Die Grüne Kammerratsheide

Grundlage

Nach dem Beschluss vom Stadtentwicklungsausschuss vom 1. September 2020, wurde im Rahmen des INSEK Baumheide ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb für die „Grüne Kammerratsheide“ durchgeführt.

Was ist die „Grüne Kammerratsheide“?

Die „Grüne Kammerratsheide“ umfasst den Grünzug zwischen der Herforder Straße und der Eckendorfer Straße zwischen dem innerstädtischen Gewerbegebiet Kammerratsheide und der Wohnbebauung in Baumheide. Der Leineweberring als besonderer Veranstaltungsort bildet eine markante Grünstruktur an der Eckendorfer Straße.

Im Rahmen des Freiraumentwicklungskonzeptes wurde ein Leitbild für Baumheide entwickelt: „Baumheide ist ein gut vernetzter und grüner Stadtteil.“ Zur Erreichung des Leitbildes werden Ziele und Maßnahmen formuliert. Dies sind u.a. die Entwicklung der Kammerratsheide zu einem Grünzug mit Schwerpunkt auf sportlichen Aktivitäten, der Schaffung naturnaher Erlebnis- und Erholungsräume, der Stärkung urbaner Landwirtschaft und Ergänzung von Wohnraumangeboten. Der Wettbewerb baut auf dem Freiraumentwicklungskonzept von Baumheide als gesamträumliches Leitbild auf.

Die „Grüne Kammerratsheide“ verfügt über eine sehr geringe innere Erschließung, sodass weder der Leineweberring mit der Schulsportanlage weiter nördlich, noch die Kleingartenanlagen bzw. das Grabeland miteinander verbunden sind. Die ehemaligen Gärtnereibetriebe nördlich des Wellbaches fallen zunehmend brach. Ein Wohnmobilstellplatz führt aufgrund seiner Lage westlich der Kleingartenanlage „Kammerratsheide“ zu einer Unterbrechung des Freiraumes.

Für das gesamte Wettbewerbsgebiet sollte eine Rahmenplanung mit einer konzeptionellen Gesamtidee für den Grünraum entstehen. Hierbei sollten unter Berücksichtigung der Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung Aussagen getroffen werden zur städtebaulichen Entwicklung, Wegeverbindungen und Orten der Begegnung. 

In einer städtebaulichen Lupe sollte die perspektivische baulichen Entwicklung auf alten Gärtnereigeländen und eine Öffnung der Schulsportanlagen dargestellt werden.

Ergänzend dazu sollte eine freiraumplanerische Lupe neue Sport-, Freizeit,- und Erholungsmöglichkeiten am Leineweberring aufzeigen.

Um das Wettbewerbsverfahren transparent und gut zu gestalten, wurde der Vorbereitungsprozess durch eine breite Bürger*innenbeteiligung vorbereitet und begleitet. Zusammen mit Anwohnenden, interessierten Bürger*innen und Akteur*innen der Stadtgesellschaft wurden die Eckpunkte der Aufgabenstellung diskutiert und Anregungen eingeholt. 

Neben der Direktansprache von relevanten Einzelakteur*innen begleiteten zielgruppenspezifische Angebote die Wettbewerbsvorbereitung: Spaziergänge, Beteiligungskits für Kinder und Jugendliche sowie Informationsstände waren Teil des Konzeptes. Bei einem „Planungsatelier“ als Abendveranstaltung wurden die gesammelten Ergebnisse vor Ort präsentiert, diskutiert und weitere Anmerkungen eingeholt. 

Die Ergebnisse aller Beteiligungsveranstaltungen sind in der Beteiligungsbroschüre zusammengefasst.

Das Verfahren wurde als städtebaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb nach den Vorgaben der RPW 2013 durchgeführt. 

Insgesamt wurden fünf Büros bzw. Bürogemeinschaften der Fachrichtung Stadtplanung und Landschaftsarchitektur durch die Stadt Bielefeld als Ausloberin des Wettbewerbes als teilnehmende Büros gesetzt. Die EU-weite Bekanntmachung erfolgte am 10. Oktober 2025. Ab diesem Zeitpunkt konnten sich Büros bzw. Bürogemeinschaften, nach mit der Architektenkammer abgestimmten Eignungskriterien, zur Teilnahme am Wettbewerb bewerben. Im vorgeschalteten Bewerbungsverfahren gingen insgesamt 42 Teilnahmeanträge ein, aus denen zehn Bewerberbüros per Losverfahren bestimmt und zur Teilnahme am Wettbewerb aufgefordert wurden. Zwei Büros sagten ihre Teilnahme im weiteren Verlauf aus Kapazitätsgründen nachträglich ab. Somit nahmen insgesamt 13 Büros aus den Fachrichtungen Städtebau und Landschaftsarchitektur am Wettbewerb teil.

Zu den Beurteilungskriterien zählten Qualität des freiraumplanerischen Gesamtkonzeptes, der städtebaulichen Konzeption und der Freiraumgestaltung sowie die Einbindung in die städtebauliche Situation, der Umgang mit Klimaanpassung und Klimaresilienz, Funktionalität und Nutzungsqualität, die Realisierbarkeit und Nachhaltigkeit, sowie die Wirtschaftlichkeit.

