Maßnahmenpaket: Stadt Bielefeld stärkt Attraktivität, Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt

| Bielefeld (bi)

Die Bielefelder Innenstadt ist das Herz der Stadt: Hier begegnen sich Menschen, hier wird eingekauft, gearbeitet, gefeiert und Kultur erlebt. Damit die City auch in Zukunft ein einladender, sicherer und lebendiger Ort bleibt, hat die Stadt Bielefeld ein integriertes Maßnahmenpaket erarbeitet. 

Grundlage sind zwei Ratsbeschlüsse aus dem Jahr 2025: der Auftrag, gemeinsam mit der Bielefeld Marketing GmbH ein Maßnahmenpaket für Attraktivität und Sicherheit in der Innenstadt zu entwickeln, sowie der Beschluss, konsequent gegen Schmutz und Vermüllung vorzugehen. 

„Unsere Innenstadt ist Visitenkarte, Treffpunkt und Lebensraum zugleich. Deshalb ist es wichtig, dass wir sie gemeinsam weiterentwickeln: sicher, sauber, gut erreichbar und mit hoher Aufenthaltsqualität. Das Maßnahmenpaket zeigt, dass alle an einem Strang ziehen – Verwaltung, Stadtmarketing, Polizei, Handel, Gastronomie, soziale Träger und die Stadtgesellschaft“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer.

„Damit aus guten Ideen konkrete Verbesserungen werden, braucht es klare Regeln, gute Zusammenarbeit und auch das Engagement der Stadtgesellschaft. Das Maßnahmenpaket ist kein Schlusspunkt, sondern eine Arbeitsgrundlage, die wir gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren der Innenstadt weiterentwickeln“, ergänzt Martin Adamski, Dezernent für Umwelt, Mobilität, Klimaschutz und Gesundheit.

Innenstadt gemeinsam weiterentwickeln

Die Stadt setzt bei der Entwicklung der Innenstadt auf Austausch und Zusammenarbeit. „Die Bielefeld Marketing ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Innenstadtakteuren. Wir haben Gespräche mit dem Handelsverband OWL, der DEHOGA, dem Altstadt-Team und der Werbegemeinschaft City/Bahnhofstraße geführt. Auch Rückmeldungen aus der Stadtgesellschaft sind in unsere Planung eingeflossen, etwa aus der Veranstaltungsreihe ‚Bielefelder Stadtgespräche’”, sagt Martin Knabenreich, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing.

Künftig soll der Dialog weiter gestärkt werden. Geplant sind regelmäßige Formate, bei denen Anwohnende Hinweise geben, Mängel benennen und Ideen einbringen können. Auch bewährte Rundgänge im Rahmen des Sozial- und Kriminalpräventiven Rates werden fortgeführt. Dabei geht es zum Beispiel um Sauberkeit, Beleuchtung, Aufenthaltsqualität und mögliche Angsträume.

Mehr Leben auf Plätzen und Flächen

Die Innenstadt soll nicht nur sauberer und sicherer, sondern auch lebendiger werden. Das Maßnahmenpaket sieht daher ein Platz- und Flächenkonzept für die City an. Dabei werden die unterschiedlichen Orte in der Innenstadt genauer betrachtet: Welche Stärken haben sie? Wo gibt es Konflikte? Welche Veranstaltungen oder Aktionen passen zu welchem Platz?

Ziel ist eine abgestimmte Nutzung öffentlicher Flächen – mit Kultur, Mitmachaktionen, Veranstaltungen und weiteren Formaten, die die Innenstadt beleben und gleichzeitig Rücksicht auf Anwohnende, Gastronomie, Handel und weitere Akteure nehmen.

Sicherheit durch Präsenz und Prävention

Ein Schwerpunkt des Maßnahmenpakets liegt auf Sicherheit und Ordnung. Stadt und Polizei arbeiten bereits seit Jahren eng zusammen, unter anderem in der Stadtwache und durch gemeinsame Streifen. Diese Zusammenarbeit soll weiter gestärkt werden.

