Mobilstation und Stadtteilzentrum Stieghorst
Das Stadtteilzentrum Stieghorst ist mit der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 4 und dem angrenzenden Bussteigbereich ein bedeutender Versorgungs-, Aufenthalts- und Verkehrsknotenpunkt. Gleichzeitig bestehen im Umfeld städtebauliche, freiraumplanerische und verkehrliche Defizite. Diese zeigen sich insbesondere in der derzeit brachliegenden Fläche an der Stieghorster Straße 32–34, einer geringen Aufenthaltsqualität sowie lückenhaften Fuß- und Radwegeverbindungen.
Die Stadt Bielefeld beabsichtigt daher, die brachliegende Fläche neu zu entwickeln und den Bereich zu einem attraktiven Mobilitätsknotenpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität aufzuwerten. Für die Entwicklung des Grundstücks sowie angrenzender Bereiche wird derzeit eine Rahmenplanung erarbeitet. Mit der Erstellung der Planung wurde das Büro Greenbox Landschaftsarchitekten aus Osnabrück beauftragt.
Aktuell: Online-Beteiligung
Bis zum 5. August haben alle Interessierten die Möglichkeit, ihre Anregungen zur Gestaltung des Stieghorster Zentrums online zu hinterlassen. Dafür können anonym und in wenigen Minuten Hinweise auf einer Karte eingetragen und erste Visionen bewertet werden.
Neuer Platz mit Mobilstation
Die brachliegende Fläche an der Stieghorster Straße 32–34 soll zu einem modernen Mobilitätsknotenpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität umgestaltet werden. Auf der derzeit ungenutzten Fläche zwischen Stieghorster Straße und Danziger Straße soll entsprechend dem städtischen Mobilstationskonzept eine Mobilstation der Größe L entstehen.
Vorgesehen sind unter anderem:
- eine Mobilstation mit verschiedenen Mobilitätsangeboten,
- eine zugangsgesicherte und wettergeschützte Fahrradabstellanlage (z. B. für E-Bikes und Lastenräder),
- Stellflächen für Sharing-Angebote (Fahrrad, E-Scooter und Auto),
- Informationsangebote (unter anderem Infostelen mit dynamischer Fahrgastinformation),
- Serviceangebote wie eine Fahrradreparatursäule,
- barrierefreie Zugänge,
- Sitz- und Aufenthaltsbereiche,
- Begrünungs- und Verschattungselemente,
- eine öffentliche Toilette,
- sichere Querungsmöglichkeiten für Fußgängerinnen und Fußgänger.
Verbesserungen für den Radverkehr
Die bestehende Radroute durch Stieghorst soll attraktiver, direkter und sicherer gestaltet werden. Hierfür werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, um die bislang umwegige Führung zu verbessern und den Grünzug besser mit dem Zentrum sowie dem Stadtteil Hillegossen zu verknüpfen.
Aufwertung des Ladenzentrums
In Abstimmung mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sollen Ideen für die Neugestaltung des bestehenden Quartiersplatzes und der Wegebeziehungen entwickelt werden. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, Treffpunkte für unterschiedliche Altersgruppen zu schaffen, Grünflächen auszubauen und die Verbindung zwischen Stadtbahnhaltestelle und Zentrum zu verbessern.
Im Rahmen der Planung sollen folgende Ziele erreicht werden:
- Verbesserung der Mobilität durch die Verknüpfung von Stadtbahn, Bus, Fahrrad, Sharing-Angeboten und Fußverkehr in einer Mobilstation.
- Steigerung der Aufenthaltsqualität durch attraktive, grüne und barrierefreie Plätze und Freiräume.
- Stärkung der Radhauptroute als durchgängige und sichere Verbindung in Richtung Grünzug.
- Aufwertung des Ladenzentrums als lebendiger Treffpunkt mit attraktiven Aufenthalts- und Nutzungsangeboten für alle Generationen.
Für eine zukunftsgerechte Umgestaltung der Fläche werden folgende Kriterien besonders berücksichtigt:
- Barrierefreiheit für alle Nutzergruppen
- Sichere Wege für den Fuß- und Radverkehr
- Erhalt bestehender Bäume und Grünflächen
- Klimaanpassung und Starkregenvorsorge
- Nachhaltige Materialien und energieeffiziente Beleuchtung
- Berücksichtigung der Belange von Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Besuchenden
Sommer 2026: Erste Beteiligungsphase
Mit einem Informationsstand auf dem Marktplatz informierte die Stadt am 26. Juni 2026 über das Vorhaben, warb für die bevorstehende Informationsveranstaltung und nahm erste Anregungen und Hinweise der Besucherinnen und Besucher auf.
Im Forum Haus 2 der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Gesamtschule fand am 2. Juli ein Beteiligungsworkshop statt. Dort kamen etwa 60 Interessierte zusammen, um sich über die Entwicklung des Stieghorster Zentrums zu informieren und Ideen zur weiteren Gestaltung des Areals zusammenzutragen. Zahlreiche Hinweise und Anregungen der Teilnehmenden wurden aufgenommen und es wurden gemeinsam Potenziale und Handlungsbedarfe identifiziert. Die Ergebnisse aus der Veranstaltung werden hier in Kürze veröffentlicht.
Zum Abschluss der ersten Beteiligungsphase gibt es eine Online-Beteiligung: Zwischen dem 15. Juli und 5. August können digital Anregungen zum Vorhaben eingereicht werden.
Ab Herbst 2026: Zweite Beteiligungsphase
Nach den Sommerferien sind weitere Beteiligungsformate zu einem ersten Entwurf des Planungsbüros vorgesehen.
Die Beiträge des gesamten Beteiligungsprozesses fließen anschließend in einen detaillierteren Vorentwurf ein. Die Vorstellung der Ergebnisse der Vorplanung ist für Herbst 2026 geplant.
Laufend: Gespräche mit Eigentümerinnen und Eigentümern
Parallel zur Beteiligung der Öffentlichkeit, führt die Stadt Gespräche mit der Wohnungseigentümergemeinschaft des Ladenzentrums sowie weiteren Eigentümerinnen und Eigentümern. Dabei stehen insbesondere die zukünftigen Entwicklungsperspektiven des Stadtteilzentrums Stieghorst im Fokus.