Infos über Einsamkeit
Einsamkeit kennen viele Menschen. Trotzdem fällt es oft schwer, offen darüber zu sprechen oder eigene Erfahrungen zu teilen. Dabei ist es ganz normal, sich in manchen Lebensphasen isoliert, allein oder unverstanden zu fühlen. Einsamkeit ist kein persönliches Versagen. Sie ist menschlich.
Einsamkeit ist ein inneres Gefühl. Sie entsteht, wenn Nähe, Austausch oder Verbundenheit fehlen.
Alleinsein bedeutet nicht automatisch Einsamkeit. Manche Menschen sind gern allein. Andere fühlen sich trotz vieler Kontakte einsam. Fachleute unterscheiden:
- emotionale Einsamkeit: vertraute Beziehungen fehlen
- soziale Einsamkeit: ein unterstützendes Netzwerk fehlt
Einsamkeit kann jede*n treffen. Besonders belastende Lebensphasen sind oft:
- junges Erwachsenenalter
- hohes Alter
- Trennung oder Verlust
- Krankheit
- Arbeitslosigkeit
- Umzug oder Migration
- Pflege von Kindern und/oder Angehörigen
Häufig berichten junge Menschen, pflegende Angehörige, Alleinerziehende, Migrant*innen, Menschen mit Behinderungen oder Senior*innen von Einsamkeit.
Private Veränderungen wie ein Umzug in eine andere Stadt oder ins Ausland, ein beruflicher Wechsel oder der Auszug der Kinder können zu Einsamkeit führen. Auch persönliche Schicksalsschläge wie das Ende einer Beziehung, Krankheit, Übernahme von Pflegeverantwortung, eigene Pflegebedürftigkeit oder der Verlust von Angehörigen spielen eine Rolle. Auch die Digitalisierung kann zur Vereinsamung beitragen. Viele soziale Kontakte wandern ins Virtuelle, Zeit für Kontakte wird am Smartphone verbracht und direkte persönliche Kontakte werden seltener.
Wenn Einsamkeit lange anhält, kann sie Körper und Psyche belasten. Studien zeigen zudem: Einsame Menschen vertrauen staatlichen Strukturen weniger, beteiligen sich seltener am politischen Leben und glauben eher an Verschwörungs- oder Radikalisierungsansätze. Einsamkeit gefährdet so auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie.
Das Einsamkeitsbarometer 2024 zeigt: In Deutschland fühlten sich 2021 fast acht Millionen Menschen einsam.
Besonders betroffen sind unter anderem:
- Frauen
- Alleinerziehende
- Menschen mit gesundheitlichen Belastungen
- Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung
Auch in Bielefeld zeigen aktuelle Befragungen, dass sich nicht alle Menschen ausreichend unterstützt und verbunden fühlen.
Daten der Bielefelder Gesundheitsbefragung 2025 weisen darauf hin, dass viele Menschen in Bielefeld weniger soziale Unterstützung erleben als die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen insgesamt. Soziale Unterstützung bedeutet zum Beispiel, Menschen zu haben, mit denen man sprechen kann oder die helfen, wenn es schwierig wird. Fehlt diese Unterstützung, kann das ein Hinweis auf Einsamkeit sein.
Besonders junge Erwachsene scheinen hiervon betroffen zu sein: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen fühlt sich etwa jede dritte Person nur wenig sozial unterstützt. Insgesamt berichten Menschen unter 70 Jahren häufiger von geringer sozialer Unterstützung als ältere Befragte. Zwischen Männern und Frauen zeigen sich dabei kaum Unterschiede.
Quelle: Gesundheitsbefragung 2025, Gesundheits-, Veterinär- & Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt Bielefeld.
Referent*innen zum Thema Einsamkeit
Diese Personen bieten Vorträge, Workshops oder Inputs in Bielefeld an:
Vorträge zum Thema Einsamkeit (psychische, gesundheitliche und gesellschaftliche Auswirkungen, sowie Erfahrungen aus dem Bielefelder Projekt „Gemeinsam wachsen. Zusammen WIRken.)
Tel. +49 151 11617053
E-Mail: steffi.koch-stoecker [ät] evkb.de
Workshops für Schulklassen zum Thema Einsamkeit
Tel. +49 521 525 1571
E-Mail: b.frommann [ät] sportbundbielefeld.de
Kostenlose Kurzschulungen zum Thema Einsamkeit für Teams, Gruppen und Ehrenamtliche zum Umgang mit Einsamkeit im Alltag.
Tel. +49 521 136 61 67
E-Mail: f.pap [ät] awo-bielefeld.de