Am 18.12.2025 fand die Preisrichtervorbesprechung sowie ein Rückfragenkolloquium für die teilnehmenden Planungsbüros statt. Es folgte eine zwölfwöchige Bearbeitungszeit für die Planungsbüros. Es sind dreizehn Entwürfe fristgerecht und anonym bis zum 6. März 2026 eingegangen. Nach der Vorprüfung der Entwürfe fand am 13. Mai 2026 das Preisgericht unter dem Vorsitz von Rolf Egon Westerheide statt.

Als Ergebnis der Preisgerichtssitzung wurden drei Preise und eine Anerkennung an die folgenden Büros vergeben:

1. Preis

Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH aus Berlin mit Studio Wessendorf aus Berlin und Plan und Recht GmbH aus Berlin

2. Preis

Lohaus • Carl • Köhlmos PartGmbB Landschaftsarchitekten – Stadtplaner aus Hannover mit studiomauer Part mbB | Bohlen, Lubs, Pape, Staack für Architektur und Stadtplanung aus Hannover

3. Preis

faktorgruen Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure mbB aus Freiburg mit Thomas Schüler Architekten Stadtplaner aus Düsseldorf

Anerkennung

GREENBOX LANDSCHAFTSARCHITEKTEN Partnerschaftsgesellschaft mbB SCHÄFER | PIEPER | THEIDEL | WIEGARD aus Köln mit bjp | bläser jansen partner GbR aus Dortmund

Das Preisgeld für die vorgesehene zweite Anerkennung (17.000 €) wurde gleichmäßig auf die Preise und die Anerkennung verteilt, sodass sich entsprechend folgende Verteilung der Preisgelder ergab: 

1. Preis: 74.250 €

2. Preis: 45.250 €

3. Preis: 31.750 €

Anerkennung: 21.250 €

Alle eingereichten Entwürfe sowie die Beurteilung des Preisgerichtes zu den gekürten Entwürfen wurden in einer Ergebnisbroschüre zusammengefasst.

Der Gewinnerentwurf trägt den Titel „Die Wiederentdeckung der Langsamkeit“ und zeichnet sich durch die Grundidee mit einem weiten Horizont und einem dichten, baumbestandenen Rahmen aus. Die Bestandsgebäude werden durch Inseln in die Landschaft integriert. Die Grabelandflächen und Kleingärten werden in den dichten Rahmen eingebunden. Durch großzügige Eingänge in den Park wird der Grünraum zugänglicher gestaltet und in die Umgebung angebunden. Die Rahmenplanung sieht eine behutsame Nachverdichtung vor sowie eine Durchwegung über eine westliche „Veloroute“ und eine östlich liegende „Wiesenpromenade“ für Fußgänger*innen und ein Wegenetz innerhalb der Grünfläche mit Rundwegen. 

Die städtebauliche Lupe zeigt fünf Hofensembles in offener Bauweise, die eine klare Raumkante zur Straße Am Wellbach bilden. In dem Entwurf steigt die Geschossigkeit zum Grünraum bis auf fünf Vollgeschosse an. Die freiraumplanerische Lupe zeigt in die Topografie eingebaute Sitzstufen und Spiel- und Sportflächen östlich des Leineweberrings. Der Entwurf berücksichtigt eine Hundewiese und Grillwiesen und weist den Leineweberring als Festwiese mit einer möglichen Bühne aus. Mobile Möbel sollen Tribünen für Veranstaltungen bieten.

Das Preisgericht hat die Realisierung des Siegerentwurfes empfohlen. Die Bürogemeinschaft des ersten Platzes soll im anschließenden VgV-Verfahren mit der Planung der weiteren Leistungsphasen beauftragt werden.

Die Umsetzung des Entwurfes soll als eine Maßnahme in das „INSEK Baumheide“ aufgenommen und mit Hilfe von Städtebaufördermitteln in der Planung und Umsetzung finanziert werden. 

Sie haben Rückfragen zum Wettbewerb „Grüne Kammerratsheide“? Kommen Sie gerne zu unseren Sprechstunden im Quartiersbüro am Wellbach 11 in Baumheide vorbei!

di 12.30-15.30 Uhr
mi 14-16 Uhr (INSEK-Sprechstunde)
do 10-12 und 13-17 Uhr

Aktuelle Termine und Veranstaltungen im Rahmen der Grünen Kammerratsheide finden Sie auf der Seite des Quartiersmanagements: quartiersmanagement-baumheide.de.

17.06.-03.07.2026 | Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten im Technischen Rathaus, Atrium

13.05.2026 | Preisgerichtssitzung

06.03.2026 | Abgabefrist der Wettbewerbsarbeiten

18.12.2025 | Preisrichtervorbesprechung und Rückfragenkolloquium für die Planungsbüros

13.11.2025 | Losziehung 

10.10.2025 | EU-weite Bekanntmachung des Wettbewerbsverfahrens 

01.07.2025 | Politischer Beschluss zur Auslobung des nichtoffenen Realisierungswettbewerbs „Grüne Kammerratsheide“ für Stadtplanung und Landschaftsarchitektur

05.11.24 | Öffentliches Planungsatelier

25.09.-25.10.24 | Online Beteiligung und Beteiligungskits

22.10.24 | Standortkonferenz mit Flächeneigentümer*innen im Wettbewerbsgebiet

22.10.24 | Sprechstunde Grüne Kammerratsheide im Quartiersbüro

08.10.24 | Standortkonferenz mit Nutzer*innen und Vereinen

01.10.24 | Spaziergang durch das Wettbewerbsgebiet

25.09.24 | Kinder- und Jugendbeteiligung im Freizeitzentrum