und die GfS e. V. werden kein „fertiges“ Angebot / Programm für die Bewohner*innen haben, sondern dieses soll partizipativ mit den Bewohner*innen im Quartier entwickelt werden. So bietet die Stadtteilküche Sieker in Ergänzung zu den Sieker Gärten nach dem Motto „von dem Garten, in die Küche, auf den Tisch“ die Möglichkeit, die selbst angebauten Lebensmittel gemeinsam zu verarbeiten und zu verspeisen. 

Das kommunale „Profil Stadtteilzentrum“ legt einen Mindeststandard fest, es ist nicht in Stein gemeißelt, sondern soll kontinuierlich und systematisch in einem Qualitätszirkel „Stadtteilzentren“ mit den Akteur*innen im Quartier weiterentwickelt werden. Das „Profil Stadtteilzentrum“ soll perspektivisch auch im Grünen Würfel auf dem Kesselbrink und in den neu entstehenden Stadtteilzentren Hellingskamp und Windflöte zu Grunde gelegt werden; ebenso bei den langfristigen Planungen von neuen Stadtteilzentren auf den Konversationsflächen Rochdale und Catterick.

Das Besondere an den neu entstehenden Stadtteilzentren ist, dass ein zielgruppenübergreifender inklusiver Ansatz gelebt werden soll. Die Nutzer*innen der Stadtteilzenten sind junge und alte Menschen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, LSBTI*- Menschen etc.