Verkehrskonzept "Bielefelder Westen"

Der „Bielefelder Westen“ ist ein beliebtes und lebendiges Quartier im Bezirk Mitte, zu dem auch der statistische Unterbezirk „Siegfriedplatz“ mit rund 10.400 Einwohnern gehört. Neben einer unterschiedlichen Bebauungsstruktur (Einfamilien-, Reihenhäuser und Block-Bebauung) zeichnet sich der „Bielefelder Westen“ durch die Überlagerung zahlreicher Nutzungen (u.a. Wohnhäuser, Unternehmen, Geschäfte) aus. 

Der Siegfriedplatz mit seinem Wochenmarkt, die fußläufige Nähe zur Innenstadt und zum Hauptbahnhof, die Verbindungsachse von der Innenstadt zum Hochschul-Campus, mehrere Schulen und Kindergärten und nicht zuletzt die Nähe zur Naherholung (Bürgerpark und Nordpark) und zu Kultur-Einrichtungen (Oetkerhalle) machen dieses Quartier zu einer beliebten Wohngegend in Bielefeld.

Die größte Herausforderung sind verkehrliche Problemstellungen, die aufgrund der Lage zwischen zwei Einfallstraßen (Jöllenbecker Straße/Stapenhorststraße) und einer dichten Wohnbebauung gibt. 

  • Hoher Parkdruck (Auslastung der Parkplätze) in zum Teil engen Straßen
  • Überlagerung vieler Nutzungsansprüche
  • Notwendigkeit einer gute Radverkehrsverbindung „Innenstadt-Campus“
  • Schulwegsicherheit 

Die Stadt beauftragte 2021 das Büro „planersocietät“ (Dortmund) mit einem Verkehrskonzept „Bielefelder Westen“. Der Abschlussbericht wurde im Oktober 2021 nach einem intensiven Beteiligungsprozess (Anregungen/Eingaben aus dem Beteiligungsprozess, Protokoll Quartiersspaziergänge) vorgelegt. 

Politischer Beschluss

Das Verkehrskonzept „Bielefelder Westen“ wurde im April 2023 durch die Bezirksvertretung Mitte beschlossen (Beschlussvorlage). Für die zukunftsfähige Gestaltung des Verkehrsraums im „Bielefelder Westens“ wurden diese Ziele definiert:

  • Reduzierung des quartiersfremden Kraftverkehr 
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität 
  • Schulwegsicherung
  • Barrierefreie Gestaltung des Straßenraums
  • Radverbindung „Campus – Innenstadt“
  • Bessere Vernetzung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad, Fußverkehr etc.), Sharing-Angebote
  • Neuordnung des ruhenden Verkehrs (Parkplätze, Quartiersgaragen) 
Das Verkehrskonzept umfasst drei Varianten mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Verkehrsführung: 
 

Planungsvarianten

Bei der Informationsveranstaltung wurden drei Planungsvarianten vorgestellt:

  • Variante 1
  • Variante 2
  • Variante 2+.

Alle Entwürfe sehen vor, den Siegfriedplatz als sogenannte Begegnungszone zu entwickeln, sodass Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr gleichgestellt sind. Eine detaillierte Beschreibung finden Sie im Konzept (rechts unter „Downloads“, Seiten 47 bis 66). 

Variante 1

Optimierung der bestehenden Infrastruktur:
•    Einführung einer Begegnungszone rund um den Siegfriedplatz 
•    Einbahnstraßen-Regelung in der Rolandstraße.

Diese Variante soll zunächst im Rahmen eines Verkehrsversuchs erprobt werden.

Variante 2

Basierend auf den Ergebnissen des Verkehrsversuchs für Variante 1 wird dies geplant:
•    Ausweitung der Begegnungszone um den Siegfriedsplatz bis zur Arndtstraße/Meindersstraße. 
•    Die Melanchtonstraße könnte ab Rolandstraße als Einbahnstraße in Richtung Schloßhofstraße führen. 
•    Die Siechenmarschstraße wird zur echten Einbahnstraße
•    Die Große Kurfürstenstraße im Umfeld der Stapenhorstschule wird zum verkehrsberuhigten Bereich.
 

