Konversion

Rochdale Kasernen

Bielefeld war von 2013 bis 2020 das Hauptquartier der britischen Armee in Deutschland. Nach deren Abzug wird die Frage der der zivilen Nachnutzung der „Catterick Barracks“ an der Detmolder Straße 440 (ca. 34 Hektar),  der „Rochdale Barracks“ an der Oldentruper Straße 65 ( ca. 9 Hektar) sowie mehrerer Wohnsiedlungen in einem breit angelegten Planungs- und Beteiligungsprozess geklärt. In sogenannten „Vorbereitenden Untersuchungen“ wurden die städtebaulichen, verkehrlichen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen der Standorte analysiert und in ersten Strukturkonzepten und Planungsprämissen zusammengeführt. Darauf aufbauend werden städtebaulich-landschaftsplanerische Wettbewerbsverfahren durchgeführt.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs „Rochdale Barracks“ können hier eingesehen werden. Der Wettbewerb „Catterick Barracks“ startet Ende 2022. Eigentümerin der Liegenschaften ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Für die Rochdale Kaserne liegt eine Erstzugriffsoption zu Gunsten der Stadt Bielefeld vor. Der öffentliche Beteiligungsprozess wird unter anderem über den „Runden Tisch Konversion“ organisiert. Weitergehende Informationen befinden sich auf den Beteiligungsseiten zur Stadtentwicklung: www.perspektiven-bielefeld.de.

 

Wettbewerbsergebnisse Rochdale

Rochdale Entwurf

Die Auslobung des städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs „Rochdale Barracks“ wurde vom Haupt-, Wirtschaftsförderungs- und Beteiligungsausschuss der Stadt Bielefeld am 22.09.2021 beschlossen. Bürogemeinschaften aus Architekt*innen, Stadtplaner*innen und Landschaftsarchitekt*innen hatten die Aufgabe, Entwürfe zur Entwicklung des rund 9 ha großen ehemaligen Kasernenareals an der Oldentruper Straße 65 zu erarbeiten.

Nach der europaweiten Ausschreibung wurden am 9.11.2021 neben den fünf gesetzten Büros 10 weitere Teilnahmebüros aus über 100 Bewerbungen ausgelost. Die Arbeitsphase lag im Zeitraum vom Dezember 2021 bis Februar 2022. Bis Anfang März sind 13 Pläne (Format 90x170 cm) und städtebauliche Modelle (Maßstab 1:1000) eingegangen. Das Wettbewerbsbüro Drees & Huesmann hat unter Beteiligung des Bauamts, des Amts für Verkehr sowie des Umweltamts eine fachliche Vorprüfung der eingegangenen Wettbewerbsarbeiten durchgeführt und diese für die abschließende Preisgerichtssitzung aufbereitet.

Das Preisgericht hat am 26. April 2022 in der Ravensberger Spinnerei getagt (Protokoll). Den Vorsitz des über 30-köpfigen Gremiums hat Herr Prof. Rolf-Egon Westerheide (Aachen) übernommen. Als Ergebnis der ganztägigen Veranstaltung wurden vier Preise und eine Anerkennung vergeben. 

Das Ergebnisprotokoll des Preisgerichts kann hier heruntergeladen werden.

Die Arbeit der erstplatzierten Büros Studio Schultz Granberg und bbz landschaftsarchitekten wurde vom Preisgericht wie folgt beurteilt:

„Die markante Idee der Arbeit besteht darin ein Ensemble unter Erhaltung möglichst vieler Bestandsbauten zu gestalten. Um diese erhaltenswerte Gebäudestruktur kann nunmehr Quartier für Quartier ein neuer Stadtteil im Stadtteil wachsen. Eine schrittweise Entwicklung erscheint mit dieser Struktur gut möglich zu sein. Der Quartiersplatz mit seiner Nutzung und der neuen Platzseite überzeugt in Größe, Proportion und Ausformulierung.

Die ehemaligen Kasernengebäude werden durch das grüne Band am Lonnerbach zusammengebunden und auch mit dem angrenzenden Quartier vernetzt. Dies wird gewürdigt, jedoch wird diskutiert ob der Freiraum bezogen zum Gesamtprojekt nicht etwas zu groß ist. Die Flächenbilanz der Nettobaufläche liegt im unteren Bereich. Dabei wäre zu diskutieren ob man an dieser Stelle noch etwas nachjustieren könnte. Es gelingt der Arbeit auch nicht ganz die städtebaulichen Fragestellungen der anderen Ränder zu lösen. Besonders der Auftakt an der Oldentruper Straße, der Mobilitätshub tief im Grundstück und die unmotiviert schräg geformten Bauten im Norden an der internen Vertikalerschließung werden kritisiert. Die lebendige Setzung der einzelnen Baukörper in den Blöcken lassen aber ein Stadtquartier entstehen, das wohltuend gewachsen und nicht am Reißbrett entworfen erscheint. Für die Planung des Lonnerbachs wäre allerdings ein naturnaher Verlauf und die Vernetzung mit dem Grünraum präziser zu überlegen. Im Moment erscheint er als ein tief liegender Kanal ohne Bezug zur Umgebung. Die Unterbrechung der Nord-Süd-Erschließung, mit der autofreien Spielstraße, ist unbedingt vonnöten, da ansonsten die Erschließung zur Folge hätte, dass angrenzende Quartiere hier einen shortcut finden würden. Insgesamt handelt es sich um ein zukunftsweisendes innovatives Konzept, das ein hohe Identifikation mit den neuen Nutzern und der Umgebung erwarten lässt. Die in dem Entwurf enthaltenen Botschaften, einer starken Einbeziehung prägenden Bestände und der besonderen Qualitäten und Adressbildung der neuen aktiven Parklandschaft ist eine gute Grundvoraussetzung für das lebendige gemischtgenutzte Quartier.“

1. Preis
37.000,00 €

Studio Schultz Granberg GbR, Berlin
bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin

Präsentationsplan

2. Preis
31.500,00 €       

BHSF Architekten GmbH, Zürich
Städtebaumanufaktur, München
NMM [Nicole M. Meier] LandschaftsArchitektur, München

Präsentationsplan

3. Preis
24.000,00 €       

holger meyer gmbh, Frankfurt am Main
WGF Objekt Landschaftsarchitekten GmbH, Nürnberg

Präsentationsplan

4. Preis
18.500,00 €       

Thomas Schüler Architekten Stadtplaner, Düsseldorf
faktorgruen Landschaftsarchitekten BDLA, Freiburg

Präsentationsplan

Anerkennungen

12.000,00 €       

RKW Architektur +, Düsseldorf
KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Düsseldorf

Präsentationsplan
Ergebnisprotokoll