Projekt PeerConnect

„PeerConnect“ ist ein Projekt in Bielefeld, das Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oder Suchterfahrungen unterstützt – durch Begleitung auf Augenhöhe.

Peer-Unterstützung bedeutet, dass Menschen, die selbst psychische Krisen oder Suchterkrankungen erlebt haben, andere Menschen, die Ähnliches erlebt haben, im Alltag unterstützen. Peer-Unterstützer*innen kennen viele der Herausforderungen aus eigener Erfahrung und können so einen besonders vertrauensvollen und verständnisvollen Zugang bieten. Mit ihren eigenen Erfahrungen können sie wichtige Impulse für eine teilhabeorientierte Umgestaltung von Unterstützungsangeboten geben.

Das Projekt PeerConnect richtet den Blick auf die unterschiedlichen Peer-Ansätze in Bielefeld und zielt auf fachliche Begleitung, Vernetzung und die Gestaltung von förderlichen Rahmenbedingungen. Ziel ist es, die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterfahrungen zu verbessern, gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln und zu guten Tätigkeitsbedingungen für Peer-Unterstützer*innen beizutragen. Das Projekt läuft von Juni 2025 bis Mai 2028.

Das Projekt hat zwei inhaltliche Schwerpunkte:

Erstens geht es um die konkrete praktische Ausgestaltung von Peer-Unterstützung in Bielefeld. Dazu kooperiert das Büro für Sozialplanung mit dem Jobcenter Arbeitplus Bielefeld und der „Peeragentur“, die von proWerk Bethel (als Mitglied des Gemeindepsychiatrischen Verbunds Bielefeld) umgesetzt wird. Menschen, die Leistungen über das Jobcenter beziehen und von psychischen Beeinträchtigungen betroffen sind, können über die „Peeragentur“ eine Begleitung durch ehrenamtliche Peer-Begleiter*innen in Anspruch nehmen. Dabei geht es beispielsweise um:

  • Begleitung im Alltag, z.B. bei Arztbesuchen, Behördengängen oder Freizeitaktivitäten
  • Unterstützung beim Aufbau von sozialen Kontakten und neuen Perspektiven
  • Motivation zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen, freiwilligem Engagement oder Therapien
  • Heranführen an Möglichkeiten der Tagesstrukturierung, Beschäftigung und Arbeit
  • Förderung der Eigenständigkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Auch die Peer-Begleiter*innen selbst profitieren: Sie gewinnen Stabilität, Selbstvertrauen und neue Perspektiven für ihr eigenes Leben.

Zweitens richtet PeerConnect den Blick auf bestehende Peer-Ansätze in Bielefeld im Kontext von psychischer Beeinträchtigung und Sucht. Dabei geht es um Fragen wie:

  • Welche Peer-Ansätze für welche Personengruppen gibt es in Bielefeld?
  • Was sind Gelingensbedingungen und was sind Herausforderungen für Peer-Unterstützung?
  • Was brauchen Peer-Unterstützer*innen?
  • Was brauchen Einrichtungen/Dienste, die Peer-Unterstützer*innen beschäftigen?
  • Was brauchen Menschen, die an Peer-Unterstützung teilnehmen?

Ziel ist es, Vernetzungsmöglichkeiten auszuloten und Impulse für förderliche, nachhaltige Rahmenbedingungen von Peer-Unterstützung zu entwickeln.

Unterstützungsangebote – zum Beispiel vom Jobcenter oder vom Sozialamt – erreichen Menschen mit psychischen Belastungen häufig nur schwer oder gar nicht. Peer-Unterstützung kann diese Lücke schließen – nah an den Lebenswelten, niedrigschwellig und persönlich. Durch die Integration des Peer-Ansatzes in die soziale Infrastruktur Bielefelds wird ein Beitrag zu mehr Teilhabe, Inklusion und sozialem Zusammenhalt geleistet – ein bedeutender Schritt für eine solidarische Stadtgesellschaft.

Sie möchten mehr erfahren oder sich engagieren?

Wenden Sie sich gern an die Projektkoordinatorin Klara Lammers.