Im Fokus stehen besonders Orte wie Kesselbrink, Jahnplatz, Bahnhofsumfeld und Ostmannturmviertel. Neben ordnungsrechtlichen Maßnahmen spielen auch soziale und präventive Ansätze eine wichtige Rolle. Dazu gehören die Arbeit der kommunalen Streetworkerinnen und Streetworker, Runde Tische zur Sicherheit in der Innenstadt sowie das Projekt „Nachtboje“, das im Nachtleben niedrigschwellige Unterstützung anbietet, wenn sich Menschen unsicher fühlen.

Auch die Regeln für Betteln, Lagern und Sondernutzungen im öffentlichen Raum werden betrachtet. Dabei setzt die Stadt auf eine Kombination aus Ansprache, Hilfsangeboten und konsequenter Anwendung bestehender Regeln.

Neue Regeln für Sondernutzungen und Straßenmusik

Die Stadt arbeitet derzeit an einer Neufassung der Sondernutzungssatzung. Damit sollen die Regeln für die Nutzung öffentlicher Flächen klarer und zeitgemäßer werden. Geplant sind unter anderem aktualisierte Zonen, bessere Regelungen für Außengastronomie, Vorgaben für Werbeobjekte und klare Rahmenbedingungen für Veranstaltungen. Werbe- und Informationsstände in der Innenstadt sollen dabei mit klaren Vorgaben belegt werden, etwa zur Art und Weise, wie Passantinnen und Passanten angesprochen werden.

Auch bei Straßenmusik hat die Stadt bereits reagiert. Seit Mai 2025 wird der Einsatz von Verstärkern nicht mehr geduldet. Straßenmusik soll weiterhin Teil einer lebendigen Innenstadt sein, aber in einem Rahmen, der für Anwohnerinnen und Anwohner, Handel, Gastronomie und Besucherinnen und Besucher verträglich bleibt.

Mehr Licht für mehr Sicherheitsgefühl

Licht spielt eine wichtige Rolle für das subjektive Sicherheitsgefühl. Deshalb wertet die Stadt die Beleuchtung in der Innenstadt schrittweise auf. Gemeinsam mit Bielefeld Marketing wurde die Innenstadtbeleuchtung bereits in den Wintermonaten verbessert. Ende 2026 soll außerdem eine neue Winterbeleuchtung in der Obernstraße installiert werden.

Auch Fußgängerunterführungen werden nach und nach entsprechend aktuellen Empfehlungen und Standards umgerüstet. Zusätzlich sollen bei der Betrachtung sogenannter Angsträume auch Erkenntnisse der Gleichstellungsstelle einfließen.

Saubere Innenstadt: Reinigung, Abfallbehälter und Prävention

Die Sauberkeit der Innenstadt ist ein zentraler Baustein des Konzepts. Die Fußgängerzone wird bereits täglich gereinigt – auch samstags, sonn- und feiertags. In der Innenstadt stehen derzeit 161 Abfallbehälter im Straßenraum. Sie werden regelmäßig kontrolliert und bedarfsgerecht angepasst. An mehreren Stellen wurden bereits zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt, weitere Standorte werden geprüft. Auch zusätzliche Aschenbecher an Geschäftseingängen, Kooperationen mit Handel und Gastronomie sowie eine Mehrwegoffensive sollen dazu beitragen, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen.

Bürgerschaftliches Engagement unterstützen

Bürgerschaftliches Engagement bleibt ein wichtiger Bestandteil der Stadtsauberkeit. Der seit 2023 jährlich stattfindende Cleanup Day hat dazu beigetragen, dass mehr Material für Müllsammelaktionen zur Verfügung steht. Greifzangen, Handschuhe, Warnwesten und Abfallsäcke können ausgeliehen werden. Initiativen, Vereine, Schulen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger werden bei Sammelaktionen unterstützt.

