Umgestaltung des Ostmarkts
Der Ostmarkt in der östlichen Stadtmitte ist Marktplatz und Parkplatz zugleich. Der Jakobuskirchplatz (Ostmarkt) ist asphaltiert und durch diese Versiegelung im Sommer ein echter Hitze-Hotspot (bis 43 Grad). Der Niederschlag kann auf der Fläche nicht versickern, sondern nur abfließen, bei Starkregen-Ereignissen kann das zu einem großen oberflächlichen Abfluss führen.
Jetzt soll der Platz fit gemacht werden für die Klimaveränderungen - ein schöner, begrünter Treffpunkt für die Nachbarschaft - mit Angeboten für alle Generationen.
Die Stadt arbeitet im Klimaanpassungskonzept mit der "Planungshinweiskarte Stadtklima". Für die Platzfläche des Amtes für Verkehr gilt wegen der hohen Versiegelung Sanierungsbedarf mit höchster Priorität.
Die Bezirksvertretung Mitte gab auf Basis einer Bürgereingabe den Auftrag für die Neugestaltung an eine Projektgruppe der Stadtverwaltung. Als kurzfristige Lösung für mehr Aufenthaltsqualität wurden bereits einige neue Sitzbänke, Fahrradbügel und neue Mülleimer aufgestellt.
Aktuell
Im Juni 2026 stellte das Amt für Verkehr die Planungen für die klimaangepasste Gestaltung der städtischen Fläche in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte vor.
Die Vorzugsvariante sieht eine deutliche Aufwertung der Flächen um die Bestandsbäume sowie die Schaffung eines kleinen Pocket Parks vor. Ein Pocket Park ("Westentaschen"-Park) ist eine etwa 300 bis 500 Quadratmeter große Grünfläche im Stadtgebiet (Verbindung von Klima-Anpassung, Artenvielfalt und Nachbarschaftstreff auf kleinstem Raum).
Zusätzlich soll auch die Platzmitte mit weiteren Bäumen aufgewertet werden.
Eine Alternative sieht die Aufwertung der Flächen für die Bestandsbäume am westlichen Platzrand sowie die zusätzlichen Bäume in der Platzmitte vor.
Für die klimaangepasste Umgestaltung sollen Fördermittel beantragt werden. Die Stadt plant mit einem Eigenanteil von 20 Prozent.
Infoveranstaltung für die Anwohner*innen
In der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte wurde eine Bürgerinformation beschlossen, um die Meinung und Ideen der Menschen rund um den Ostmarkt abzufragen. Am 13. Juli werden die beiden Planungsvarianten vorgestellt, um diese mit den Bürger*innen zu diskutieren.
Der Zeitplan
- 06/2026 Erste Vorstellung der Planungsvarianten in der Bezirksvertretung Mitte
- 13.07.2026 Infoveranstaltung für Anwohner*innen (Vorstellung der Planungsvarianten + Diskussion)
- 09/2026 Die Bezirksvertretung Mitte wird sich erneut mit den Planungen zum Ostmarkt befassen
Der Ostmarkt ist stark versiegelt, im Sommer ist er einer der heißesten Plätze der Stadt. Die Überhitzung kann besonders bei vulnerablen Bevölkerungsgruppen (Kita-/Grundschulkinder, ältere Menschen) bereits zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Wird der Ostmarkt mit Blick auf die Klimaanpassung nicht umgestaltet, kann sich dies zukünftig verstärken.
Rund um die asphaltierte Fläche des Ostmarktes stehen einzelne Bäume. Weil der Bereich um ihren Stamm (Baumscheibe) zu klein ist, können sie nur wenige Nährstoffe oder Wasser aufnehmen, das Wurzelwachstum leidet.
Wochenmarkt + Parkplatz
Die Menschen im Quartier kaufen mittwochs und freitags auf dem Wochenmarkt ein, an anderen Tagen wird alles als Parkplatz mit 56 Stellplätzen genutzt. Im Gebäude am nördlichen Rand gibt es einen Kiosk und eine teilöffentliche Toilettenanlage (öffnet an Markt-Tagen) sowie Räume für die Marktbeschicker (Marktmeisterbüro und Abfallsammelstelle). Aktuell bietet der Ostmarkt kaum Aufenthaltsbereiche.
