Neuer Radweg im Stieghorster Park freigegeben

Wichtige Ost-West-Verbindung für den Radverkehr deutlich aufgewertet

| Bielefeld (bi)

Nach rund einem Jahr Bauzeit ist der umfassend modernisierte Radweg zwischen Elpke und der Stieghorster Straße fertiggestellt. Der etwa ein Kilometer lange Abschnitt entlang der Stadtbahnlinie 4 durch den Stieghorster Park wurde jetzt gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bezirksregierung Detmold für die Öffentlichkeit freigegeben. In den kommenden Wochen erfolgen noch restliche Arbeiten für die neuen Gehwege. Damit verbessert die Maßnahme die Verkehrssicherheit, die Barrierefreiheit und den Nutzungskomfort für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende deutlich.

„Der neue Radweg im Stieghorster Park zeigt, worauf es bei guter Nahmobilität ankommt. Solche Verbindungen machen das Fahrrad auf alltäglichen Wegen attraktiver und stärken die klimafreundliche Mobilität vor Ort. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Kommunen gezielt dabei, ihr Radwegenetz weiter auszubauen und Lücken im System zu schließen“, unterstrich Udo Sieverding, Abteilungsleiter Mobilität der Zukunft, Radverkehr, ÖPNV im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. 

„Mit dem neuen Radweg schaffen wir eine moderne und sichere Verbindung zwischen der Innenstadt und den östlichen Stadtteilen Stieghorst, Hillegossen und Ubbedissen“, sagt Martin Adamski, Dezernent für Umwelt, Mobilität, Klimaschutz und Gesundheit der Stadt Bielefeld. „Die Strecke ist ein wichtiger Bestandteil unseres Radverkehrsnetzes und ein weiterer Baustein für eine nachhaltige Mobilität in Bielefeld.“

Die Wegeverbindung entlang der Linie 4 stellt eine bedeutende Ost-West-Achse für den Alltags- und Freizeitverkehr dar. „Sie verbindet bei uns in Stieghorst Wohnquartiere, Schulen, Stadtbahnhaltestellen und Freizeiteinrichtungen miteinander und wird täglich von zahlreichen Menschen genutzt“, betont Bezirksbürgermeister Bernd Henrichsmeier. 

Dort, wo es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, wird der Rad- und Fußverkehr nun getrennt geführt. Die Radwege haben eine Breite von drei Metern und bestehen aus einem Asphaltbelag mit einer rotbraunen (heidebraunen) Einstreudecke. Diese Oberflächenbeschichtung sorgt für eine hohe Fahrqualität, verbessert die Rutschhemmung und schafft zugleich eine eindeutige optische Kennzeichnung. Die farbige Oberfläche trägt dazu bei, dass sich die Fläche im Sommer weniger stark aufheizt als herkömmlicher schwarzer Asphalt. 

Die kombinierten Geh- und Radwege wurden vier Meter breit ausgebaut. Zur optischen Abgrenzung gegenüber den reinen Radwegen kommt hier eine beige Einstreudecke zum Einsatz. Die Farbgebung schließt sich damit auch optisch an den ersten Ausbauabschnitt zwischen der Otto-Brenner-Straße und Elpke an. Neue Fußwege wurden mit einer Breite von 2,5 Metern angelegt. Zudem wurde eine Beleuchtung entlang der neuen Wegeabschnitte ergänzt. 

„Gut ausgebaute Geh- und Radwege sind mehr als Infrastruktur – sie sind eine Investition in die Gesundheit der Menschen, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sind ein Schlüssel für eine erfolgreiche Verkehrswende. Wer sichere Wege schafft, fördert Bewegung, reduziert Emissionen, ermöglicht soziale Teilhabe und macht nachhaltige Mobilität zur ersten Wahl“, betont Ulrich Tilly vom Verkehrsdezernat der Bezirksregierung Detmold.

Die Maßnahme ist Bestandteil des städtischen Radverkehrskonzepts und gehört zum Entwicklungskorridor 9 „Route Ost“. Darüber hinaus ist die Verbindung Teil des regiopolen Radwegenetzes in Richtung Oerlinghausen.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen hat das Projekt mit rund 884.000 Euro im Rahmen der Förderrichtlinien Nahmobilität unterstützt.

Umgestaltung der Parkanlage verbindet Hochwasserschutz, Gewässerökologie und Naherholung

Neben der Modernisierung der Radwegverbindung wurde die Parkanlage im Rahmen einer umfassenden Gewässerbaumaßnahme ökologisch und funktional aufgewertet. Ziel des Projekts war es, den Gewässerzustand nachhaltig zu verbessern und zugleich die Anforderungen an den Gewässerschutz und ein modernes Regenwassermanagement zu erfüllen.

Den zentralen Bestandteil bildet ein Gewässerretentionsraum, um die Einleitungen aus der Regenwasserkanalisation zwischenzuspeichern und verzögert an das Gewässer abzugeben. Dadurch werden die stofflichen und hydraulischen Belastungsspitzen gemindert und somit die ökologische Belastung des Gewässers deutlich reduziert.

Darüber hinaus wurde eine Umflut geschaffen, die den Bachlauf künftig an der bestehenden Teichanlage vorbeiführt. Mit dieser Maßnahme wird die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers hergestellt und somit ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie geleistet.

Die Teilmaßnahmen sind ein Beispiel für eine gelungene Kombination aus Hochwasservorsorge, Gewässerschutz und Naherholung, da hier technische und ökologische Anforderungen gemeinsam umgesetzt wurden, um das Gewässer zu schützen und zeitgleich die Aufenthaltsqualität öffentlicher Grünflächen zu erhalten.

Haben gemeinsam den neuen Radweg direkt getestet: Ulrich Tilly (Bezirksregierung Detmold), Udo Sieverding (Verkehrsministerium NRW), Umweltdezernent Martin Adamski und Bezirksbürgermeister Bernd Henrichsmeier.