Erholungslandschaft Obersee/Johannisbachtal

Das 310 Hektar große Gebiet um den Obersee und das untere Johannisbachtal ist eines der bedeutendsten und beliebtesten Naherholungsgebiete Bielefelds. Der Obersee, die mit 15 Hektar größte Wasserfläche der Stadt, hat ganzjährig Saison. Wasser, Spazierwege, Gastronomie, Minigolf, Spielplätze und viele Veranstaltungen garantieren einen hohen Freizeitwert. 

Östlich des Eisenbahnviaduktes liegt das Johannisbachtal als weitläufige, offene Kulturlandschaft mit einem mäandrierenden Bachlauf und großen Weideflächen im Bereich der Talsohle und ackerbaulicher Nutzung in den Hanglagen. Von den Spazierwegen um die Johannisbachaue und den Landschaftspark Jerrendorf genießt man schöne Blicke über das landwirtschaftlich genutzte Tal, zum Teutoburger Wald und auf die beiden alten Hofstellen Meyer zu Jerrendorf und Wehmeyer.

Das Nebeneinander eines weiten Spektrums an Freizeitangeboten und Naturerleben sowie attraktiven Fuß-, Rad- und Reitwegen machen das Gebiet zu einem abwechslungsreichen Erholungsraum insbesondere für Familien.

Naturerleben im Naherholungsgebiet

Der Obersee ist als größte Wasserfläche Bielefelds nicht nur ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende, sondern auch für Wasservögel wie den Höckerschwan, den Haubentaucher sowie verschiedene Enten- und Gänsearten. Die beiden Inseln gliedern einerseits den See, sie bieten andererseits den Wasservögeln auch sichere Brut- und Schlafplätze. Von der Aussichtsplattform am Nordufer lässt sich die vielfältige Vogelwelt mit weit über 100 Arten bestens beobachten. Mit etwas Glück bekommt man Eisvögel zu Gesicht, zu Gast ist gern der Silberreiher und seltener der Fischadler. Vogelkundliche Führungen bietet der NABU Bielefeld an. Das Gewässer selbst kann aus Naturschutzgründen und wegen der schlechten Wasserqualität nicht für sportliche Freizeitaktivitäten genutzt werden.

Während des Baus des Obersees in den 1970/1980er Jahren wurde der Erdaushub auf den nördlich liegenden Flächen nach dem Vorbild des Ravensberger Hügellandes landschaftsgerecht modelliert, so dass sich heute von hier aus ein wundervoller Blick über den See und auf den alten Bielefelder Stadtteil Schildesche bietet.

Seit Fertigstellung der Talsperre 1982 führten mitgeführte Schweb- und Feststoffe in Johannisbach und Jölle zur Verschlammung des Sees, der zu verlanden drohte. 2008 wurde er schließlich von seiner Schlammfracht befreit. Um diesen Zustand auch zukünftig zu vermeiden und Fischen wieder Wandermöglichkeiten zu bieten, wurden die beiden Bäche 2009 durch einen, gut einen Kilometer langen Damm vom See getrennt.

Die den Obersee umgebenden parkartigen Grünanlagen sind geprägt von größeren Waldbeständen und extensiv genutzten Wiesenflächen. Baumgruppen, Baumreihen und Einzelbäume säumen das Wegenetz und gliedern die Offenlandbereiche. Der Verein „Ravensberger Lichtlandschaften e.V.” bemüht sich in besonderer Weise um die Anreicherung der Wiesen mit blütenreichen Wildstauden. Der See kann bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad vollständig umrundet werden. Bänke laden zum Verweilen ein. Für die Besucher*innen des Gebietes sorgen im Umfeld der rustikalen Fachwerkgastronomie „Seekrug” mit Biergarten, ein Minigolfplatz, zwei große Spielplätze, ein Beachvolleyball-Areal, ein Kettcar-Verleih und ein Grillplatz für Abwechslung. Auf der angrenzenden Wiese finden ganzjährig Veranstaltungen statt. Eine weitere sportliche Herausforderung ist seit 2017 die Discgolfanlage mit sieben und 12 Bahnen.

Unweit der am Nordufer gelegenen Aussichtsplattform befindet sich eine von acht Global-Goals-Stationen eines Themenradweges. Dieser möchte auf die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000 aufmerksam machen.

www.ravensberger-lichtlandschaften.de

https://www.nabu-bielefeld.de/veranstaltungen/

Östlich des Eisenbahnviadukts hat sich beidseitig des Johannisbaches eine breite, offene Auenlandschaft mit nur vereinzelten Ufergehölzen entwickelt. Der Bach selber weist bis auf Höhe des Hofes Wehmeyer noch seinen natürlichen, mäandrierenden Lauf auf. Die für den Auenbereich typische Grünlandnutzung westlich des Jerrendorfweges ist weitgehend erhalten geblieben. Dieser Bereich wird seit Herbst 2009 zusammen mit den ursprünglich ackerbaulich genutzten Flächen oberhalb der Aue extensiv ganzjährig nach naturschutzfachlichen Kriterien von Heckrindern beweidet.

Seit dem Start hat sich aufgrund der naturverträglichen Nutzung eine artenreiche Pflanzen-und Tierwelt eingestellt. Untersuchungen im Rahmen eines Monitorings für das Beweidungsprojekt haben ergeben, dass sich die Anzahl der Pflanzenarten aufgrund der nur extensiven Nutzung innerhalb eines Zeitraumes von 2011 bis 2015 auf den Flächen um 50 Prozent erhöht und auf anderen sogar verdoppelt hat. Die Bestände der beiden auch in Bielefeld stark gefährdeten Vogelarten Rebhuhn und Feldlerche haben seitdem zugenommen. Selbst der Weißstorch hat nach über 100 Jahren das erste Mal im Jahr 2016 erfolgreich eine Brut in der Aue aufgezogen und seitdem auch jedes Jahr.

Die Grünlandflächen östlich des Jerrendorfweges, die Anfang der 90er Jahre noch als Acker genutzt wurden, sind teilweise brachgefallen und werden als Wiese genutzt. Hier wurde der Johannisbach Mitte des 19. Jahrhunderts begradigt. Diese nachteilige Veränderung der Aue soll durch Renaturierungsmaßnahmen rückgängig gemacht werden. Das entsprechende Konzept finden Sie hier: 

Konzept

Monitoringbericht

Flyer

Südlich der Bahnlinie im nördlichen Talraum, westlich des Jerrendorfweges wurde zwischen 2008 und 2014 eine Deponie für Oberseeschlamm und Boden angelegt, die mittlerweile mit Wiesen und Gehölzen rekultiviert und mit einem markanten Aussichtspunkt und Findlingsgarten gestaltet wurde.

Alle hier gezeigten 125 Granitfindlinge stammen von Ort und Stelle. Eine Ausnahme bilden einige Kalksteinblöcke, die aus einer Baumaßnahme in der Nähe des Bielefelder Hauptbahnhofs sind. Von drei Stellen aus kann das Plateau über Fußwege erreicht werden. Besonders beeindruckend ist bei guter Fernsicht der attraktive Panoramablick vom Lippischen Bergland über das Ravensberger Hügelland und den Teutoburger Wald mit Hermannsdenkmal bis zur Bielefelder Universität.