Bielefeld im Klimawandel

Der Klimawandel stellt uns vor enorme Herausforderungen, die nur durch gesamtgesellschaftliches Handeln bewältigt werden können. Die Veränderungen, die der Klimawandel hervorruft, sind bereits jetzt messbar und werden zukünftig immer mehr Bereiche unseres Lebens beeinflussen – auch in Bielefeld. Als Stadt Bielefeld sind die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung daher wichtige Handlungsfelder.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Bürger*innen sowie weiteren relevanten Akteur*innen wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, uns auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten und somit ein langfristig lebenswertes Bielefeld zu schaffen. Alle Informationen und Hintergründe zur Strategieentwicklung Klimaneutralität 2030 gibt es unter bielefeld.de/klimaneutral

Mehr Details zu den Auswirkungen des Klimawandels für Bielefeld unter: Klimawandel

Aktuelles

Die Vorstellung der Bielefelder Strategie „Klimaneutral 2030“, die am Donnerstag, 25. April, ab 18 Uhr stattfinden sollte, muss aus organisatorischen Gründen verschoben werden. Sobald ein Ersatztermin feststeht, informiert die Stadt über den neuen Termin. 

Um über diese und weitere Termine und Themen rund um Klimaschutz in Bielefeld informiert zu bleiben, sind Bielefelderinnen und Bielefelder herzlich eingeladen, den Newsletter Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu abonnieren. Die Anmeldung finden Sie auf dieser Seite rechts (Desktop) bzw. unten (mobil).

Weitere Informationen zur Erarbeitung der Klimaneutralitäts-Strategie finden Sie hier.

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bielefeld bietet das Gesundheits-, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt Bielefeld die Veranstaltungsreihe „Gesundheitsgespräche Bielefeld“ an. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe werden drei Vorträge zum Thema „Hitzestress“ angeboten.

Die Teilnahme ist kostenfrei und richtet sich an alle interessierten Bielefelder*innen. Anmeldung online über die VHS Bielefeld: Kurssuche.

Im März 2024 präsentiert die Stadt Bielefeld den ersten Nachhaltigkeitsbericht. Basierend auf 44 Indikatoren und Daten der letzten zehn Jahre misst der Bericht den Fortschritt bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie und fasst Projekte und Aktivitäten der Stadt für eine nachhaltige Entwicklung zusammen. Der Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Bielefeld steht ausschließlich als digitales Dokument zum Download zur Verfügung.

Bielefelder Bürger*innen können ab Freitag, 1. März, einen neuen städtischen Service in Anspruch nehmen: Eine kostenfreie Energieberatung. Weitere Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier

Für den städtischen Umwelt- und Klimaschutzpreis 2024 können sich bis Ende Mai 2024 wieder Personen, Vereinigungen oder Firmen bewerben, die im Bielefelder Raum mit ihrem Engagement zum Klimaschutz beitragen. Die Preisverleihung findet im November 2024 statt. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Über die Vergabe entscheidet der Rat der Stadt Bielefeld. Die Preisverleihung wird im November 2024 stattfinden.

Hier geht es zum Online-Bewerbungsformular.

Wie leicht kann es sein, Klimaschutz im Alltag umzusetzen? Und kann Klimaschutz vielleicht sogar Spaß machen? Diesen Fragen gingen seit Herbst 2023 zwölf Bielefelder Haushalte im Pilotprojekt Klimaschutz - einfach machen nach. Die Teilnehmer*innen hatten fünf Monate die Möglichkeit, klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen kennenzulernen, zu testen und in ihren Alltag zu integrieren. Das Umweltamt wertet die Ergebnisse und Rückmeldungen der Haushalte aus und entwickelt die nächsten Maßnahmen.

Ein Beitrag vom Deutschlandfunk Kultur gibt die Erfahrungen einiger Teilnehmer*innen wieder. Der Beitrag ist unter folgendem Link zu finden:
Klimaschutz in Bielefeld - Wenn der Coach nach Hause kommt (Länderreport) (deutschlandfunkkultur.de)

Das Sonderförderprogramm „KlimaSchule Bielefeld“ geht in die nächste Runde! Alle Bielefelder Schulen können mitmachen und bis zu 1.000 Euro für ihre Projekte rund um die Themen „Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ einwerben! Teilnehmende Schulen präsentieren ihre Projekte erneut im Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung vor den Sommerferien 2024.

