Bauen und Baumschutz
Auf Baustellen und bei Leitungsverlegungen sind besondere Maßnahmen erforderlich, um die geschützten Bäume gesund und vital zu erhalten. Der geeignete Zeitpunkt, um sich Gedanken zu Baumschutzmaßnahmen zu machen, ist die Planungsphase, egal, ob bei Neubau, Anbau oder der Neuerrichtung von Stellplätzen. Planung und Bauausführung sollten stets darauf ausgerichtet werden, den vorhandenen Baumbestand weit möglichst zu schonen bzw. zu erhalten.
Nachteilig auf die Baumgesundheit wirken sich Abgrabungen im Wurzelraum, Verdichtung oder Auftrag von Boden oder das Aufstellen von Maschinen bzw. das Lagern von Gerätschaften und Materialen im Kronen- bzw. Wurzelbereich eines Gehölzes aus. Aber auch das Abschneiden von Ästen oder eine Veränderung des Grundwasserspiegels haben unmittelbar Auswirkung auf die Vitalität des Baumes. Zudem können Schäden an Wurzeln oder dem Stamm langfristig zu einer Beeinträchtigung der Stand- oder Bruchsicherheit führen, weshalb häufig Bäume einige Jahre nach einer Baummaßnahme gefällt werden müssen.
Bereits mit geringen Mitteln lässt sich viel in Sachen Baumschutz viel erreichen:
Schutz von Stamm und Krone
Schäden am der Baumrinde sind grundsätzlich zu vermeiden. Dem Baum können durch Anfahrschäden von Baumaschinen oder Fahrzeugen, aber auch durch das Anlehnen von Fahrrädern o.ä., Schäden zugeführt werden, durch die Pilze und Bakterien in den Baum eindringen und diesen schädigen können. Deshalb sollte der Traufbereich + 1,5 m freigehalten werden.
Ein einfaches Einzäunen dieses Bereichs (Bauzaun, Schutzzaun) stellt einen effektiven Baumschutz dar, der nicht nur den Stamm, sondern auch den Wurzelbereich gut schützt. Mögliche Alternativen, bspw. wenn die Verhältnisse beengt sind, sind Pfähle oder Poller bzw. ein Stammschutz aus Holzbohlen.
Sind durch den Baukörper selbst oder durch Baumaschinen unvermeidbare Schäden im Kronenbereich des Baumes zu erwarten, kann ein Anheben des Lichtraumprofils bzw. ein Einkürzen von einzelnen Kronenteilen erforderlich werden. Hierfür bedarf es jedoch der vorherigen Genehmigung durch das Umweltamt.
Wurzelschutzmaßnahmen
Selbstverständlich sollte sein, dass der Wurzelbereich nicht befahren und dort keine Baumaterialien, Baucontainer oder ähnliches aufgestellt werden. Bei unvermeidbaren Aktivitäten kann hier eine bodendruckmindernde Auflage helfen.
Ebenso ist sicherzustellen, dass im Wurzelbereich des Baumes kein Öl, Farben, Zement oder sonstige Chemikalien gelagert oder ausgeschüttet werden. Zudem sollte kein Boden ab- oder aufgetragen wird, da dadurch der Wasser- und Lufthaushalt des Baumes beeinträchtigt wird.
Sind Abgrabungen im Wurzelbereich unvermeidbar, kann ein Wurzelvorhang als Schutzmaßnahme zur Vorsorge eingebaut werden. Dieser verhindert das Austrocknen, Beschädigen und Absterben der zu erhaltenden Wurzeln und fördert die Neubildung von Wurzeln.
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