Nach zehn Tagen

Entlaufener Rothirsch zurück in seiner Anlage im Tierpark Olderdissen

Der Rothirsch „Mike“ ist seit heute Morgen wieder zurück im Gehege. Nach etwa anderthalb Wochen, die der Rothirsch aus dem Tierpark Olderdissen außerhalb seiner Anlage verbracht hat, konnten die Mitarbeitenden das Tier zurück in seine Anlage bringen. 

Zu Dienstbeginn heute Morgen um 7 Uhr hatte Herbert Linnemann, Abteilungsleiter Forsten/Tierpark, entdeckt, dass „Mike“ auf die Wiese der Tarpane gelangt war. Dies nutzten die Tierparkmitarbeitenden: Cheftierpfleger Markus Hinker konnte ihn dort mit dem Narkosegewehr betäuben, um so das narkotisierte Tier zurück in seine Anlage bringen zu können.

„Uns hat der Fall gezeigt: Tiere, die in Menschenobhut geboren werden, kommen in der Natur- und Kulturlandschaft noch gut zurecht. Aber sie streben auch wieder zurück, da das Gehege für sie sichere Heimstatt ist. Außerhalb des Geheges hätte der Hirsch keine Artgenossen vorgefunden“, erklärt Tierparkleiter Dr. Benjamin Ibler.

Während der zehn Tage, die sich der Rothirsch außerhalb von Olderdissen aufhielt, wurde er mehrfach durch Mitarbeitende sowie Spaziergänger*innen in der unmittelbaren Umgebung des Tierparks gesichtet. Auch Spuren am Gehege wurde gesichtet. „Es war aber für uns ein Geduldsspiel“, so Ibler. „Mike“ hatte mehrfach versucht, zu seinen Weibchen zu gelangen. „Deshalb hatten wir am Gehege zeitweilig auch Nachtwachen eingerichtet. Leider aber ließ sich der Hirsch genau dann nicht blicken, sondern nur an den Tagen, an denen keine Wache vor Ort war. Das konnten wir den Aufnahmen der Wildkamera entnehmen, die aufgestellt wurde“, berichtet der Tierparkleiter.

„Es gebührt allen der herzliche Dank, insbesondere unserem Cheftierpfleger Markus Hinker“, betont Dr. Ibler. „Wir sind froh, dass die Aktion heute Morgen so gut verlief und Mike, sobald er sich von der Narkose erholt hat, wieder bei den Weibchen sein wird. Wir bitten darum, in der Nähe der Anlage des Rotwilds sich ruhig zu verhalten, wie natürlich auch sonst an unseren Gehegen.“ 



Meldung von Freitag, 17. April, 9 Uhr

Der entlaufene Rothirsch „Mike“ hält sich weiterhin in der nahen Umgebung zum Tierpark und seiner Anlage auf, bislang ist er aber noch nicht in sein Gehege zurückgekehrt.

Am gestrigen Donnerstag wollten die Mitarbeitenden des Tierparks einen erneuten Narkoseversuch unternehmen, als der Rothirsch etwa 40 Meter entfernt von seinem Gehege lag. Während sich Cheftierpfleger Markus Hinker mit dem Narkosegewehr anpirschen wollte, stand der Hirsch jedoch auf und bewegte sich oberhalb des Tierparks auf dem „Teppichweg“ Richtung Walhalla-Kreuzung. Er verharrte dort und lief in spitzem Winkel wieder auf den Kahlen Berg hinauf, wo er in der Vegetation verschwand.

„Der Hirsch ist zwar beim Anpirschen aufgescheucht worden, hat aber keine Narkosespritze durch das Betäubungsgewehr erhalten“, erklärt Tierparkleiter Dr. Benjamin Ibler. „Er nimmt den Bereich am Tierpark nach wie vor als sicheren Bereich wahr. Wenn hier ein Schuss mit dem Narkosepfeil erfolgt, müssen wir uns sicher sein, dass er erfolgreich ist.“

Neu ist jetzt, dass nicht mehr das Tor zum bisherigen Teil der Rothirsch-Anlage offensteht. Das Weibchenrudel hat jetzt in diesen Teil Nahe des Wolfgeheges gewechselt. Stattdessen soll „Mike“ nun der Zugang zum mittleren Gehege angrenzend an die Mufflons ermöglicht werden. „Der Eingang in dieses Gehege ist weniger exponiert als der neben den Wölfen. Zudem riecht es dort frischer nach Weibchen“, erläutert Ibler die Entscheidung.

