Erfahrungsaustausch statt Vorurteile: „Netzwerk Inklusiver Arbeitsmarkt Bielefeld“ will Arbeitgeber für mehr Teilhabe gewinnen
| Bielefeld (bi)
Knapp zehn Prozent der Bevölkerung leben mit einer anerkannten Schwerbehinderung. Dennoch bleibt diese Gruppe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt häufig unterrepräsentiert, auch in Bielefeld. Es ranken sich zahlreiche Mythen rund um die Einstellung von Menschen mit Behinderungen – beispielsweise, dass man diese gar nicht mehr kündigen könne oder dass sie häufiger ausfielen. Dass das so nicht stimmt, wissen die Mitglieder des „Netzwerks Inklusiver Arbeitsmarkt Bielefeld“ (NIAB). Doch wie kann es gelingen, Arbeitgeber zu informieren, die sich dem Thema aufgrund solcher Mythen bislang noch verschließen? Der Ansatz des Netzwerks ist es, Unternehmen, die Menschen mit Behinderungen bereits erfolgreich eingestellt haben, mit jenen in Kontakt zu bringen, die sich hierzu noch zögerlich verhalten.
Unternehmen lernen von Unternehmen
„Viele Arbeitgeber wissen schlicht nicht, welche Unterstützungsangebote es gibt“, erklärt der Inklusionsplaner der Stadt, Fabian Möller. „Deshalb binden wir gezielt unser Netzwerk mit den vielen Expertinnen und Experten ein. Uns geht es um praxisnahe Einblicke: Wenn Unternehmerinnen und Unternehmer direkt von anderen Betrieben hören, wie Inklusion im Arbeitsalltag funktioniert und welche Unterstützungsmöglichkeiten es konkret gibt, baut das Hemmschwellen ab.“
Beim ersten Netzwerktreffen im September 2025 tauschten sich rund 18 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter über ihre Erfahrungen, mögliche Stolpersteine, Fördermöglichkeiten und wichtige Ansprechpartner aus. Zu letzteren zählen auch die Mitglieder des Kernteams, die dieses Netzwerk initiiert haben: Neben dem Büro für Sozialplanung der Stadt Bielefeld gehören dazu unter anderem die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefelder Integrationsfachdienst (IfD), proWerk Bethel, das LWL-Inklusionsamt Arbeit sowie das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben OWL.
Zweites Netzwerktreffen: Rechtliche Fragen und Praxisbeispiele im Fokus
Die Ergebnisse des ersten Austauschs bilden die inhaltliche Grundlage für das zweite Netzwerktreffen. Im Fokus stehen dabei insbesondere arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen bei der Einstellung von Menschen mit Behinderungen sowie konkrete Beispiele gelungener Praxis. Gleichzeitig soll ausreichend Raum für den offenen Austausch bleiben.
Das zweite Treffen des „Netzwerks Inklusiver Arbeitsmarkt Bielefeld“ findet am Donnerstag, 18. Juni, um 16 Uhr statt. Eingeladen sind alle interessierten Unternehmensvertreterinnen und -vertreter aus Bielefeld. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich per E-Mail an fabian.moeller [ät] bielefeld.de (fabian[dot]moeller[at]bielefeld[dot]de).