Das Verkehrsleitsystem für Bielefeld
Mit dem Aufbau der ersten 38 LED-Schilder fällt in Kürze der Startschuss für das neue digitale Verkehrsleitsystem der Stadt Bielefeld. Zukünftig will das Amt für Verkehr damit zum Beispiel die sogenannte Reisezeit der Fahrzeuge im Stadtgebiet messen.
Verkehrsteilnehmende erhalten über die Schilder und die digitalen LED-Matrix-Tafeln Informationen zu Staus, Baustellen oder freien Stellplätzen in den Parkhäusern. Um das bestehende Parkleitsystem weiterzuentwickeln, wird das Amt für Verkehr einen neuen Verkehrsrechner anschaffen.
Mit dem neuen Verkehrsleitsystem können im Stadtgebiet digitale Info-Schilder angesteuert werden, um so frühzeitig den Verkehr zu steuern. Die Schilder zeigen in Echtzeit – auch entsprechend der Wünsche aus der Politik – Verkehrsstörungen, die Anzahl freier Stellplätze in Parkhäusern oder Hinweise zur An- und Abfahrt bei Veranstaltungen an. Damit soll auch der Parkplatz-Suchverkehr reduziert und der Verkehrsfluss aktiver gesteuert werden. Die einzelnen Bausteine des Verkehrsleitsystems gehen nach und nach im Laufe des Jahres in Betrieb.
Zum Ablauf
Zum Start des Verkehrsleitsystems werden die Vollmatrix-Schilder im Straßenraum installiert, sie bleiben aber zunächst ausgeschaltet.
Das Amt für Verkehr vernetzt
- 38 mehrere Quadratmeter große LED-Vollmatrix-Schilder
- 5 statische Verkehrsschilder mit LED-Matrix-Einsätzen
- 15 rein statische Beschilderungen
- 18 Standorte des bestehenden Parkleitsystems werden zurück- oder umgebaut.
Die Beschilderung im Straßenraum erfolgt nach und nach. Das gilt auch für die Inbetriebnahme der LED-Vollmatrix-Schilder sowie der Schilder mit LED-Matrixeinsätzen.
So funktioniert die Technik
Sobald die Verkehrsleitzentrale im Amt für Verkehr die Tafeln ansteuert, erscheint ein Hinweistext zu Zweck und Funktion der Schilder. Die Module werden schrittweisen eingerichtet, so zeigen die Tafeln anschließend relevante Verkehrsinformationen (z. B. Auslastung der Parkhäuser, Verkehrsstörungen) an.
Das Projektteam geht davon aus, dass die Inbetriebnahme rund sechs Monate dauert und bis Ende 2026 abgeschlossen ist.
Die Module
Damit das Verkehrsleitsystem den Verkehr bestmöglich lenken kann, erheben im gesamten Stadtgebiet Geräte die Anzahl und Reisezeiten der Autos.
Das Ziel: Staus vorhersehen und Einschränkungen im Verkehrsfluss begrenzen.
Darüber hinaus sollen die Verkehrsdaten einen Beitrag zur Optimierung des städtischen Verkehrsmodells leisten. Auf ausgewählten Routen werden Reisezeiten des KFZ-Verkehrs per Bluetooth- und Wifi-Signal erfasst. Die Belange des Datenschutzes und der Datensicherheit werden berücksichtigt.
Aktuell wird das Konzept für die Geräte-Standorte im Stadtgebiet finalisiert. Die Ausschreibung und Installation sind ab dem 2. Quartal 2026 vorgesehen. Dieses Modul des Verkehrsleitsystems soll im 4. Quartal 2026 in Betrieb genommen werden.
Das Amt für Verkehr wird mit dem Leitsystem eine Vielzahl an Verkehrsdaten und relevanten Informationen erheben und auswerten. Die Voraussetzung dafür: ein neuer Verkehrsleitrechner als zentrale „Datendrehscheibe“. Darüber hinaus wird er zur Ansteuerung der LED-Tafeln im Straßenraum eingesetzt. Das Konzept sieht auch hier einzelne Leistungsbausteine vor.
Der Vorteil: Mehr Flexibilität bei der stetigen Weiterentwicklung.
Der Verkehrsleitrechner wird relevante Daten mit der moBiel GmbH teilen können und diese auch über die bundesweite „Drehscheibe für Mobilitätsdaten“ (Mobilithek) der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Das Projektteam plant, mit den Autofahrern zukünftig viele Verkehrsinformationen direkt über die gängigen Online-Navigationssysteme zu teilen.
Das Amt für Verkehr steht bereits im Austausch mit den Anbietern (z. B. Google-Maps). Die EU-weite Ausschreibung des Verkehrsleitrechners wurde noch im Dezember 2025 veröffentlicht, das Vergabeverfahren läuft. Das Ziel ist es, den Verkehrsrechner im 3. Quartal 2026 in Betrieb zu nehmen.
Das Amt für Verkehr will messen, welche Folgen der Straßenverkehr für die Umwelt hat. Gemeinsam mit dem Umweltamt wurden dafür Standorte im Stadtgebiet festgelegt. Die Umweltdaten sollen auf der Herforder Straße, der Feilenstraße sowie der Oststraße erhoben werden.
Neben Wetterdaten geht es auch um Schadstoffe, die in einem direkten Zusammenhang mit Verkehr stehen
(z. B. Nox-Stickstoffe).
Ziel ist es, das Verkehrsgeschehen mithilfe dieser Informationen zu beeinflussen. Eine Integration der Umweltdaten ins städtische Verkehrsleitsystem soll im 4. Quartal 2026 erfolgen.
Die Stadt will den Einsatz von Hochtechnologie an fünf Ampelanlagen anstoßen. C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems) ermöglicht einen stärkeren Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur. Das Ziel: Die Verkehrssicherheit erhöhen und den Verkehrsfluss verbessern.
Als Pilotprojekt wird die neue Technik den Verkehr auf einer der Feuerwehr-Fahrstraßen optimieren und steuern.
Aktuell stimmen Feuerwehr und Amt für Verkehr die Details der Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen ab. Das Hochtechnologie-System auf der Pilotstrecke soll im 4. Quartal 2026 in Betrieb gehen.