Umbau

altstadt.raum: Kernteam empfiehlt Vorzugsvariante für Umgestaltung des Klosterplatzes

Klosterplatz Februar 2026

Der Klosterplatz soll im Zuge des Großprojekts altstadt.raum umgestaltet werden. Grundlage für die Neugestaltung sind Entwürfe einer Planungsbüro-Gemeinschaft. Schon Ende 2027 soll der Umbau des Klosterplatzes abgeschlossen sein. Jetzt hat sich das altstadt.raum-Kernteam auf eine Vorzugsvariante für die Umgestaltung geeinigt.

Die beauftragten Planungsbüros der Bietergemeinschaft pbh Planungsbüro Hahm GmbH (Osnabrück) und SWUP GmbH (Berlin) hatten in Anlehnung an das von Scape Landschaftsarchitekten im Ideenwettbewerb entworfene Konzept verschiedene Varianten der Vorplanung weiterentwickelt und stellten diese in einem Kernteam-Treffen am Mittwoch, 18. Februar, zur Diskussion. Zum Treffen waren auch die Anwohnenden des Klosterplatzes und die Gewerbetreibenden eingeladen, um die Entwürfe kennenzulernen und zu diskutieren. Das Kernteam beschloss, Variante 1 der Vorplanung der Bezirksvertretung Mitte zur Beschlussfassung zu empfehlen.

Unser gemeinsames Ziel für den Klosterplatz ist es, den besonderen Charakter des Platzes zu unterstreichen und ihn als attraktiven Anlaufpunkt zu entwickeln. Auch wird der Schulhof an Qualität gewinnen und Veranstaltungen werden den Platz beleben. Die Planungsbüros haben sehr praktikable Vorschläge für unsere 'gute Stube der Altstadt' entwickelt. Aus meiner Sicht rundherum ein sehr stimmiges Gesamtkonzept.Martin Adamski, Verkehrsdezernent der Stadt Bielefeld

 

Zur Vorzugsvariante

Allgemeine Platzgestaltung
Der Platz wird in einen grünen Rahmen eingefasst. Dieser Rahmen sieht eine versickerungsfähige Oberfläche mit breiten, begrünten Fugen vor, der für Veranstaltungen überfahrbar ist. Das sogenannte Klimapflaster sorgt nicht nur für schnelles Versickern, sondern kann das Wasser auch wieder an den Platz abgeben, um die Hitzebelastung durch Verdunstung zu reduzieren. Zusätzlich werden neue Bäume gepflanzt, die auf der gesamte Platzfläche als Baumgruppen angeordnet werden, um eine zusammenhängende Verschattung zu ermöglichen und die Klimaresilienz der Bäume zu erhöhen.

Die Visualisierung zeigt die Vorplanung für den Klosterplatz. Grafik: Stadt Bielefeld

Ein wichtiges gestalterisches Element der Planung ist eine Diagonale über den Platz, die die historische Straßenführung der Ritterstraße aufnimmt und zusätzliche Begrünung auf der Platzmitte schafft. Ergänzt wird der Platz durch ein bodengleiches, überfahrbares Wasserspiel, das zeitlich und farblich steuerbar ist.

Schulhof
Die zukünftige Schulhoffläche der Klosterschule hebt sich durch ein anderes Pflaster vom Rest des Platzes ab. Der Durchgang zur Obernstraße und zu den Wohnhäusern Obernstraße 30 und 32 ist weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich. Entlang der Grenze der Schulhoffläche zur öffentlichen Platzfläche werden Bäume gepflanzt. Dadurch besteht auch die Möglichkeit, zu bestimmten schulischen Anlässen den Schulhof einzufassen beziehungsweise abzugrenzen. Die Gestaltung der Schulinsel erfolgt in enger Abstimmung mit der Klosterschule und mit den Planungsbüros.

Öffentliches WC
Der favorisierte Entwurf sieht ein öffentliches WC im Nordwesten des Klosterplatzes vor. Zusätzlich kann dort Technik für die unterirdische Infrastruktur oder für Veranstaltungen untergebracht werden.

