Defibrillatoren gesucht: Stadt Bielefeld ruft zur Meldung von Standorten auf
| Bielefeld (bi)
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Neben dem sofortigen Beginn der Wiederbelebung kann der frühzeitige Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED), kurz Defi, die Überlebenschancen der betroffenen Person deutlich erhöhen. Voraussetzung ist jedoch, dass bekannt ist, wo sich ein solches Gerät befindet und wann es zugänglich ist.
In Bielefeld gibt es bereits zahlreiche Defibrillatoren – beispielsweise in Unternehmen, Sportstätten, öffentlichen Einrichtungen, Geschäften, Vereinsheimen und Veranstaltungsgebäuden. Viele dieser Geräte sind bislang jedoch nicht zentral erfasst.
Die Berufsfeuerwehr Bielefeld möchte daher gemeinsam mit dem Förderverein Notfallmedizin Bielefeld eine möglichst vollständige Übersicht der im Stadtgebiet vorhandenen Defibrillatoren erstellen. Alle Menschen in der Stadt, Unternehmen, Vereine und Einrichtungen sind aufgerufen, ihnen bekannte Standorte über eine Online-Karte zu melden.
„Im Notfall kann ein schnell erreichbarer Defibrillator entscheidend sein. Deshalb wollen wir gemeinsam mit den Bielefelderinnen und Bielefeldern dafür sorgen, dass vorhandene Geräte besser auffindbar werden. Jede Meldung hilft uns, die Notfallversorgung in unserer Stadt weiter zu verbessern“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer.
Standort in wenigen Sekunden melden
Auf einer Online-Karte, die vom städtischen Presseamtes realisiert wurde, lässt sich der Standort eines Defibrillators markieren und um wenige Angaben ergänzen. Besonders wichtig sind Informationen zur genauen Position und zur Zugänglichkeit des Gerätes, etwa, ob sich der Defibrillator innerhalb oder außerhalb eines Gebäudes befindet, zu welchen Zeiten das Gerät zugänglich ist oder ob sich der Defibrillator im Besitz der Person befindet, die die Meldung einreicht. Die Meldung über das Bielefelder Beteiligungsportal ist anonym und ohne Registrierung möglich.
„Für die Feuerwehr und den Rettungsdienst sind verlässliche Angaben zu Standorten und Zugangszeiten besonders wichtig“, erklärt die für das Feuerwehramt zuständige Beigeordnete Claudia Koch. „Mit der Übersicht schaffen wir eine fundierte Datengrundlage. Sie kann künftig dabei helfen, Ersthelfende schneller zu einem verfügbaren Defibrillator zu lotsen und bestehende Versorgungslücken im Stadtgebiet gezielt zu schließen.“
Die gemeldeten Angaben werden geprüft und anschließend in eine Übersicht der bekannten Defibrillator-Standorte in Bielefeld aufgenommen. Perspektivisch sollen die Informationen auch von der Feuer- und Rettungsleitstelle genutzt werden können. So könnten Mitarbeitende der Leitstelle Ersthelfende im Rahmen der Notrufabfrage auf ein erreichbares Gerät hinweisen. Auch die Mobilen Retter, die bei bestimmten Einsatzstichworten ergänzend zum Rettungsdienst alarmiert werden, könnten mithilfe der Übersicht gezielt einen Defibrillator zur Einsatzstelle bringen.
Ein Defibrillator kann über folgende Internetseite gemeldet werden: www.bielefeld.de/defi.
Gesucht werden nicht nur Geräte im öffentlichen Raum. Auch Unternehmen, Arztpraxen, Apotheken, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Hotels, Kirchengemeinden, Sportvereine, Fitnessstudios, Einkaufszentren und weitere Einrichtungen sind eingeladen, ihre Defibrillatoren einzutragen. Jede Meldung trägt dazu bei, vorhandene Geräte in Bielefeld besser auffindbar zu machen und im Notfall wertvolle Zeit zu gewinnen.
Übersicht zeigt mögliche Versorgungslücken
Die Karte soll zugleich sichtbar machen, in welchen Teilen des Stadtgebietes bislang nur wenige oder keine Defibrillatoren vorhanden sind. Auf dieser Grundlage können mögliche Versorgungslücken erkannt und zusätzliche Standorte gezielt geplant werden. In einem zweiten Schritt ist vorgesehen, weitere Geräte anzuschaffen, um langfristig eine möglichst dichte und flächendeckende Verfügbarkeit im Notfall zu erreichen.
Hintergrund: Woche der Wiederbelebung
Im Rahmen der deutschlandweiten „Woche der Wiederbelebung“ fand unter anderem am 24. und 25. September auf dem Jahnplatz eine zweitägige Informations- und Mitmachaktion statt. Interessierte konnten dort ihr Wissen rund um den Herz-Kreislauf-Stillstand auffrischen, unter fachkundiger Anleitung die Wiederbelebung von Erwachsenen, Kindern und Säuglingen praktisch üben und sich über das Mobile-Retter-System informieren.
An diese erfolgreiche Aktion knüpft nun der Aufruf zur Meldung von Defibrillatoren an: Neben dem Wissen um die Wiederbelebung ist eben auch im Notfall entscheidend, dass vorhandene Geräte schnell gefunden und eingesetzt werden können.