„Wir beobachten weiterhin, dass sich der Hirsch in der Nähe seiner geschützten Heimstatt aufhält. Obwohl in der Natur zu dieser Jahreszeit der Rudelzusammenhalt weniger ausgeprägt ist, sucht ‚Mike‘ trotzdem offensichtlich die Nähe. Erst letzte Nacht von Donnerstag auf Freitag haben wir seine Spuren nahe den Weibchen gefunden“, so der Tierparkchef. „Das stimmt uns weiterhin optimistisch, dass er in sein Gehege und zu seinem gewohnten Rudel zurückkehrt.“

Der Tierpark bittet weiterhin um folgende Punkte:

  • Bitte beteiligen Sie sich nicht aktiv an der Suche nach dem Rothirsch.
  • Wenn Sie sich im Wald aufhalten: Vermeiden Sie Lärm, halten Sie unbedingt Ihren Hund an der Leine und verlassen Sie bitte nicht die Wege. Das Gebiet oberhalb des Tierparks ist ein Landschaftsschutzgebiet.
  • Bitte informieren Sie den Tierpark, wenn Sie den Rothirsch „Mike“ sehen sollten, im Idealfall unmittelbar nach der Sichtung. 

Meldung von Donnerstag, 16. April, 10 Uhr

Bislang ist die Situation rundum Hirsch „Mike“ unverändert, das heißt er ist noch nicht in seine Anlage zurückgekehrt. Am frühen Donnerstagmorgen hatten die Mitarbeitenden des Tierparks eine Suchfahrt unternommen.

„Hirsche sind bekannt dafür, sich auch sehr heimlich verhalten zu können. Besonders in der so genannten Feistzeit, die aber erst in ca. zwei bis zweieinhalb Monaten einsetzt. In der Festzeit futtern sie sich Energie für die Brunft an“, erläutert Tierparkleiter Dr. Benjamin Ibler.

„Wir setzen weiterhin darauf, rundum den Tierpark und insbesondere das Rotwildgehege für Ruhe zu sorgen, damit sich das positiv auf die Bereitschaft zur Heimkehr auswirkt“, so Ibler. „Bitte unterstützen Sie uns dabei, indem Sie sich im Wald ruhig verhalten und uns bei Sichtung des Tieres informieren.“ 


Meldungen von Dienstag/Mittwoch, 14/15. April

Der entlaufene Rothirsch aus dem Tierpark Olderdissen ist bislang noch nicht nach Olderdissen zurückgekehrt. „Am gestrigen Dienstagmorgen und über den Tag hinweg war von ihm nichts zu sehen. Am späten Nachmittag wurde der Hirsch jedoch von einer aufmerksamen Wanderin unmittelbar an der Tierparkgrenze bei den Hochlandrindern entdeckt“, berichtet Tierparkleiter Dr. Benjamin Ibler. 

Nach der Sichtung oberhalb des Tierparks sind Tierparkmitarbeitende ihm über eine längere Strecke durch den Wald gefolgt und haben versucht, sich ihm vorsichtig zu nähern. „Leider war der Versuch, ihn zu narkotisieren, nicht erfolgreich“, erklärt der Tierparkleiter und ergänzt: „Wir wissen nun jedoch, dass sich der Hirsch in den vergangenen zwei Tagen grundsätzlich nicht weit vom Tierparkgelände entfernt hat und sich offensichtlich im Umfeld seiner Heimstatt aufhält.“

Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger dringend darum, keine aktive Suche nach dem Tier aufzunehmen. Unsere Hoffnung ist, dass der Hirsch eigenständig in das Tierparkgelände und seine Anlage zurückläuft. Dafür ist es wichtig, dass wir jetzt keine Unruhe rund um die Anlage schaffen. Wenn Sie an diesen schönen Frühlingstagen einen Spaziergang durch den Wald machen, gelten die gleichen Verhaltensregeln wie sonst auch im Wald: Vermeiden Sie Lärm und halten Sie Ihre Hunde an der Leine, um den Hirsch nicht zu verschrecken.Tierparkleiter Dr. Benjamin Ibler

Der Tierpark bittet die Bielefelder Bürger*innen und Bürger weiterhin darum, den Hirsch bei einer Sichtung nicht zu beunruhigen und die Mitarbeitenden zu informieren – am besten unmittelbar telefonisch unter 0521 51-2956 oder alternativ per E-Mail an forsten.tierpark [ät] bielefeld.de (forsten[dot]tierpark[at]bielefeld[dot]de).

Der Rothirsch „Mike“ ist am Montagnachmittag (13. April) aus seinem Gehege im Tierpark entlaufen. Ein Tierpfleger war mit dem Traktor zur Fütterung in die Anlage eingefahren, als sich das Tier in diesem Moment vorbeidrücken konnte. Der Hirsch verließ das Gelände in Richtung Wald oberhalb des Hochlandrind-Geheges. 

„Mike“ ist im Bast, das heißt, er hat im März sein Geweih abgeworfen, das nun nachwächst. „Dadurch ist er eher schüchtern zu dieser Jahreszeit“, erklärt Ibler. Zunächst war er am Montagnachmittag und -abend unter anderem auf dem Johannisfriedhof und in der Nähe des Botanischen Gartens gesichtet worden. 

Von dem Hirsch geht keine Gefahr aus, dennoch wurde die Polizei zur Sicherheit durch die Tierparkmitarbeitenden informiert.