Stadtwerke Bielefeld verlegen 110-kV-Kabelverbindung im Spülbohrverfahren

Baustellen im Bereich Am Zwinger/Stapenhorststraße wird eingerichtet

| Bielefeld (bi)

Pressemeldung der Stadtwerke Bielefeld

Die Arbeiten zur neuen 110-kV-Kabelverbindung zwischen den Umspannwerken Sparrenberg und Zwinger schreiten planmäßig voran: Die Pilotbohrung ist inzwischen bis zur Ecke Oberntorwall/Klosterstraße fortgeschritten. Obwohl die Trasse unter der Innenstadt verläuft und das Umfeld stark von Verkehr sowie Anliegerinnen und Anliegern geprägt ist, bleiben die verkehrlichen Auswirkungen des Großprojekts überschaubar. Das ermöglicht vor allem das Spülbohrverfahren.

Die Stadtwerke Bielefeld setzen die Maßnahme im Auftrag der Bielefelder Netz GmbH um. Sie ersetzt ein bestehendes Hochspannungs-Kabelsystem aus dem Jahr 1982 in annähernd gleicher Trasse. Gleichzeitig wird die Verbindung für die Anforderungen der kommenden Jahre verstärkt. Neue und wachsende Verbrauchsschwerpunkte, darunter Wärmepumpen und Elektromobilität, stellen zusätzliche Anforderungen an das Stromnetz. Die moderne Kabeltechnologie erhöht daher die Leistungsfähigkeit dieser zentralen Verbindung im innerstädtischen Netz.

„Mit dem Baufortschritt bis zum Oberntorwall wird sichtbar, wie sich eine wichtige Infrastrukturmaßnahme Schritt für Schritt unter der Innenstadt umsetzen lässt. Die neue Kabelverbindung stärkt die Versorgung und schafft eine verlässliche Grundlage für die weitere Entwicklung der Energieversorgung in Bielefeld“, sagt Dr. Nils Neusel-Lange, Geschäftsführer der Bielefelder Netz GmbH.

Straße Zwinger nur über Elsa-Brändström-Straße erreichbar

Am Dienstag, 8. September, startet die Baustelleneinrichtung im Bereich Am Zwinger/Stapenhorststraße. Die Straße Am Zwinger ist ab diesem Zeitpunkt ausschließlich über die Elsa-Brändström-Straße erreichbar. Die Arbeiten in diesem Bereich dauern voraussichtlich bis Ende Oktober.

Arbeiten unter der Oberfläche

Die rund 925 Meter lange Trasse wird in mehreren Abschnitten im steuerbaren Horizontalspülbohrverfahren hergestellt. Dabei führt zunächst eine steuerbare Pilotbohrung den vorgesehenen Verlauf im Untergrund aus. Anschließend wird der Bohrkanal für das Leerrohr-System vorbereitet. Durch diese Leerrohre wird das 110-kV-Kabel später eingezogen.

Der Trassenverlauf führt vom Umspannwerk Sparrenberg in den Park oberhalb der Kreuzstraße. Von dort werden die Kreuzstraße und die Lutter bis in den Kunsthallenpark unterquert. Im Kunsthallenpark entstehen zwei Bohrgruben. Danach verläuft die Verbindung bis zur Ecke Oberntorwall/Klosterstraße, weiter zur Ecke Stapenhorststraße/Am Zwinger und schließlich zum Umspannwerk Zwinger. Parallel zur Spülbohrung führt ein Fachunternehmen die von der Stadt vorgegebene Kampfmittelsondierung entlang der Trasse durch.

Offene Baugruben sind nur an den Start- und Zielpunkten der Bohrabschnitte sowie an der Muffengrube im Kunsthallenpark erforderlich. In dieser Grube werden später die beiden Kabelteilstücke miteinander verbunden. Sobald die Leerrohre eines Abschnitts verbunden sind, werden die jeweiligen Gruben geschlossen und die Oberfläche wiederhergestellt. Der finale Kabeleinzug ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen.

Das Spülbohrverfahren bietet gerade in der Innenstadt klare Vorteile. Eine durchgehende Aufgrabung über die gesamte Strecke ist nicht erforderlich. Dadurch konzentrieren sich die Arbeiten an der Oberfläche auf einzelne Punkte und festgelegte Zeiträume. Straßen, die Lutter und dicht genutzte Bereiche können unterquert werden. Erreichbarkeit und der Verkehrsfluss bleiben weitgehend erhalten.

„Das Verfahren verbindet den Ausbau leistungsfähiger Netzinfrastruktur mit einer auf die Innenstadt abgestimmten Bauweise. Ein wesentlicher Teil der Arbeiten findet unterirdisch statt. So können wir die Maßnahme räumlich bündeln und die Oberfläche in vielen Bereichen weiter nutzbar halten“, sagt Jan-Paul Speer, Projektleiter der 110-kV-Baumaßnahme.

Begrenzte, oberirdische Eingriffe

Auch an den verkehrsstarken Punkten bleiben die Eingriffe punktuell und zeitlich begrenzt. Während der Bohrarbeiten wird die Rechtsabbiegespur vom Oberntorwall in die Klosterstraße zwischenzeitlich gesperrt. Im Laufe der Arbeiten im Bereich Stapenhorststraße/Am Zwinger wird der vordere Teil der Rechtsabbiegespur auf den Ostwestfalendamm gesperrt. Hinter dem Arbeitsbereich bleibt das Einfädeln zum Rechtsabbiegen möglich.

Parallel zum Trassenbau wird im Umspannwerk Sparrenberg eine Komponente der 110-kV-Anlage durch eine neue Innenraum-Schaltanlage ersetzt und an das neue Kabelsystem angebunden. Damit werden Kabelverbindung und Anlagentechnik aufeinander abgestimmt weiterentwickelt.

Von links: Dr. Nils Neusel-Lange (Geschäftsführer Bielefelder Netz), Jan-Paul Speer (Projektleiter Baumaßnahme) und Stefan Kronshage (110-kV-Projektkoordinator) inspizieren die 110-kV-Baumaßnahme im Kunsthallenpark. Foto: Lisa Teichler/Stadtwerke Bielefeld.