Variante 2+

Diese Variante sieht ein erweitertes Einbahnstraßennetz im „Bielefelder Westen“ vor: 
•    Einbahnstraßen-Regelung für die Werther Straße und Jöllenbecker Straße
•    Die Erreichbarkeit des Quartiers soll durch eine „Schleifenerschließung“ gewährleistet werden. 

Ziel ist die Verbesserung der Nahmobilität im Quartier. Die im Konzept entwickelten Maßnahmen werden in den kommenden Jahren konkretisiert und nach politischer Beschlussfassung umgesetzt.
 

Umsetzung

1.    Verkehrsversuch

In einem ersten Schritt soll die Verkehrsführung der Variante 1 im Rahmen eines Verkehrsversuches getestet werden. Hierbei soll der Bereich um den Siegfriedplatz als Begegnungszone gestaltet werden und die Rolandstraße vom Platz weg jeweils als Einbahnstraße Richtung Innenstadt bzw. Schüco-Arena führen. 

2. Begleitende Einzelmaßnahmen 

Darüber hinaus sind kleinere Einzelmaßnahmen zur Verbesserung vorgesehen. Dazu gehören

  • Anpassung der Spuren/Aufstellflächen an Kreuzungen und Einmündungen (höheren Schulwegsicherheit)
  • Einrichtung von Querungshilfen
  • Aus- und Neubau von Abstell-Anlagen für Fahrräder im Quartier
  • Lückenschluss in der Rad-Infrastruktur (z. B.  Verbesserung der Markierung, Straßenbeläge und Umsetzung der Radverbindung aus dem Projekt „Campus- Innenstadt“ 

3.    Weiteres Vorgehen 

Nach der Auswertung der Testphase wird in den politischen Gremien die weitere Umsetzung der Varianten abgewogen. 
 

Das fertiggestellte Verkehrskonzept mit Maßnahmenvorschlägen stellten die Stadt Bielefeld und das beauftragte Büro Planersocietät ca. 280 Anwohner*innen und Interessierten erneut in einer Präsenzveranstaltung am Mittwoch, 26. Oktober 2022, im Großen Saal (Ratssaal) des Neuen Rathauses (Niederwall 23, 33602 Bielefeld) vor. Zudem beantworteten die Planer*innen Fragen und nahmen Anregungen und Bedenken zur Maßnahmengestaltung auf. Die gezeigte Präsentation können Sie hier herunterladen.

Die zahlreichen eingegangenen Hinweise und Anmerkungen werden nun zusammengefasst; Sie können sie hier herunterladen. Das Protokoll zur Veranstaltung finden Sie hier. Voraussichtlich im Januar 2023 wird das Verkehrskonzept dann den politischen Gremien zum Beschluss vorgelegt.

  • Aktuell: Die Verwaltung bereitet die Maßnahmenprüfung sowie die Erstellung eines Umsetzungskonzepts vor
  • 27. April 2023: Beschluss des Verkehrskonzepts Bielefelder Westen durch die Bezirksvertretung Mitte (Beschlussdetails)
  • 26. Januar, 16. Februar und 16. März 2023: Politische Beratung in der Bezirksvertretung Mitte zum Verkehrskonzept (s. Beschlussvorlage und Beratungsfolge)
  • 26. Oktober 2022: Informationsveranstaltung in Präsenz zum Verkehrskonzept 
  • 28. Oktober 2021: Beschluss der BV Mitte über eine erneute Informationsveranstaltung in Präsenz
  • 20. Mai 2021: Online-Informationsveranstaltung für Bürger*innen
  • 10. Juli 2019: Zwei Planungs-Spaziergänge im Quartier mit Bürger*innen
  • 2019: Beauftragung eines Gutachterbüros mit der Erstellung eines Verkehrskonzepts
  • 2018: Einrichtung einer politischen Projektgruppe