Das Umfeld
In direkter Nähe liegen die Kita "Jakobus", der Fröbelschule, die Sekundarschule sowie verschiedene Bildungseinrichtungen. Mit der Jakobus- und der Liebfrauenkirche gibt es zwei Kirchen. Die Anliegenden nutzen den Ostmarkt zu unterschiedlichen Zeiten, ob als Hol- und Bringzone (Elterntaxis) oder Parkraum. Hinzu kommen Schulkinder zu Fuß oder auf dem Fahrrad.
Bürgerliches Engagement
Die Bürgerinitiative "Lebendiger Ostmarkt e.V." setzt sich für eine aktive Nutzung der Platzfläche ein. Der Verein organisierte Flohmärkte, ein Streetball-Turnier sowie kleinere kulturelle Angebote. Weitere Ziele sind Aufenthaltsbereiche, die Verbesserung der Baumstandorte durch Baumpatenschaften und die Aufwertung der Grünflächen.
Die Planung
Die Planung in Variante sieht deutlich mehr Platz für Bestandsbäume am Rad des Ostmarktes vor. Die Bereiche um die Bäume werden entsiegelt, neue Grünflächen angelegt.
Herzstück der Planung:
Die Fläche um das Kiosk-Gebäude soll bis zur Oststraße zu einem kleinen Park umgestaltet werden. Die Fläche wird entsiegelt und mit Grünflächen aufgewertet. Hier werden neue Bäume gepflanzt, Sitz- und Aufenthaltsbereiche sowie ein Wasserspender sind angedacht.
Auch in der Platzmitte sollen neue Bäume stehen und Verschattung für neue Sitzmöglichkeiten bieten. Angebote zum Spielen und Bewegen sowie neue Grünflächen laden zum Mitmachen und Verweilen ein.
Potenziell kann das Regenwasser zukünftig durch einen neuen Belag auf der Platzfläche (heute Asphalt) sowie in den Grünflächen versickern, verdunsten und mit einer Wasser-Bewirtschaftung auch den Bäumen zugeführt werden.
Außerhalb des Wochenmarktes sind weitere Parkplätze auf der Fläche vorgesehen. Die Zufahrtssituation wird neu geordnet.
Die Zufahrt auf den Platz ist nur noch aus der Straße Jakobuskirchplatz vorgesehen. Für den Wochenmarkt soll es eine neue Zufahrt von der Oststraße sowie die heutige Zufahrt an der Ecke Gobelinusstraße / Oststraße geben. Die Container für Glas- und Altkleider sollen im neuen Zufahrtsbereich “Oststraße“ stehen.
Perspektivisch ist auch eine Aufwertung des Gebäudes mit Kiosk und Räumen für den Markt (inkl. teilöffentlicher Toilette) vorgesehen. Diese kann zudem als Mobilstation umgestaltet werden, verbunden mit der Aufwertung der öffentlichen Toilette zu einer barrierefreien, öffentlichen Toilette. Es sind Leihangebote rund um die Mobilität vorgesehen (E-Roller, MeinSiggi-Räder...).
Diese Planung ist eine deutlich reduzierte Umgestaltung des Ostmarktes.
Die Alternative bezieht sich auf die Randbereiche des Platzes – mit einer Verbesserung der Standortbedingungen für die Bestandsbäume sowie die Aufwertung der Platzmitte. Analog zur Vorzugsvariante sind in der Platzmitte weitere Bäume mit Sitzmöglichkeiten vorgesehen.
Außerhalb des Wochenmarktes sind weitere Parkplätze auf der Fläche vorgesehen. Die Schaffung von Senkrechtstellplätzen entlang der Straße Jakobuskirchplatz ordnet den ruhenden Verkehr neu. Die Zufahrtssituation wird teilweise neu geordnet. Die Zufahrten in der Straße Jakobuskirchplatz konzentrieren sich auf eine Zufahrt im Bereich des Gebäudes.