Auch Umweltbildung spielt eine wichtige Rolle. Der Umweltbetrieb informiert unter anderem in Kitas und Schulen über Abfallvermeidung, Recycling und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Graffiti, Wildplakatierung und illegale Müllablagerungen

Die Stadt geht auch gegen visuelle Verschmutzungen vor. Öffentliche Infrastrukturen werden teilweise mit Schutzschichten versehen, damit Graffiti und Aufkleber leichter entfernt werden können. Illegale Graffiti und Wildplakatierungen werden verfolgt und geahndet. Gleichzeitig sollen legale Graffitiflächen weiterentwickelt werden, um kreative Angebote zu schaffen und illegale Schmierereien zu vermeiden.

Bei illegalen Müllablagerungen bleibt die rechtssichere Ahndung schwierig, weil Verursacherinnen und Verursacher häufig nicht direkt festgestellt werden können. Dennoch sollen bekannte Problemstandorte weiter im Blick behalten werden.

Erfolgskonzept Mängelmelder soll ausgebaut werden

Der digitale Mängelmelder der Stadt Bielefeld hat sich etabliert. Umgesetzt wurde er durch das städtische Büro Dialog & Beteiligung im Presseamt/Statistikstelle. Der Mängelmelder ist über die städtische Website und über die Bielefelder Service-App erreichbar. Bürgerinnen und Bürger können dort unkompliziert Schäden, Verschmutzungen oder andere Mängel melden. Bislang wurden bereits mehr als 26.000 Meldungen durch das BürgerServiceCenter und die zuständigen Fachämter bearbeitet (Stand Juni 2026).

Die Stadt will das System weiter verbessern. Künftig soll ein erweitertes Feedbacksystem dabei helfen, auch dann Lösungswege aufzuzeigen, wenn die Stadt selbst nicht unmittelbar zuständig ist – etwa bei privaten Flächen oder Gebäuden.

Schädlingsbekämpfung: Stadttaubenkonzept und Eindämmung der Rattenpopulation

Auch Schädlingsbekämpfung ist Teil des Maßnahmenpakets. Bei Ratten setzt die Stadt auf Vorbeugung, Aufklärung und gezielte Bekämpfung. Zentral ist dabei die Reduzierung von Nahrungsquellen - etwa durch richtige Abfallentsorgung und den Verzicht auf Fütterung im öffentlichen Raum.

Für Stadttauben verfolgt die Stadt das vom Rat beschlossene 5-Säulen-Konzept. Ziel ist eine kleinere und gesündere Stadttaubenpopulation. Dazu gehören unter anderem ein Fütterungsverbot in der Innenstadt, der Einsatz des reproduktionseinschränkenden Mittels „Ovistop”, angepasste Fütterung, Beobachtung und Vergrämungsmaßnahmen. Das Projekt ist zunächst bis Ende dieses Jahres befristet und wird evaluiert.

Stadtentwicklung ausbauen – auch mit öffentlichen Toiletten 

Das Maßnahmenpaket ist auch mit der weiteren Stadtentwicklung verknüpft. Auf Grundlage der Innenstadtstrategie wird derzeit ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (INSEK) für die Bielefelder Innenstadt erarbeitet. Es ist eine wichtige Voraussetzung, um Fördermittel für konkrete Maßnahmen zu erhalten. Dazu gehört auch der Wettbewerb zur Aufwertung des Ravensberger Parks.

Auch das Thema öffentliche Toiletten wird weiterbearbeitet. Die Ausschilderung der Toiletten in der Stadtbahnhaltestelle Jahnplatz wurde bereits umgesetzt. Weitere Beschilderungen sind in Vorbereitung. Zudem wird ein gesamtstädtisches Standortkonzept vorbereitet.

Konzept als Arbeitsgrundlage

Das integrierte Maßnahmenpaket bündelt bestehende Aktivitäten, laufende Projekte und neue Ansätze. Viele Maßnahmen können nur Schritt für Schritt umgesetzt werden - auch mit Blick auf die angespannte Haushaltslage.

Die Stadt Bielefeld will die Innenstadt gemeinsam mit Bielefeld Marketing, Polizei, Handel, Gastronomie, sozialen Trägern, Politik und Stadtgesellschaft weiterentwickeln: sauberer, sicherer, lebendiger und attraktiver. Das Maßnahmenpaket wird nun in den politischen Gremien thematisiert.