Weitere Informationen zum Projekt: https://www.bielefeld.de/node/21627

FAQ: Klimawandel

Langfristige Veränderungen der Temperaturen und Wettermuster werden als Klimawandel bezeichnet. Diese Veränderungen können natürlich auftreten, wie beispielsweise durch Schwankungen der Sonneneinstrahlung.

Doch seit dem 19. Jahrhundert ist allen voran der Mensch für den Klimawandel verantwortlich - in diesem Punkt sind sich Wissenschaftler*innen sehr einig. Der größte Treiber des Klimawandels sind Treibhausgase, die allen voran bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen. So wird die Sonnenwärme in der Erdatmosphäre gehalten und die Temperaturen steigen an.

Zu den am weitesten verbreiteten Treibhausgasen gehören Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) sowie fluorierte Treibhausgase. 

Der Klimawandel hat nicht einen Verursacher, sondern viele. Die Hauptursache für den Klimawandel seit Beginn der Industrialisierung sind jedoch die vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase. Wissenschaftler*innen sind sich in diesem Punkt sehr einig.

Um eine Vergleichbarkeit zwischen den unterschiedlichen Treibhausgasen zu schaffen, werden alle bis auf CO2 selbst in sogenannte CO2-Äquivalente umgerechnet.

So viele Treibhausgase verursachen in Deutschland die unterschiedlichen Bereiche:

  • Energieerzeugung (247 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)
  • Industriebetriebe (181 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)
  • Verkehr (148 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)
  • Gebäudewirtschaft (115 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)
  • Landwirtschaft (61 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)

Stand: 15. März 2022, Quelle: Umweltbundesamt

Ein ungebremster Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlagen. In diesem Fall ist sich die Wissenschaft einig: Das Klima wandelt sich, die Erde wird wärmer und das schneller als zuvor. Begründet wird dies über eine Vielzahl an Faktoren, beispielweise das Ansteigen des Meeresspiegels oder das Schmelzen des arktischen Eises. Diverse Studien zeigen, dass das 20. Jahrhundert das Wärmste der letzten eintausend Jahre war. 

Das Konzept der Planetaren Grenzen wurde 2009 von rund 30 weltweit führenden Umweltforscher*innen veröffentlicht, darunter einige Nobelpreisträger*innen. Aktuell befinden wir uns im so genannten Holozän, ein klimatisch stabiler Zustand, der das Leben auf der Erde lebenswert macht. Das Überschreiten der planetaren Grenzen gefährdet das Holozän und damit unsere Lebensgrundlage. Bleiben wir innerhalb der planetaren Grenzen, werden wir die Kipppunkte sehr wahrscheinlich nicht überschreiten. 

Schnelles Handeln ist so wichtig, damit Temperaturanstiege vermieden werden, mit denen ebenfalls gewisse Kipppunkte vermieden werden. Kipppunkte sind kritische Grenzwerte, bei denen selbst eine kleine Veränderung den Zustand eines Systems radikal verändern könnten. Ein Beispiel dafür ist das Schmelzen des Arktischen Meereises. Mit Fortschreiten der Schmelze wird das Arktische Meer deutlich aufgewärmt - was wiederum schwerwiegende Folgen haben kann. Es ergeben sich also Dominoeffekte, die, wenn sie erstmal losgetreten sind, kaum noch aufzuhalten sind.

Die Belastungsgrenze des Planeten liegt bei circa 2 Grad Celsius, wird diese überschritten, driften wir ins Unkontrollierbare ab. 

Die Auswirkungen des heißer werdenden Klimas wirkt sich in unterschiedlichen Bereichen unseres Lebens aus. Der Klimawandel bedingt zum Beispiel mehr und stärkere Regenfällen. Beides bremst das Wirtschaftswachstum aus. Beispielsweise wird Infrastruktur beschädigt, was starken Einfluss auf die Lieferketten der Wirtschaft hat. Das globale Bruttosozialprodukt kann durch Starkregen, Hitzewellen, Dürren oder Stürme bis 2100 um 37 Prozent niedriger sein als in einer Welt ohne Klimawandel. Auch hier gilt: Je besser wir den Klimawandel eindämmen, desto weniger Schaden nimmt unsere Wirtschaft. 

