Müllfahrzeuge werden nächste Woche betankt: Lösung zur Nutzung der Wasserstofftankstelle gefunden

| Bielefeld (bi)

Die wasserstoffbetriebenen Abfallsammelfahrzeuge des Umweltbetriebs der Stadt Bielefeld können ab Mittwoch kommender Woche erstmals an der Wasserstofftankstelle von moBiel betankt werden. Damit ist eine Möglichkeit gefunden, die den weiteren Einsatz der klimafreundlichen Fahrzeuge in Bielefeld sichert.

Hintergrund war eine herausfordernde Ausgangslage: Nach der Schließung öffentlich zugänglicher Wasserstofftankstellen in der Region stand der Umweltbetrieb kurzfristig ohne wohnortnahe Betankungsmöglichkeit für seine Fahrzeuge da. Die nun gefundene Lösung ist das Ergebnis einer engen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Stadt Bielefeld, Stadtwerke Bielefeld, moBiel sowie den zuständigen Landesstellen.

Die Wasserstofftankstelle auf dem Gelände des Innovationsparks Sektorenkopplung war ursprünglich ausschließlich für den Betrieb der Wasserstoffbusse im öffentlichen Personennahverkehr errichtet worden. Sie wurde mit Regionalisierungsmitteln gefördert und unterliegt entsprechenden Vorgaben des Bundes. In enger Abstimmung mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein‑Westfalen sowie dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen‑Lippe konnte nun für den weiteren Betrieb der Müllfahrzeuge des Umweltbetriebs förderkonforme Mitnutzung ermöglicht werden.

Tests erfolgreich abgeschlossen
Der Umsetzung gingen in den vergangenen Wochen umfangreiche technische Prüfungen voraus. Die waren erforderlich, weil die Wasserstofftankstelle von moBiel für Busse mit einem Druckniveau von 350 bar ausgelegt ist, während die Abfallsammelfahrzeuge des Umweltbetriebs mit 700 bar betankt werden. Nach erfolgreichen Tests und Abstimmungen zwischen Fahrzeug‑ und Tankstellenhersteller kann die Betankung der Müllfahrzeuge nun durch speziell geschulte Mitarbeitende des Umweltbetriebs erfolgen – im Rahmen klar geregelter Abläufe und Zeiten. 

„Die Wasserstofftankstelle ist ein wichtiger Baustein unserer Strategie für einen emissionsfreien ÖPNV. Zum Zeitpunkt der Konzeption der Anlage haben wir bewusst ein Förderprogramm mit hohem Fördersatz, aber Beschränkung auf den ÖPNV gewählt, da damals andere Nutzungen nicht absehbar waren. Unser Dank gilt dem Land, das aufgrund der Zwänge des Umweltbetriebs kurzfristig diese Möglichkeit eingeräumt hat. Außerdem freut uns, dass die moBiel hier für die Stadt Bielefeld umgehend eine gute Lösung erreichen konnte. “, sagt moBiel-Geschäftsführer Arne Petersen.

Pragmatischer Weg aller Beteiligter
Auch Martin Adamski, Dezernent für Umwelt der Stadt Bielefeld, betont den kooperativen Ansatz: „Diese Lösung zeigt, was möglich ist, wenn Verwaltung, kommunale Unternehmen und Land gemeinsam an einem Strang ziehen. Mein ausdrücklicher Dank gilt den Stadtwerken Bielefeld, moBiel und dem Umweltbetrieb, die sich intensiv eingebracht haben, aber auch dem Land Nordrhein‑Westfalen und dem Nahverkehrsverband, die diesen pragmatischen Weg ermöglicht haben. So stellen wir sicher, dass unsere wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge weiterhin im Stadtgebiet eingesetzt werden können.“

Mit dem Erwerb wasserstoffbetriebener Abfallsammelfahrzeuge hatte sich der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld im Jahr 2020 bewusst dafür entschieden, eine innovative Antriebsform praxisnah zu erproben. Perspektivisch zeichnet sich für Müllfahrzeuge jedoch ab, dass der reine Batterieantrieb die langfristig tragfähigste Lösung sein wird. Entsprechend plant der Umweltbetrieb den schrittweisen Umstieg auf batterieelektrische Fahrzeuge sowie den Ausbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur bis Ende 2027. Die nun wieder mögliche Betankung der vorhandenen Wasserstofffahrzeuge überbrückt diese Übergangsphase und ermöglicht weiterhin eine emissionsärmere Abfallsammlung in Bielefeld.