1. Netzwerktreffen des NIAB: Unternehmen für Inklusion gewinnen
Gemeinsam Potenziale erkennen und Fachkräfte sichern
Knapp zehn Prozent der Bevölkerung leben mit einer anerkannten Schwerbehinderung. Dennoch sind Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt häufig unterrepräsentiert. Das Netzwerk Inklusiver Arbeitsmarkt Bielefeld (NIAB) möchte Unternehmen dafür sensibilisieren, dieses Fachkräftepotenzial stärker zu nutzen und inklusive Beschäftigung aktiv zu fördern.
Gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels können es sich Unternehmen eigentlich nicht leisten, auf diese Potenziale zu verzichten.Fabian Möller, Büro für Sozialplanung der Stadt Bielefeld
Häufig stehen Unsicherheiten und Vorurteile einer Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen im Weg. Das Netzwerk möchte diese Mythen abbauen und Unternehmen praxisnah informieren.
Beim ersten Netzwerktreffen im September 2025 kamen rund 18 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und über Themen wie:
- arbeitsrechtliche Fragen
- Fördermöglichkeiten
- praktische Erfahrungen
- Herausforderungen im Arbeitsalltag
zu sprechen.
„Viele Arbeitgeber wissen schlicht nicht, welche Unterstützungsangebote es gibt. Wenn Unternehmerinnen und Unternehmer direkt von anderen Betrieben hören, wie Inklusion im Arbeitsalltag funktioniert, baut das Hemmschwellen ab.“
Jürgen Altemöller, Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA)
Das Netzwerk setzt auf den Austausch zwischen Unternehmen, die bereits erfolgreich inklusiv arbeiten, und Betrieben, die erste Schritte in Richtung Inklusion gehen möchten.
Im Austausch wurde deutlich, dass Unternehmen grundsätzlich offen für inklusive Beschäftigung sind. Gleichzeitig äußerten sie konkrete Wünsche und Bedarfe, um Inklusion im Arbeitsalltag erfolgreicher umsetzen zu können.
Unternehmen wünschen sich:
- Mehr Vernetzung und Austausch mit anderen Betrieben, die bereits Erfahrungen mit inklusiver Beschäftigung gesammelt haben.
- Eine zentrale Anlaufstelle, die Informationen zu Fördermöglichkeiten, Ansprechpartnern und Unterstützungsangeboten bündelt.
- Praxisnahe Beratung zu arbeitsrechtlichen Fragen sowie zu Finanzierung, Arbeitsplatzgestaltung und Förderprogrammen.
- Mehr Sichtbarkeit gelungener Beispiele, um Vorbehalte abzubauen und von erfolgreichen Unternehmen zu lernen.
- Sensibilisierung und Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeitende zum Umgang mit Behinderungen im Arbeitsalltag.
- Direkten Austausch mit Menschen mit Behinderungen, um Perspektiven kennenzulernen und Unsicherheiten abzubauen.
- Begleitung bei der Einarbeitung, beispielsweise durch Mentoren- oder Patenschaftsmodelle.
- Öffentliche Anerkennung für Unternehmen, die sich für Inklusion engagieren.
Ausblick: Zweites Netzwerktreffen
Das zweite Netzwerktreffen knüpft an die Erkenntnisse des ersten Austauschs an. Im Mittelpunkt stehen:
- arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen
- Praxisbeispiele gelungener Inklusion
- Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen
- offene Fragen und gemeinsame Diskussionen
Ziel bleibt es, Unternehmen auf ihrem Weg zu einer inklusiven Personalpolitik zu begleiten und den inklusiven Arbeitsmarkt in Bielefeld nachhaltig zu stärken.