Doch nicht nur unsere Wirtschaft ist betroffen, sondern auch unsere Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet den Klimawandel als die größte Bedrohung für unsere Gesundheit. Darunter fallen beispielsweise sauberes Trinkwasser, ausreichend Nahrung, sichere Unterkünfte und saubere Luft. Zwischen 2030 und 2050 wird der Klimawandel voraussichtlich etwa 250.000 zusätzliche Todesfälle pro Jahr verursachen, die auf Unterernährung, Malaria, Durchfallerkrankungen und Hitzestress zurückzuführen sind. Die direkten Schadenskosten für die Gesundheit (d. h. ohne die Kosten in gesundheitsrelevanten Sektoren wie Landwirtschaft, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) werden bis 2030 auf 2 bis 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt. Klimaschutz lohnt sich also in jeglicher Hinsicht!

An dieser Stelle ist es wichtig zu betonen, dass wir auf jeden Fall innerhalb der planetaren Grenzen bleiben müssen, um unkontrollierbare Dominoeffekte zu verhindern. Grundsätzlich gilt allerdings: Je weniger warm es global betrachtet wird, desto besser

Der aktuelle Bericht des Weltklimarats (IPCC) lässt keinen Zweifel an der Dringlichkeit einer drastischen Senkung der Emissionen - vor allem durch eine massive Reduzierung der fossilen Energieträger, um die Erwärmung der Erde auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dies verlangt eine sofortige globale Trendwende, über alle Weltregionen und Sektoren hinweg. 

Dabei ist es nicht egal, ob wir von 1,5 Grad oder 2 Grad sprechen. Jede Nachkommastelle kann entscheidend sein, da sie über Kosten und am Ende auch Menschenleben entscheidet.

Der menschengemachte Klimawandel bedingt zum Beispiel mehr und stärkere Regenfällen. Beides bremst das Wirtschaftswachstum aus. Beispielsweise wird Infrastruktur beschädigt, was starken Einfluss auf die Lieferketten der Wirtschaft hat. Das globale Bruttosozialprodukt kann durch Starkregen, Hitzewellen, Dürren oder Stürme bis 2100 um 37 Prozent niedriger sein als in einer Welt ohne Klimawandel. 

Doch auch unsere Gesundheit ist vom Klimawandel betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet den Klimawandel sogar als die größte Bedrohung für unsere Gesundheit. Die Gründe hierfür sind die verminderte Menge an sauberem Trinkwasser, ausreichend Nahrung, sichere Unterkünfte und saubere Luft.

Zwischen 2030 und 2050 wird der Klimawandel voraussichtlich etwa 250.000 zusätzliche Todesfälle pro Jahr verursachen, die auf Unterernährung, Malaria, Durchfallerkrankungen und Hitzestress zurückzuführen sind. Die direkten Schadenskosten für die Gesundheit (d. h. ohne die Kosten in gesundheitsrelevanten Sektoren wie Landwirtschaft, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) werden bis 2030 auf 2 bis 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt. Klimaschutz lohnt sich also in jeglicher Hinsicht!
 

 

Weil wir Menschen, aber auch die hiesigen Tiere und unsere Umwelt nicht an heißere Temperaturen angepasst sind. Bereits jetzt stehen Wälder unter großem Hitzestress. Das macht die Bäume anfälliger für Krankheiten und führt so teils zu großflächigem Waldsterben, was wiederum klimaschädliches COfreisetzt.

Doch der Klimawandel führt nicht nur dazu, dass es im Sommer häufiger heiße Temperaturen herrschen. Auch Extremwetter nehmen zu, wie zum Beispiel Starkregen. Außerdem kommt es so zu vermehrten Dürren, welche insbesondere in der Landwirtschaft zu großen Herausforderungen führt und auch lokal begrenzt die Ernährungssicherheit beeinflussen kann.

Der Klimawandel birgt auch gesundheitliche Risiken: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Hitze und erhöhter Sterberate in der Bevölkerung. Insbesondere in Städten stehen die menschlichen Körper bei Hitze unter Dauerstress.

Daher ist es wichtig, unsere Umwelt (Gebäude, Straßen, Wälder, ...) an die sich verändernden Bedingungen anzupassen. Mehr Infos dazu gibt es auf dieser Seite.

 

Ja. Bielefeld bleibt jedoch nur so lebenswert oder wird sogar noch lebenswerter, wenn wir unsere Umwelt den neuen klimatischen Begebenheiten anpassen und unsere Klimaschutz-Bemühungen steigern.

Die Stadt Bielefeld hat die Dringlichkeit der Lage erkannt und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels, wie Hitze oder Starkregen, auf ihre Agenda gesetzt. Risiken und Gefahren für die Gesundheit von Menschen, Tieren und auch Pflanzen sollen so möglichst geringgehalten werden. Noch haben wir Zeit, vieles abzuwenden und zu verhindern.