Drei Fragen an...

Anke Unger

8. März - Internationaler Frauentag

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2021 stellt die Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld drei Fragen an Anke Unger, DGB-Geschäftsführerin in Ostwestfalen-Lippe.

Welche Bedeutung hat der Internationale Frauentag für Sie persönlich?
Mich bewegt dieser Tag jedes Jahr, weil die Solidarität unter Frauen an diesem Tag besonders deutlich wird. Seit über hundert Jahren steht der Internationale Frauentag für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Wir haben schon viel erreicht, aber leider haben Frauen bis heute in vielen Bereichen immer noch nicht dieselben Chancen wie Männer. Da haben wir noch viel zu tun!

Der Internationale Frauentag wurde 1911 zum ersten Mal ins Leben gerufen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen. Wofür gilt es heute zu kämpfen?
Wo Frauen bisher strukturell benachteiligt waren, wie bei Bezahlung und Arbeitsbedingungen, haben sich die Gräben leider in der Pandemie Situation noch vertieft. Frauen arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen. Sie sind mit Einkommenseinbußen konfrontiert durch Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Und sie übernehmen den überwiegenden Teil der Haus- und Familienarbeit und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit. Kurz: Auf den Schultern der Frauen lasten hohe Gesundheitsrisiken, wachsender finanzieller Druck, zusätzlicher Betreuungsaufwand und vermehrte Arbeit im Haushalt. Das darf nicht sein!

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie für Frauen, die in Deutschland leben, von heute auf morgen ändern?
Ich wünsche mir, dass die frauendominierten Berufe in der Pflege, Erziehung und in den sozialen Dienstleistungen nicht mehr nur anerkennend beklatscht werden, sondern endlich besser bezahlt werden!