Klosterstraße/ Ritterstraße
Um einen einheitlichen Platzcharakter zu erreichen und die Barrierefreiheit sicherzustellen, werden die Klosterstraße und Ritterstraße in Bereich des Platzes ebenerdig gestaltet. Der Bereich wird durch zwei Baumtore definiert. „Kiss-and-Ride“-Parkplätze für die Schule sind hier vorgesehen. Optional ist eine Nutzung als Lade- und Lieferzone für Handwerker und Pflegedienste möglich.

Klasingstraße
Die Straßenführung der Klasingstraße bleibt wie bisher. Das Kernteam votierte dafür, die unmittelbar an den Klosterplatz grenzenden Parkplätze wegzunehmen und damit die nutzbare Platzfläche zu erweitern. Vorab wird dazu das Votum der Gewerbetreibenden vor Ort eingeholt.

Weitere Stimmen

Frederik Suchla, Bezirksbürgermeister Mitte, betont: „Wir sehen mit großer Freude, dass der Platz seinen ruhigen und beschaulichen Charakter behalten wird, aber gleichzeitig auch eine gemeinsame Nutzung für Schule und Veranstaltungen möglich ist, ohne dass der Gesamtcharakter des Platzes gestört wird. Sicherheit und Raum für die Schulkinder im Einklang mit urbanem Leben ist für uns sehr wichtig.“

Henner Zimmat, 1. Vorsitzender des Altstadt Team Bielefeld e.V., ergänzt: „Die Planungsentwürfe tragen das besondere Ambiente der Altstadt sehr gut mit. Der neu gestaltete Klosterplatz bietet aus unserer Sicht großes Potenzial.  Veranstaltungen wie Abendmarkt, Weihnachtsmarkt und Leinewebermarkt sowie Flohmarkt und eine funktionierende Gastro-Szene locken die Menschen in die Stadt.“

Hintergrund und aktueller Stand:

Der Klosterplatz wird im Zuge des Großprojekts „altstadt-Raum“ umgestaltet. Nach europaweiter Ausschreibung der Planungsleistungen nahmen die Planungsbüros der Bietergemeinschaft pbh Planungsbüro Hahm GmbH (Osnabrück) und SWUP GmbH (Berlin) im November 2025 die Arbeit auf. Die Planung entwickelt das von Scape Landschaftsarchitekten entworfene Siegerkonzept des Ideenwettbewerbs weiter. Die Qualitätskriterien für den Ideenwettbewerb altstadt.raum aus 2023 gelten auch für die Klosterplatzumgestaltung.

Der Zeitplan ist ambitioniert, da die beantragten Fördermittel vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen fristgerecht bis Ende 2027 verbaut werden müssen.Olaf Lewald, Leiter des Amtes für Verkehr der Stadt Bielefeld

Intensive Beteiligungsveranstaltungen mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Anwohnenden, Vertreterinnen und Vertretern der Klosterschule, der Kirchengemeinde St. Jodokus und den Gewerbetreibenden im Planungsverlauf definierten vorab die Anforderungen der verschiedenen Nutzergruppen.

In das Briefing für die Planungsbüros wurden folgende Fragestellungen und Rahmenbedingungen aufgenommen: 

  • Die Nutzung des Platzes als Schulhof und die Anforderungen der Schule an die Sicherheit der Kinder, aber auch eine optische (aber nicht bauliche) Abgrenzung des Schulhof-Areals vom Gesamtplatz.
  • Das Angebot von Außengastronomieflächen für die am Klosterplatz ansässigen gastronomischen Betriebe direkt von ihren Gebäuden soll ergänzt werden durch zusätzliche, kommunikativ angeordnete konsumfreie Sitzbereiche.
  • Eine Fahrradachse von der Hagenbruchstraße zur Klosterstraße/Ritterstraße entlang des Platzes soll genauso wie die Einrichtung einer öffentlichen Toilette und die kirchliche Nutzung des Klosterplatzes Teil der Planung sein.
  • Auch gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit und Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen müssen bedacht werden.